• Kühlschrank mit Sonne

    March 1, 2025 in Canada ⋅ ⛅ -9 °C

    Am vorletzten Tag meiner Reise, zeigt sich Toronto nochmals von seiner sehr, sehr kalten und winterlichen Seite. Bei ca. minus 15°C (gefühlt -20°C) und Windgeschwindigkeiten von bis zu 27 km/h hat man ohne Handschuhe innerhalb kürzester Zeit kein Gefühl mehr in den Fingern, das Gesicht friert ein und die Ohren brennen vor Kälte. Das wird eine echte Herausforderung, bei diesem Umstand zu fotografieren.

    Dennoch gehe ich raus, sehe Kanadier in "Hauspuschen" und T-Shirt; die kennen das Gefühl von Kälte nicht!

    Mein Weg bringt mich zum Fort York, zurück, an den ursprünglichen Ort der Schlacht im Krieg von 1812, aus dem das moderne Toronto hervorging.

    An diesem Ort, an dem sich britische Soldaten, Krieger der Ureinwohner und Milizionäre aus Oberkanada gegen die Vereinigten Staaten und deren Bestreben, Toronto zu erobern, zusammen schlossen. Die blutige Schlacht von York, die daraufhin stattfand, war ein dunkler und dramatischer Moment in der Geschichte der Stadt.

    Das Fort wurde von der britischen Armee und kanadischen Milizen im späten 17. Jahrhundert und frühen 18. Jahrhundert aufgebaut, um die Siedlung York zu verteidigen und die neue Hauptstadt der britischen Kolonie Upper Canada vor der Bedrohung durch einen militärischen Angriff zu schützen.

    Auch hier erhalte ich eine private Führung durch die bewirtschafteten Gebäude. Man erläutert, wie man hier früher wohnte, kochte und den militärischen Aufgaben wie gesellschaftlichen Verpflichtungen nachging.

    Als ich das Fort verlasse, komme ich auf dem Weg zum See am Princes' Gates, einem Triumphbogen am Exhibition Place vorbei. Das 110 m lange Bauwerk bildet das östliche Tor zur Canadian National Exhibition, einer jährlichen Landwirtschafts- und Provinzmesse.

    Aufgrund der Kälte nutze ich für den Rückweg die öffentlichen Verkehrsmittel. Nachdem der Busfahrer feststellte, das ich der einzige Fahrgast bin, kamen wir uns Gespräch. Er eröffnete mir, das er der Liebe wegen vor 17 Jahren als Lehrer aus Äthiopien immigrierte. Seine zukünftige Frau lebte bereits in Kanada. Da er der englischen Sprache mm icht fließend mächtig war, könnte er in seiner Profession nicht arbeiten. So nahm er zunächst eine Stelle als Krankenpfleger an. Nach sechs Jahren wechselte er um und ist seither Busfahrer. Er bereue nichts und habe hier ein gutes Leben. Das ist nicht vergleichbar mit seiner Heimat, doch fühle er sich wohl auch wenn er nicht für die Winter gemacht ist.

    Am Spätnachmittag bin ich in der Steam Whistle Brewery zu einer Führung verabredet. Mike, unser Guide, begrüßt mich persönlich; ich bin der einzige Ausländer und dann noch aus Deutschland. Er sei vorbereitet. Das ist insofern interessant, da das Bier, ein Pilsener, nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut wird. Der Hopfen kommt zu 100% aus Tschechien.

    Steam Whistle wurde im Roundhouse, der Heimat der Dampflokomotiven, die unsere Nation verbunden haben, geboren. Es werden nur vier Zutaten (Malz, Wasser, Hopfen und Hefe) verwendet, um Kanadas Pilsner zu brauen.

    Im Frühjahr 1998 wurde die Brauerei von den drei Freunden Greg Taylor, Cam Heaps und Greg Cromwell gegründet. Die Idee dazu kam ihnen auf einer Kanufahrt im schönen Ontario.

    In den späten 1980er und 90er Jahren waren sie Kollegen bei einer der führenden kanadischen Kleinbrauereien, bevor diese von einer nationalen Brauerei aufgekauft und geschlossen wurde. Als sie am Lagerfeuer saßen, träumten die selbsternannten "Three Fired Guys" davon, eines Tages ihre eigene Brauerei zu betreiben - eine Brauerei, die sich mit den besten der Welt messen kann.

    Check - Aufgabe erledigt.

    Zum letzten Dinner gehe ich in die Amsterdam Brewery an der Waterfront.
    Read more