• Südwärts

    April 12 in Norway ⋅ ⛅ 10 °C

    Die 2. kurze Nacht... Morgens bin ich natürlich auch immer früher wach, denn spätestens ab 5, wenn es draußen hell ist, schmeißt mein Körper die Melatonin Produktion an, egal wann ich schlafen gegangen bin.
    Das heißt aber nicht, das ich um 8 Uhr schon wach bin, selbst wenn ich da schon Kaffee trinke.
    Ich beschließe, einfach nach Hause zu fahren, und zu schauen, wie weit ich heute komme. Bin ja stressbefreit...
    Mein erster Stopp ist die Vogelbeobachtungshütte bei Marmelkroken, Bø. Irgendwas muss ich da aber missverstanden haben, denn ich dachte ja, ich könnte dort Vögel beobachten...
    Aber eigentlich war es genau umgekehrt. Die Vögel (das ganze Ufergebiet war voll) beobachteten die Hütte, und als ich näher kam, erhoben sie ein großes Geschrei, warnten sich gegenseitig und machten sich dann davon. Einzig ein paar Möven blieben auf ihren Steinen im Wasser sitzen.
    Und die Hütte hatte eine eigenartige Form: Eine verglaste Scheibe Richtung Meer und eine verglaste Scheibe in der Mitte der Hütte, sitzen konnte man dann auf der rechten oder linken Seite. Toll als verglaster Windschutz, aber die Vögel kamen nicht zurück, solange ich da saß...
    Nachdem die Vögel die Hütte lang genug beobachtet hatten, ging ich zurück und fuhr weiter.
    Ich traf Frank noch mal auf einem Parkplatz und hielt noch mal an für einen Plausch. Er war auch schon wieder auf dem Rückweg, denn er wußte nicht, das die Fähre von Andoya nach Senja nur im Sommer fährt und war entsprechend enttäuscht.
    Ich gondelte mit kleinen Zwischenstopps die Küste hinunter. Klar hätte ich es noch bis nach Hause schaffen können, aber ich wollte einfach gemütlich machen und noch mal draußen schlafen, hab schon fast vergessen, wie schön das sein kann.
    Ich suchte mir einen schönen Schlafplatz auf Hadseløya, der 3. Insel des Tages, und nur noch 3 Inseln von meiner Hütte entfernt.
    Auch den kenne ich noch vom August, an einer Nebenstraße gelegen und mit herrlichem Meeresblick, südlich auch auf die schneebedeckten Berge der Lofoten.
    Und natürlich spekulierte ich - zumindest ein winziges bisschen auf Polarlicht. Nach über 7 Monaten Aurorahunting ist das in Fleisch und Blut übergegangen, sobald es klar ist in den Himmel zu schauen.
    Entsprechend saß ich auch noch nach Mitternacht auf meinem Sessel, aber es wurde und wurde einfach nicht dunkel, und das Magnetfeld zeigte keine Störungen an... Also ging ich ins Bett. Es wird wohl noch eine ganze Zeit lang dauern, bis ich das Aurora suchen lassen kann...
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