• Fazit

    8. juni, Tyskland ⋅ ☁️ 26 °C

    Das war’s also.
    Insgesamt 62 Tage China. Eine wunderbare Rundreise mit einem einzigen „Schönheitsfehler“ in der Planungsfolge.
    Aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dieser Zusammenstellung. Würde ich die Reise noch einmal planen, würde ich keinen Ort weglassen. Würde jeden Punkt genauso wieder anfahren. Manches noch intensiver und länger erleben wollen.

    China hat uns vom ersten Moment geflashed. Positiv überrascht.
    Erwartet habe ich eher ein lautes Volk, ein eher ruppiges Volk. Nach all den Berichten im TV habe ich Härte und Disziplin erwartet. Weil es - wie immer betont wird - doch so überwacht wird, die Bürger ihren Score ständig im Sinn haben müssen. Städte mit extremen Smog habe ich erwartet.
    Nun.
    Es war glücklicherweise alles wirklich ganz anders.
    Der enorme Einsatz von E-Mobilität hält den täglichen AQI (Airquality Index) sehr niedrig. Sehr oft habe ich den mit anderen Großstädten verglichen. Weltweit und den in Deutschland. Ich kann sagen: China hat die bessere Luft.
    Auf den Straßen ist die Lärmbelastung dadurch auch deutlich geringer.
    Nicht müde werde ich zu betonen, wie sauber es auf den Straßen ist. Egal ob Klein-oder Großstadt. Auch das haben wir nicht erwartet.

    China hat ein fantastisches Schienensystem. Zugfahren ist verlässlich pünktlich. Die Züge sind sauber. Mehrfach während der Fahrt wird durchgewischt. Liegengelassene Abfälle eingesammelt. Auch die Toiletten im Zug werden gesäubert. Nicht zu vergleichen mit den bei uns.
    Die Tickets für den Zug kann man reservieren. Kaufen kann man sie aber erst vierzehn Tage im Voraus.
    Es war unsere erste Reise und ich hab sie fast alle vorher reserviert. Das würde ich nicht wieder tun. Es gibt so viele Zugverbindungen auf einer einzelnen Strecke, dass man diese getrost auch ein paar Tage bis wenige Stunden ganz bequem online vorher erwerben kann.

    Gefallen hat mir auch, dass man keine Reservierungen, keine monatelang vorher getätigten Permits für den Eintritt zu Nationalparks und zu all den Attraktionen benötigt. Nur der Zugang zur Verbotenen Stadt muss reserviert werden. Letzteres übernimmt aber auch auf Wunsch das Hotel am Tag zuvor.

    Der Reisepass (Chinesen nutzen stets ihre ID) ist das Wichtigste, das man stets griffbereit haben sollte. Alles ist an diesen Ausweis gekoppelt: Egal ob Eintritt zum Museum, zum Bahnhof oder zum Nationalpark. So wird auch blitzschnell entschieden, ob der Eintritt kostenpflichtig oder kostenlos ist. Ab dem 60 Lj. zahlt man oft die Hälfte oder gar nichts mehr. Das hängt mit dem chinesischen Rentensystem zusammen. Chinas Frauen treten mit 55 und Männer ab dem 60.Lj in den Ruhestand ein. Mit einer Ausnahme galten diese Vergünstigungen beim Eintritt auch für uns Ausländer.

    In zweiundzwanzig verschieden Hotels (zwei davon waren in BKK) haben wir genächtigt. Von westlich bis traditionell war alles dabei. Immer waren sie sauber und hatten eine hervorragende Ausstattung.

    Mit zwei, drei Ausnahmen gab es moderne Washlets, es gab aber immer einen Wasserkocher und oft eine Kapselmaschine dazu. Dass die Steuerung des Lichts und der Gardinen per Knopfdruck vom Bett aus möglich ist, ist nichts Ungewöhnliches.
    Vom Trinken des Wassers aus dem Hahn wird abgeraten - damit aber Zähneputzen ist kein Problem. Im Zimmer stand stets genügend Wasser in Flaschen kostenlos zu Verfügung.
    108€ war letztendlich der durchschnittliche Zimmerpreis auf unserer Reise durch China. Ein Wert den man sicher noch senken hätte können. Wenn ich die Hotelkategorie in den touristischen Orten Xi‘an, Beijing und Shanghai niedriger gewählt hätte.
    Bei der Abreise gab es oft zum Abschied ein kleines Geschenk. Oder ein paar Snacks nebst Getränken.

    Als Reisende, die gewöhnlich mit dem Mietwagen unterwegs sind und sich so die absolute Individualität verschaffen, hatte ich etwas Bange um unsere „Freiheit“ ganz ohne eigenes Auto. Aber vor Ort erwies sich diese Befürchtung als vollkommen grundlos. Zum einen gibt es ja den Zug und zum anderen das Taxi. Letzteres ist ungemein preiswert und jederzeit und überall verfügbar. Selbst für Strecken auf der es keine Zugverbindungen gab, haben wir uns gegen den Buss und für ein Taxi entschieden. Für zwei Stunden Fahrt haben wir dann immer noch deutlich weniger gezahlt als für die Entfernung von unserem Zuhause am Rand Berlins bis zum Flughafen.
    Für Fahrten innerhalb der Stadt betrug der Fahrpreis meist um einen Euro. Manchmal auch bis zu fünf. Das hätten wir mit dem eigenen Mietwagen nie so hinbekommen, wenn man bedenkt, dass wir keinen Parkplatz finden mussten.
    Alles in allem haben wir den Transport auf diese Weise sogar als sehr angenehm empfunden.

    Zum Abschluss noch ein paar rein subjektive Aspekte:

    SONDERBARES:

    … Tomaten werden in China meist als Obst definiert und so auch auf dem Obstteller platziert

    … im Aufzug ganz vorn an der Tür stehen und dennoch als letzte zum aussteigen zu kommen. Ohne geschubst zu werden. Chinesen nutzen den Platz einfach „effektiver“😆

    WAS ICH JETZT SCHON VERMISSE:

    … Zugfahren. Ein so verlässlich pünktliches Transportmittel und alles was mit dem Zugfahren zusammenhängt. Angefangen beim Ticketkauf bis zur Info der App, dass wir gleich das Ziel erreichen werden

    … die E-Autos und E-Roller. Die machen den Straßenverkehr so angenehm ruhig.

    … die Nudelsuppe zum frühen Morgen

    … die allgemeine Sicherheit. Wo sonst auf der Welt kann man das Handy als Zeichen für einen reservierten Tisch liegen lassen ohne Sorge zu haben, dass jemand anderes Gefallen an ihm findet?
    Die Tasche bleibt unangetastet - selbst im größten Gedränge

    … die Offenheit der neuen digitalen Welt gegenüber

    … bargeldloses zahlen mit Alipay bzw. WeChat

    … die Sauberkeit auf den Straßen, auf den Bahnhöfen und im Zug. Dabei sind es nicht immer die Chinesen, die so sauber sind. Es gibt tatsächlich noch den Job des Straßenkehrers, der sich unentwegt um das Erscheinungsbild kümmert.

    WAS ICH GAR NICHT MOCHTE:

    … dass überall, wo‘s erlaubt ist, massiv geraucht wird

    … das Rotzen, das Hochziehen des Schleims aus der tiefen Lunge und es direkt vor sich auszuspucken (fast immer nur durch die männliche Welt)

    Zum Abschluss ein paar Zahlen:
    (Inklusive Bangkok)

    Quelle: FindPenguins
    22.500 km ✈️
    5.900 km 🚅
    1.600 km 🚖
    101 km 🚶‍♀️🚶‍♂️
    67 km 🚌
    23 km 🏍️
    5 km 🚠

    Unterkünfte:
    13 x Booking.com
    8 x Trip.com
    2 x Hotels.com

    Davon übernachtet in
    10 klassischen Hotels
    12 Homestays

    Benötigtes Bargeld: Null
    Gelernte chinesische Vokabeln: 9
    Mitbringsel: so viel wie noch nie

    Der Reisebericht auf meiner Website entsteht in Maximalgeschwindigkeit:

    https://born4travel.de/travel/china2026/overvie…
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