Chengdu - Must do 🐼
Apr 10–14 in China ⋅ ☁️ 24 °C
Vier Nächte bleiben wir in Chengdu. Das sind drei volle Tage für die Stadt und Umgebung. Geplant sind Ausflüge zu einem der Panda-Parks und zum Big Buddha Leshan. Letzteres lassen wir dann doch weg. Chengdu gefällt uns einfach mal gut.
Aber von vorn:
Nach dem seltsamen Frühstück, das wir gleich danach für die nächsten Tage stornieren (übrigens gibt es das Geld als Rückerstattung unaufgefordert wieder) wollen wir die Stadt erkunden.
Wir wohnen in den obersten Etagen eines Towers voller Büros, verschiedenster Niederlassungen und Apartments. Und weil heute Samstag ist, ist in der schönen Lobby absolut nichts los. Dafür aber im Shoppingcenter nebenan, das direkt am Hotel „klebt“.
Gleich am Eingang gibt es niedliche Dinge für kleine Mädchen. Ich kann das alles gar nicht so schnell erfassen, was das alles ist. Blumensträuße aus Hello-Kitty-Kuscheltieren, Anhänger, Armbänder… Nebenan stehen kleine Teenies in ihrem Cosplay-Kostümen. Boa. Das ist eine Augenweide. Je weiter wir gehen, desto mehr dieser Cosplayer begegnen uns. Als wenn wir in ein Wespennest getreten wären. Erst stehen wir da und gucken. Dann frage ich einfach, ob ich ein Foto machen darf. Und natürlich darf ich es. Denn es ist anders als erwartet. Für sie ist es eine Art Lob fotografiert zu werden. Sie bedanken sich sogar dafür.
Der Tianfu Platz stellt die Mitte Chengdu‘s dar. Ein riesiger, historisch bedeutender Platz. Hier steht auch die 30 Meter hohe Marmorstatue Mao’s.
Sie geht aber leicht unter in der Größe dieses Platzes. Auch wir irren etwas umher, beim Versuch zu erfassen, was es hier alles zu sehen gibt. Der Platz ist voller Menschen die einfach hier spazieren. Überall gepflegtes, blühendes und gut riechendes Grün. Da liegt Nix rum. Dafür sorgen die fleissigen und unermüdlich arbeitenden Straßenkehrer. Sie haben sogar einen Kanister Wasser bei, um Flecke zu beseitigen.
Vom Tianfu Platz haben wir auch einen Blick auf unser Hotel und können ausmachen, welches unser Zimmer ist.
Als nächstes lassen wir uns entlang der Fussgängerpassagen Richtung IFS treiben. Ein weiteres Zentrum. Aber wir kommen nur schleppend voran. Es gibt viel zu sehen. Und das ein oder andere Mitbringsel für unsere Enkel kommt auch mit.
Die Stadt ist praktisch im Pandafieber. Wohin man schaut - es gibt nur ein Thema : 🐼
Die IFS Plaza ist ein sehr moderner Platz mit modernen Gebäuden unzähligen Grossbildschirmen. So viele habe ich noch nirgendwo auf der Welt gesehen.
Wir holen uns einen Fleischspiess und gefüllte Teigtaschen. Während wir auf die Fertigstellung warten, werden wir gebeten, uns mit anderen fotografieren zu lassen. Sie haben Spaß daran. Auch Chengdu scheint nicht auf der typischen Besucherliste westlicher Touristen zu sein.
Jedenfalls ist der Trubel auf diesem Platz etwas, das selbst uns Berliner etwas überfordert.
Am IFS Gebäude hängt ein übergroßer Panda, der sich die Fassade hochhangelt. Von der Terrasse in der 7.Etage kann man ihm dann ins Gesicht schauen.
Für unser storniertes Frühstück besorgen wir uns am Abend Ersatz. Und das kaufen wir im Walmart.
Ja. In China gibt es Walmart‘s. Die sind dann fast so aufgebaut wie in den USA. Hier holen wir uns Müsli, Obst usw.
Chengdu hat aber noch mehr Superlative zu bieten. Da wäre das Global Center in Chengdu, das mit 1,76 Mio. m² das weltweit größte einzelstehende Gebäude ist.
Gleich angrenzend befindet sich das SKP, das größte unterirdische Gebäude Asiens.
Aber deshalb sind wir gar nicht hergekommen. Das Objekt unserer Begierde steht nämlich auf dem Dach des Shopping-Centers:
Es sind die sechs Wasserfontänen namens „Türme der Vitalität“.
Am Tage eher wie sechs verloren dastehende dunkle Rohre, werden sie erst bei Dunkelheit zur Attraktion. Da werden die 26 bis 39 Meter hohen Fontänen nämlich mit LEDs beleuchtet und zum absoluten Spektakel.
Etwa zehn Fahrminuten weiter warten zwei weitere Abendattraktionen auf. Die Fassaden der zwei 220 Meter hohen Tianfu Twin Towers werden allabendlich mit etwa 400.000 LEDs zur Leinwand. Das sieht total beeindruckend aus. Beeindruckend ist aber auch die Architektur der Hochstraße für Fussgänger. So ein Bau ist seit vielen Jahren schon in Berlin im Gespräch. Neulich las ich, dass dieses Projekt aus Geldmangel erst einmal bis auf Weiteres verschoben wurde. Hier steht es 😶
Es ist schon kurz vor 9pm, als wir uns mit Didi zur Anshun Corridor Bridge bringen lassen. Eigentlich hatten wir schon Bedenken, zu spät für die Illumination zu kommen.
Aber nein. Hier tobt noch das pure Leben. Die Menschen sitzen auf den Treppen mit Blick auf den Fluss, Garküchen auf rollenden Wägen sind unterwegs, man kann sich die Schultern massieren lassen und irgendwo steht ein Sänger, und beschallt die Gegend mit anmutend klingender chinesischer Musik.
Was für ein Flair!
Die Brücke ist eine überdachte Brücke. 61 Meter lang und 6Meter breit ist sie. Der ursprüngliche Bau ist aus dem 13.Jh, ist aber immer wieder durch Hochwasser zerstört worden. Das, was wir sehen und drüber laufen, ist 2003 neu gebaut worden. Eine exakte Kopie der Brücke aus dem 17.Jahrhundert.
Auf der anderen Seite des Nan Rivers erwartet uns ein ebenso quirliges Leben. Hier reihen sich Bars und Restaurants aneinander.
Und dann wird’s aufregend. Vier Leute liegen auf einer Art Entspannungsliegen. Dahinter stehen viele und gucken auf die Wand voller Buchstaben, die wir eh nicht entziffern können. Zuerst denke ich noch, sie gucken sich bei der Behandlung irgendwelche Werttspiele an. Beim genauen Blick checken wir erst, was hier gemacht wird: Den Behandelnden werden aus dem Ohr Ablagerungen entfernt. Eine Kamera nebst Licht überträgt das mittel-leckere Ereignis auf die Bildfläche. Aber irgendwie ist das dann doch fesselnd. Auch wir stehen ziemlich gebannt und starren auf die Fläche.
Am liebsten würde ich das auch machen lassen. Aber ich bin ja froh, dass mein Ohr seit gestern Abend Ruhe gibt. Die Mittelohrentzündung scheint überstanden.
Bis zur Straße wo wir einen Didi rufen können, durchlaufen wir noch ein Wohngebiet, wo die Einheimischen essen. Jetzt - kurz nach 10pm ist hier noch Bambule. Es wird an riesigen Tischen gegessen. Auch Kinder.
Unter den Tischen sieht’s saumässig aus. Chinesen sind dahingehend absolut schmerzfrei. Tissu‘s, Knochen landen neben oder unter dem Tisch. Denn eines ist gewiss: Morgen früh haben die fleißigen Wichtel wieder alles blitzblank gemacht.Read more






























Traveler
Oh Gott!
Traveler
Süß! Wo war das?
TravelerIFS Plaza