22.12. – Anreise nach Marrakesch: Vom Schwabenländle ins kontrollierte Chaos
Die Anreise verlief verdächtig reibungslos. Pünktlicher Abflug in Stuttgart, pünktliche Landung in Marrakesch. Man wird ja misstrauisch, wenn alles funktioniert.
Am Flughafen dann der Realitätsabgleich: sehr lange Schlangen bei Immigration und Zoll. Der Afrika-Cup läuft gerade, und gefühlt ganz Nordafrika hatte denselben Reiseplan wie wir. Viel Geduld, wenig Sitzgelegenheiten, aber immerhin Zeit zum Leutezählen und Klimaumstellung.
Irgendwann geschafft, raus aus dem Flughafen, rein ins Taxi. Ziel: unser Riad im östlichen Teil der Medina. Und das liegt wirklich schön. Ruhiger Innenhof, liebevoll hergerichtet, Zimmer sehr stilvoll – ein kleiner Oasenmoment nach dem Behörden-Parcours.
Danach direkt zu Fuß los in die Medina. Erstes großes Ziel: Djemaa el Fna, der berühmte zentrale Platz. Akrobaten, Schlangenbeschwörer, Affendompteure, Saftverkäufer – ein bisschen Zirkus, ein bisschen Mittelalter, ein bisschen „Was passiert hier eigentlich gerade alles gleichzeitig?“.
Von dort treiben wir durch die engen Gassen der Medina und lassen Marrakesch ungefiltert auf uns einprasseln: intensive Gerüche, Muezzin-Gesang aus allen Richtungen, Farben, Menschen, Mofas mit gefühlt null Bremsen, Gewürzberge, Geräusche, Chaos mit System. Reizüberflutung Level Marokko.
Abendessen dann klassisch und sehr willkommen: Harira-Suppe. Maje bekommt eine vegetarische Tajine, der Rest Fleisch, dazu Salat und Pommes – internationale Verständigung über Beilagen funktioniert immer.
Dank Maje (Navigationsinstinkt) und Google Maps (digitale Lebensversicherung) finden wir tatsächlich unser Riad wieder. Ziemlich erledigt, leicht desorientiert, aber sehr zufrieden fallen wir ins Bett.
Tag 1 geschafft. Marrakesch hat gewonnen, wir ergeben uns freiwillig.Read more