• Tag 9 Bis irgendwo hinter Flam

    20. juni, Norge ⋅ ☁️ 11 °C

    Bei Borgund musste ich mich wieder mal in ein Bushäusl retten. Das hat vielleicht runtergeknüppelt. Der Sturm zuvor hatte das Wetter schon angekündigt. Ich habe bei dem Seitenwind auf der Straße Walzer getanzt.
    1-2-3 hin und 4-5-6 zurück.
    In Borgund bin ich an der alten Stabkirche vorbeigerollt. Das Holz ist aus dem Jahr 1180, und sie steht immer noch.
    Ich bin den Lærdalstunnel gefahren. Er ist mit 24,5 Kilometern der längste reine Straßentunnel der Welt.
    Boah, ey ... da hat's aber drin gestunken.
    Raus kommt man am Aurlandsfjord. Nein, ich habe nicht geschaut, ob meine Freunde, die Kreuzfahrer, da sind. Weil das nämlich auch ein beliebtes Ziel für AIDA und Co. ist.
    Pause bei Circle K.
    Ich treffe Peter aus Ravensburg, 66 Jahre alt und Rentner, auf dem Weg zum Nordkap mit einem Honda X-ADV-Roller. Er hatte in den letzten Jahren zwei Herzinfarkte, einen Schlaganfall, und die Bauchaorta ist ihm vor ein paar Monaten heftig geflickt worden.
    Wir haben uns supa unterhalten. Jeder hat aus seinem Leben erzählt.
    Seine Frau hat über die Reise gemault, und er sagte nur:
    „Wenn nicht jetzt, wann dann?“
    Recht hat er!
    Er kann nicht so viel essen, deshalb hat er mich genötigt, mit ihm die Pizza zu teilen. Ich habe ihn dafür auf einen Flatrate-Kaffee eingeladen.
    Von Flåm ist es nicht weit zum Campingplatz Vang Camping in Gudvangen. Dort habe ich nach einer Hütte gebettelt und ein Gartenhäusl mit einer sehr kleinen Heizung, Kochplatte und Kühlschrank für 58 Euro die Nacht bekommen.
    Wenn man sich lieb hat, passen auch zwei Personen ins Bett.
    Elise bleibt draußen und Tigger im Topcase bei der Dose Bier.
    Ich habe geduscht, fein gegessen – mein erstes Entrecôte – und denke, dass ich heute gut schlafen werde.
    Es waren klasse, feuchte, aber auch sonnige 309 Kilometer.
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