• Ausflug auf die Vesteralen

    April 10 in Norway ⋅ ☀️ 9 °C

    Zum Glück war schon alles vorbereitet, trotzdem dauert es seine Zeit, alles ins Auto zu verstauen, und dann noch den ganzen Müll zusammen zu packen, den will ich dann gleich mit entsorgen...

    Eigentlich hätte ich ja noch eine n Arzttermin gehabt, um Tabletten nachzubestellen. Dann hatte ich ich aber ausgerechnet, das sie bis nach Hause reichen, konnte den Termin aber nicht mehr stornieren...
    Und dann ruft doch tatsächlich der Arzt an, ob es mir gut geht, er hätte sich Sorgen gemacht, das ich nicht gekommen bin! Sowas sollte es in D mal geben!

    Um 11 bin ich endlich losgekommen, strahlend blauer Himmel, so ein richtiges Urlaubswetter 🌞. Mit super Laune bin ich unterwegs, fahre gemütlich, denn ich habe Zeit und muss außerdem meine Radlager schonen. Habe schon gemerkt, das ich bei Spurrillen schnell die Kontrolle über das Fahrzeug verliere, wenn ich einschlagen muss.
    Und dann winkt mich doch 15km hinter Svolvær ein Polizist auf den Parkplatz. Ich wäre in einer 50ger Zone 6km/h zu schnell gefahren ...
    Also mit den Geschwindigkeiten hier ist echt ein Kreuz, es stehen ständig kleine Häuschen am Straßenrand, mal mehr, mal weniger. Die Geschwindigkeit ist dann mal bei 60, mal bei 70 oder 80 und ganz manchmal für ein kurzes Stück auch auf 50. So eins muss ich erwischt haben, ich habe das Schild definitiv nicht gesehen, und ich gebe mir richtig Mühe, nicht zu schnell zu fahren... Wisst ihr was der Spaß mich jetzt kostet? 3000Kronen, fast 280!
    Da habe ich lange gebraucht, das zu verdauen, um meine Laune wieder halbwegs hoch zu bekommen. Denn es nützt ja nichts, so ein Geldverlust und dann noch schlechte Laune, da kann ich gleich ganz einpacken...
    Als ich in Fiskebøl auf die Fähre fuhr, ging es mir gleich ein bisschen besser, da kommt dann doch Urlaubsfeeling auf, wenn man auf Deck steht und sich den Wind um die Nase wehen lässt.
    Die Fahrt über die vielen Inseln, verbunden über große Brücken war herrlich, anfangs immer noch die schneebedeckten Berge der Lofoten zur Rechten, vorne am Fjord viele alte, malerische Bootsschuppen. Und jede Menge Seevögel, die in den Marschen unterwegs waren. Aaaaber: mal wieder nirgendwo Haltebuchten, damit man mal ein Foto machen kann... Und die Hauptstraße recht befahren.
    Später ging es dann durchs Inland. Auch ein phantastischer Weg, durch tolle Moorlandschaften, Krüppelbirken, immer wieder eingeschnittene Fjorde... Und nur gelegentlich mal eine Haltebucht.
    An einer, an der ich angehalten habe, lernte ich Frank kennen.
    Er sah schon recht verwegen aus, mit seinen eingewohnten Klamotten und dem 28 Tage Bart. Aber das war kein Wunder. Er war mit seinem Liegefahrrad unterwegs, jetzt seit 1,5 Jahren und hat den Winter in Nordnorwegen verbracht. Dabei hat er jede Nacht in der Natur geschlafen, auch bei Temperaturen unter -30°Grad. Respekt, kann ich da nur sagen.
    Frank kommt aus der Schweiz, ist 30 Jahre alt und hat genug Geld verdient, um 3 Jahre frei zu machen. In der Zeit macht er eine Europatour.
    Das liebe ich so am Reisen, man lernt immer mal abgefahrene Leute kennen.
    Die Strecke bis in den Norden Andoyas zog sich ganz gut, eigentlich "nur" 280 km ungefähr, aber verteilt über 7 Inseln, auf kleinen Wegen, auch wenn sich manche von denen Hauptstraße nennen.
    Warum ich so gehetzt bin? Ich wollte unbedingt die potentiell letzte Aurora Nacht in Blaik am Strand verbringen. Hier habe ich am 31. August mein 1. der Saison fotografiert, so wollte ich den Kreis dann schließen.
    ...
    Fortsetzung im nächsten Footprint
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