• Tizzi n Tichka & Kasbah Telouet

    December 23, 2025 in Morocco ⋅ ☀️ 7 °C

    23.12. – Tag 2: Von Marrakesch ins Atlas-Gebirge. Wuseligkeit, Schnee und die erste Kasbah

    Nach einem marokkanischen Frühstück in unserem wirklich sehr hübschen Riad (Minztee, Brot, alles süß, alles lecker, alles macht sofort wieder Hunger) ging es mit dem Taxi Richtung Flughafen. Natürlich nicht ganz pünktlich. Marokko mag Zeit, wir lernen noch.

    Am Flughafen übernehmen wir unseren Mietwagen, einen tapferen kleinen T-Roc, der offenbar nicht wusste, was noch auf ihn zukommt. Die ersten Kilometer rund um Marrakesch sind… nennen wir es lebendig. Autos, Fahrräder, Mofas, Esel, Menschen, alles gleichzeitig, alles ohne erkennbare Vorfahrtsregeln. Positiv festzuhalten: Ich habe niemanden überfahren. Ein persönlicher Erfolg.

    Kurzer Pflichtstopp im Supermarkt: Wasser und Snacks bunkern, denn Erfahrung lehrt, dass man im Atlas nicht spontan an jeder Ecke ein Croissant bekommt. Dann geht es los Richtung Gebirge.

    Mit jedem Kilometer wird die Straße steiler, die Landschaft karger und der Verkehr übersichtlicher. Irgendwann taucht tatsächlich Schnee auf – unerwartet, aber sehr fotogen. Oben am Tizi-n-Tichka-Pass dann das volle Kontrastprogramm: tiefblauer Himmel, weißer Schnee, weiter unten grüne Wälder und rote Felsen. Marokko zeigt schon mal, was es alles kann.

    Ein paar Kilometer hinter der Passhöhe biegen wir links ab Richtung Telouet. Ziel: die Kasbah von Telouet. Die Straße wird schmaler, die Umgebung rauer, und man merkt sofort: Hier beginnt das Marokko jenseits der Postkarten. Genau deshalb sind wir hier.

    Die Kasbah von Telouet selbst besteht aus drei Teilen: Ein sehr alter Abschnitt, etwa 300 Jahre alt, ein etwas jüngerer Teil mit rund 120 Jahren auf dem Buckel – und leider auch Bereiche, die beim großen Erdbeben vor einigen Jahren schwer beschädigt wurden. Viel Pracht, viel Verfall, viel Geschichte. Eindrucksvoll und ein bisschen melancholisch.

    Unser lokaler Führer ließ uns danach natürlich nicht einfach so gehen. Stattdessen wurden wir sehr herzlich zu Tee eingeladen, durften Teppiche bestaunen (mit fachkundiger Erklärung, warum genau dieser jetzt wirklich etwas ganz Besonderes ist) und bekamen eine Einführung in die Welt des Arganöls. Kaufzwang? Nein. Freundlicher Nachdruck? Absolut.

    So endet unsere erste echte Etappe: Atlas, Schnee, Geschichte, Tee – und die leise Erkenntnis, dass man in Marokko selten einfach nur „besichtigt“. Man wird immer gleich mitbetreut.
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