• Fulminantes Finale

    April 3 in Norway ⋅ ⛅ 3 °C

    Ich bin immer noch völlig neben der Spur.. Habe von 22.30 bis 2 Uhr Polarlicht fotografiert, es wollte gar nicht mehr aufhören...
    Ein neuer CMS ist gelandet, schon um 18 Uhr beschleunigte der Sonnenwind, und alle Werte waren am durchdrehen... Leider scheint da noch munter die Sonne. Ich hoffte, das er noch ein bisschen Energie behält, und bin zu meiner Spezialmole nach Kvalnes gefahren.
    Es war noch nicht dunkel, aber ich konnte schon bevor ich da war die grünen Streifen am Himmel leuchten sehen. Musste ich erstmal neben dem Bagger anhalten und eine Runde in alle Richtungen schießen. Es war wieder so dynamisch, da kann man sich gar nicht entscheiden...
    Dann bin ich aber doch weiter zu meinem Plätzchen gefahren, hier habe ich mehr Bewegungsfreiheit in alle Richtungen, denn man weiß ja nie, was als nächstes kommt. Es war allerdings ein recht anspruchsvolles fotografieren, mit vielen Widrigkeiten.
    Für den Ostblick ging ich bis an die Wassergrenze runter. Die weichen Graspolster, auf denen ich stand, boten leider dem Stativ keinen Widerstand, so das ich beim Fotografieren die Kamera in Richtung Boden drücken musste, damit es nicht wackelt. Da der Boden nachgab, habe ich aber dennoch eine Reihe an verwackelten Fotos.
    Nach einer Zeit stellte ich fest, das auch meine Füße schon eingesunken waren. Meine Schuhe waren bereits 1/2 unter Wasser, und die Socken naß.
    Letzteres habe ich aber erst zu Hause festgestellt, denn das Adrenalin hilt mich warm...
    Mittlerweile entwickelte sich aber eine Struktur im Osten. Dafür musste/durfte ich raus aus dem Sumpf und hoch auf die Mole. Auch hier war es schwer, das Stativ zu verankern, denn ich musste es mitten zwischen die Steinquader quetschen, da die mir sonst den Blick aufs Wasser genommen hätten.
    Da hatte der Wind leichtes Spiel, und wieder gab es einen Haufen Ausschuss. Na ja, man kann nicht alles haben... Andere nutzen ein super schweres Stativ und nehmen sich Stunden Zeit, das optimal einzurichten. In der Zeit habe ich dann schon 100 (unverwackelte) Aufnahmen gemacht.
    Und auch über mir explodierte die Corona. Mit rot, lila, blau zwischen dem grün war das gesamte Farbspektrum vorhanden. Einmal mehr habe ich mich geärgert, keinen anderen Stativkopf zu haben. Ein Kugelkopf ist zwar recht flexibel für den Normalgebrauch, aber um das schnelle und unberechenbare Nordlicht zu positionieren, und flexibel zwischen Querformat und Hochkant zu wechseln hätte ich anderes Gerät gebraucht...
    Ich war richtig froh, als gegen Mitternacht die Aktivität nachließ, und fuhr dann Richtung Heimat, nicht ohne zwischendrin immer mal für Probefotos anzuhalten.
    An einem meiner Lieblingsspots mit tollen Reflektionen hatte ich Glück und ich erwischte den nächsten Schub. Hier hatte ich nur einen 150° Winkel, die andere Seite war mit Strommasten und Bäumen verstellt, aber es hat auch so gereicht. Das war dann der 1 Uhr Ausbruch. Und auch den um 2 konnte ich noch mal an einer schönen Stelle festhalten.
    Jetzt wurde es allerdings schon anspruchsvoll, und ich hoffte auf Wolken, oder zumindest das Ende der Aktivitäten, denn ich lief langsam schon auf dem Zahnfleisch... Vor 20 Jahren hätte ich das noch besser wegstecken gekonnt.
    Zum Glück blieb der Himmel ruhig, nur ein bisschen flackerte noch, als ich das Auto abstellte, aber ich beschloss wegzusehen, und zum Haus zu stapfen. Brauchte sowieso noch eine gute Stunde, um runterzukommen und mich aufzuwärmen...

    Dabei hatte der Tag ganz harmlos angefangen...
    Da ich ja Milch brauchte, bin ich noch mal schnell nach Gimsøy gefahren. Dort gibt es einen 24h Laden, inden man sich mit Kreditkarte einlässt, und dann selbst seine Waren einscannen kann. Davor noch mal eine kleine Runde gefahren, abseits meiner Standarttour und einen Hafenspaziergang gemacht. Hier soll es Otter geben, habe aber keine gefunden. Dafür waren die Wolken und die Wellen herrlich.
    Nachmittags habe ich mich ein bisschen geschont, denn ich wollte ja in der Nacht mein Glück mit den Polarlichtern versuchen, denn es war sternklar und ein kleiner Sonnensturm angesagt. Mittlerweile ist es selbst um 22 Uhr noch zu hell, um Polarlicht zu kriegen. Das Zeitfenster zieht sich zu. Insofern war ich rundum glücklich mit meiner 54. Polarlicht Nacht. Vielleicht war es die letzte.
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