• Ein Reisetag - von Yunnan nach Sichuan

    April 10 in China ⋅ ☁️ 24 °C

    Nach drei Wochen Yunnan wechseln wir die Provinz. Es geht nach Sichuan.

    Wir sitzen im Ruheraum. So nennt sich die Lounge auf dem Lijiang Sanyi International Airport. Die ist recht einfach ausgestattet.
    Das Büffet bietet Getränke und allerlei Süßes. Wobei Süßes in China selten süß schmeckt. Es sind kleine Schmeißreinchen mit oft seltsamen Geschmack.
    Ich habe das Frühstück heute früh ausgelassen. Ich konnte nicht mehr an die Nudelsuppe. Das will schon was heißen.
    Nun ist mir übel. Oder ich hab einfach mal Knast. Es gibt hier Cupnoodels. Das hat hier in China nichts Verwerfliches. Cupnoodels kauft man sich auch vor einer Zugfahrt. Das heiße Wasser wird im Zug serviert. Die Auswahl ist groß. Aber ich habe keine Lust, es zu übersetzen und nehme eine hellgelbe Packung. In der Annahme es sei etwas mit Huhn. Und damit nicht scharf. Falsch gedacht.

    So ein Flug am späten Nachmittag vermiest irgendwie den gesamten Tag. Doch es gab keine Alternative. Es gibt nur einen einzigen Frühzug von Lijiang nach Chengdu. Über neun Stunden Fahrt würde das heißen. Deshalb habe ich entschieden den Flug zu buchen. Mit Air China.

    Wir sitzen in der ersten Reihe.
    Die Flugbegleiterin fragt, ob sie die Schlappen für uns auspacken darf. Kuschelige Schlappen? Bei einem einstündigen Flug?
    Ich kann nicht anders, als an den neunstündigen LH-Flug aus Denver nach München im letzten Jahr denken. Da gab es wegen der „nur“ neun Stunden weder Schlappen noch Schlafanzug.
    Aber ok. Dafür gibt es kein Essen. Nur ein Getränk.
    Das Boarding ist innerhalb von zehn Minuten abgeschlossen. Irgendwas läuft bei uns in D schief.
    Wir heben pünktlich ab.
    Der Flug ist sehr wackelig.
    Beim Blick zwischen den vielen Wolken sehe ich ein hügliges, durchgehend grünes Land.
    Bevor wir landen, bedankt man sich dass wir AirChina gewählt haben. Dazu verbeugen sich alle Flugbegleiter.

    Der Chengdu Tianfu International Airport ist ein moderner, großzügiger Flughafen. Als Hauptstädter spüren wir sofort den Vibe einer Großstadt.
    13.5 Millionen nennen die Hauptstadt Sichuans ihr Zuhause. Hier ist so einiges anders. Aber dazu später.

    Was wie immer ist, ist die Auszeichnung der Wege zum Bagage Claim und zum Ride-Hailing. Also zu diesem Ort, wo man ein Ruftaxi bestellen kann.
    Wir bestellen ein Komfort-Auto. Sonst tut es auch ein Economy. Aber für eine längere Fahrt mögen wir es bequem.
    Der Fahrer ist wieder mal müde.
    Wie ich das hasse! Wach wird er, als wir ihm klarmachen, dass wir irgendwie das Ziel nicht genau eingeben konnten und er doch bitte im Hotel anruft. Das macht er auch. Und dann fragt er, was wir tun in Chengdu und ob wir einen Guide für die nächsten Tage brauchen. Aber wir wollen uns nicht festlegen und danken für das Angebot.

    Das Hotel, das ich erst kurz vor der Reise gebucht habe, liegt mitten im Zentrum. Direkt am Tianfu Platz.
    Es ist das Seya Panoramic Hotel.
    Es befindet sich in den obersten Etagen des 38-Stöckers und besteht aus genau zwei Etagen.
    Das Ambiente ist hypermodern.
    Das Einchecken erfolgt an einer Art Kiosk. Alles ist sehr dunkel gehalten.

    Wir erfahren, dass wir schon jetzt unsere Frühstücksauswahl treffen sollen. Denn es gibt kein Restaurant.
    Echt jetzt? Habe ich nicht in den Rezensionen etwas vom
    fantastisch westlichen Frühstücksbüffet gelesen? Aber vielleicht bringe ich bei all den Hotels, die ich gebucht habe, etwas durcheinander.

    Wir haben die Wahl zwischen Chicken-Sandwich und Spaghetti😶Ich sag mal Nix dazu.
    Ach ja. Dann gibt es noch Milch oder Orangensaft dazu.
    „Und Kaffee?“
    „Ja den können sie im Zimmer kochen.“

    Über WeChat werden das Hotel und ich Freunde. Das ist dieses Mal wirklich nötig. Denn es gibt einen Butlerservice. Mit dem kann man rund um die Uhr kommunizieren.

    Rainer liebt das Zimmer sofort. Und natürlich den Ausblick.
    Meine empfindliche Nase riecht Zigaretten. Wir monieren es. Da kommt unsere Butlerin des Tages und sprüht das Zimmer ein.
    Es sei ein Nichtraucherzimmer, sagt sie. Aber wir könnten hier auch rauchen …🥴
    Wir machen ihr deutlich, dass wir „Nonsmoker“ sind.
    Ah ja. Sie versteht‘s.

    Ok. Dann könnten wir morgen das Zimmer wechseln. In ein echtes Nichtraucherzimmer.

    Wir werfen kurz unsere Sachen ab und machen uns gleich auf den Weg in die Kuanzu Alley. Denn hier und heute kreuzt sich unser Weg mit dem von Parttime Traveller & Sohn. Es wird ein herrlich langer, sehr schöner Abend. Es gibt so viel zu erzählen. So viel, dass man uns kurz nach Elf heraus komplimentieren muss.

    Was für ein Tag!
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