Tag 1 Bis nach Oberwildflecken
12 de junho, Alemanha ⋅ 🌧 14 °C
Gestern hatte ich noch den Kilometerstand notiert und Elises Navi auf „N“ wie Norden eingestellt.
Heute Früh ging dann doch alles schnell. Elise aus dem Carport und fertig bepackt. Der kleine Stofftiger macht wie immer Stress. Er kommt kurzerhand ins Topcase und soll ruhig sein.
Frühstück, Family drücken und Abflug. Eine neugierige Nachbarin hat mich doch glatt in der Früh abgepasst und mir einen schönen Urlaub gewünscht.
Es war der Glühwürmchen-Regenanzug angesagt, chic kombiniert mit den grünen Spülhandschuhen in Größe XL und Regenüberziehern für die Stiefel. Der Kalenderspruch für heute, den 12.06., sagt mir: „... da muss ich jetzt durch.“ Und es ist gewiss der Regen gemeint, denke ich.
Winke, winke und los geht es.
Ich fahr nach Sielenbach, dort ist eine öffentliche Waage. Die Anzeige springt zwischen 350 kg und 360 kg hin und her. Ich sage jetzt mal ... Kampfgewicht 355 kg. Vor zwei Jahren, auf dem Weg zum Nordkap, hatte ich noch ein paar Kilo Speck mehr drauf.
Es kübelt, was runtergeht. Fotos mache ich jetzt keine, weil ... Handschuhe aus, Strampelanzug auf, Jacke auf, Handy raus, Foto, Handy rein, Jacke zu, Strampelanzug zu, Scheixxe, Reißverschluss eingeklemmt, rumpopeln und mit nassen Händen wieder versuchen, in die Handschuhe reinzukommen. Also habe ich die Fotos gelassen.
Irgendwo zwischendrin gibt es eine kleine Pause. Die Wahl fällt auf Kaffee mit einer Butterbreze. Ich beiß rein und denke mir: Christian, sehr gute Wahl.
Durch ganz Mittelfranken hat es geduscht. Ab durch das Tor nach Unterfranken und der Regen hat auf einmal nachgelassen.
Wie ich so um die Kurve komme, sehe ich in Stammheim ein Flugzeug auf einem Gelände stehen. Aus dem Topcase kommt ein Genörgel, da will sich jemand die Füße vertreten, und ich fahr auf den Parkplatz rechts ran.
Das Areal gehört zum größten Privatmuseum Deutschlands für Militär- und Zeitgeschichte. Ich bin hier mal rumgelaufen und habe geschaut, was man so sehen kann, ohne Eintritt zu zahlen. Ich mache einen auf schwäbischen Museumsbesuch – koschd nix.
Ich wollte ja weiter zum Zeltplatz und mich nicht aufhalten, wenn es schon mal aufgehört hat zu regnen. Es war nämlich zwischenzeitlich Wedeln auf der Landstraße angesagt.
Ich fahr auf eine Mainfähre zu und Elise wird ganz fickerig ... Fähre fahren 😍
Ja, Erinnerungen kommen hoch an 2024, als ich viele Fährfahrten die norwegische Küste runter gemacht hatte. Hier musste ich 2 € zahlen und es ging die 50 Meter zum gegenüberliegenden Ufer.
Ich hab Durst und Elise auch. Es gibt einen Tankstopp. Für mich einen Schluck Wasser und für Elise feines Supa.
Auf den letzten Metern zum Campingplatz in Wildflecken bekomme ich wieder einen Regenschauer ab.
Einchecken, Zelt aufbauen, eine Flasche Bier für später zum Abendessen besorgen und die nassen Sachen im Aufenthaltsraum des Campingplatzes trocknen.
Ich mache mir eine Reispfanne, die gute von Uncle Ben's, und freu mich auf den Schluck Bier und meine Luftmatratze.
Leider soll es heute Nacht bewölkt bleiben, denn hier in der Rhön soll man richtig gut Sterne gucken können.
Meine Campingplatznachbarin kommt zu mir rüber, weil sie sehen will, was ich alles dabei habe. Ihr Mann ist mit seinen Spezln auf Motorradtour in Südfrankreich und sie mit dem Wohni in die Rhön.
Sie heißt Sabine, ist Vegetarierin, hat fünf Kinder, etliche Enkelkinder, ein Reihenhaus und ihr wurde ein Wohnmobil vor der Haustür in Bremen geklaut. Ach, ich weiß noch viel mehr über sie. Eine Psychologin ... und wir fachsimpeln ein wenig.
Es ist 20:00 Uhr. Ich mach noch ein wenig Bürokram, trinke mein Bier aus und freu mich auf die Luftmatratze.
Heute waren es sehr feuchte 347 km ... aber schee war's.Leia mais


















ViajanteDanke, daß ich mitreisen darf. 😍