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Marokkos Süden

Wie fliehen mal wieder aus dem weihnachtlichen Deutschland. Zum überwintern reicht es zwar nicht, aber den Jahreswechsel bleiben wir mal in Marokko 🇲🇦 Baca selengkapnya
  • Awal trip
    22 Desember 2025

    Anreise

    22 Desember 2025, Maroko ⋅ 🌙 13 °C

    22.12. – Anreise nach Marrakesch: Vom Schwabenländle ins kontrollierte Chaos

    Die Anreise verlief verdächtig reibungslos. Pünktlicher Abflug in Stuttgart, pünktliche Landung in Marrakesch. Man wird ja misstrauisch, wenn alles funktioniert.
    Am Flughafen dann der Realitätsabgleich: sehr lange Schlangen bei Immigration und Zoll. Der Afrika-Cup läuft gerade, und gefühlt ganz Nordafrika hatte denselben Reiseplan wie wir. Viel Geduld, wenig Sitzgelegenheiten, aber immerhin Zeit zum Leutezählen und Klimaumstellung.

    Irgendwann geschafft, raus aus dem Flughafen, rein ins Taxi. Ziel: unser Riad im östlichen Teil der Medina. Und das liegt wirklich schön. Ruhiger Innenhof, liebevoll hergerichtet, Zimmer sehr stilvoll – ein kleiner Oasenmoment nach dem Behörden-Parcours.

    Danach direkt zu Fuß los in die Medina. Erstes großes Ziel: Djemaa el Fna, der berühmte zentrale Platz. Akrobaten, Schlangenbeschwörer, Affendompteure, Saftverkäufer – ein bisschen Zirkus, ein bisschen Mittelalter, ein bisschen „Was passiert hier eigentlich gerade alles gleichzeitig?“.

    Von dort treiben wir durch die engen Gassen der Medina und lassen Marrakesch ungefiltert auf uns einprasseln: intensive Gerüche, Muezzin-Gesang aus allen Richtungen, Farben, Menschen, Mofas mit gefühlt null Bremsen, Gewürzberge, Geräusche, Chaos mit System. Reizüberflutung Level Marokko.

    Abendessen dann klassisch und sehr willkommen: Harira-Suppe. Maje bekommt eine vegetarische Tajine, der Rest Fleisch, dazu Salat und Pommes – internationale Verständigung über Beilagen funktioniert immer.

    Dank Maje (Navigationsinstinkt) und Google Maps (digitale Lebensversicherung) finden wir tatsächlich unser Riad wieder. Ziemlich erledigt, leicht desorientiert, aber sehr zufrieden fallen wir ins Bett.
    Tag 1 geschafft. Marrakesch hat gewonnen, wir ergeben uns freiwillig.
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  • Tizzi n Tichka & Kasbah Telouet

    23 Desember 2025, Maroko ⋅ ☀️ 7 °C

    23.12. – Tag 2: Von Marrakesch ins Atlas-Gebirge. Wuseligkeit, Schnee und die erste Kasbah

    Nach einem marokkanischen Frühstück in unserem wirklich sehr hübschen Riad (Minztee, Brot, alles süß, alles lecker, alles macht sofort wieder Hunger) ging es mit dem Taxi Richtung Flughafen. Natürlich nicht ganz pünktlich. Marokko mag Zeit, wir lernen noch.

    Am Flughafen übernehmen wir unseren Mietwagen, einen tapferen kleinen T-Roc, der offenbar nicht wusste, was noch auf ihn zukommt. Die ersten Kilometer rund um Marrakesch sind… nennen wir es lebendig. Autos, Fahrräder, Mofas, Esel, Menschen, alles gleichzeitig, alles ohne erkennbare Vorfahrtsregeln. Positiv festzuhalten: Ich habe niemanden überfahren. Ein persönlicher Erfolg.

    Kurzer Pflichtstopp im Supermarkt: Wasser und Snacks bunkern, denn Erfahrung lehrt, dass man im Atlas nicht spontan an jeder Ecke ein Croissant bekommt. Dann geht es los Richtung Gebirge.

    Mit jedem Kilometer wird die Straße steiler, die Landschaft karger und der Verkehr übersichtlicher. Irgendwann taucht tatsächlich Schnee auf – unerwartet, aber sehr fotogen. Oben am Tizi-n-Tichka-Pass dann das volle Kontrastprogramm: tiefblauer Himmel, weißer Schnee, weiter unten grüne Wälder und rote Felsen. Marokko zeigt schon mal, was es alles kann.

    Ein paar Kilometer hinter der Passhöhe biegen wir links ab Richtung Telouet. Ziel: die Kasbah von Telouet. Die Straße wird schmaler, die Umgebung rauer, und man merkt sofort: Hier beginnt das Marokko jenseits der Postkarten. Genau deshalb sind wir hier.

    Die Kasbah von Telouet selbst besteht aus drei Teilen: Ein sehr alter Abschnitt, etwa 300 Jahre alt, ein etwas jüngerer Teil mit rund 120 Jahren auf dem Buckel – und leider auch Bereiche, die beim großen Erdbeben vor einigen Jahren schwer beschädigt wurden. Viel Pracht, viel Verfall, viel Geschichte. Eindrucksvoll und ein bisschen melancholisch.

    Unser lokaler Führer ließ uns danach natürlich nicht einfach so gehen. Stattdessen wurden wir sehr herzlich zu Tee eingeladen, durften Teppiche bestaunen (mit fachkundiger Erklärung, warum genau dieser jetzt wirklich etwas ganz Besonderes ist) und bekamen eine Einführung in die Welt des Arganöls. Kaufzwang? Nein. Freundlicher Nachdruck? Absolut.

    So endet unsere erste echte Etappe: Atlas, Schnee, Geschichte, Tee – und die leise Erkenntnis, dass man in Marokko selten einfach nur „besichtigt“. Man wird immer gleich mitbetreut.
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  • Ounila Tal & Ait Ben Haddou

    23 Desember 2025, Maroko ⋅ ☀️ 13 °C

    23.12. – Tag 2, Etappe 2: Durch das Ounila-Tal nach Aït Ben Haddou

    Nachdem ausreichend Geld für Arganöl ausgegeben wurde (rein aus kulturellem Interesse, selbstverständlich), setzen wir unsere Fahrt fort. Von Telouet geht es durch das Ounila-Tal weiter nach Süden. Und diese Strecke ist schlicht spektakulär.

    Die Landschaft wird dramatischer mit jedem Kilometer: schroffe rote Felsen, ein tiefer Canyon, eine zunehmend palmenreiche Vegetation. Die Straße ist meist einspurig, Gegenverkehr kommt überraschend, aber irgendwie funktioniert es. Ortschaften kleben wie Schwalbennester an den Felswänden, jedes Dorf mit einem frisch herausgeputzten Minarett, als hätte man gewusst, dass wir heute vorbeikommen.

    Irgendwann erreichen wir Aït Ben Haddou. Und ja, hier ist wieder Großprogramm angesagt. Die große Kasbah, um einen Hügel gebaut, UNESCO-Welterbe und bestens trainierte Filmkulisse. Hier wurden unter anderem Gladiator und Game of Thrones gedreht. Man erkennt alles sofort – auch wenn man zwischendurch nicht weiß, ob man gerade in einem historischen Bauwerk steht oder in einer sehr gut gealterten Filmkulisse.

    Drumherum viele kleine Läden, die alle ungefähr dasselbe verkaufen (fairerweise: durchaus hübsche Dinge), dazu viele Touristen aus aller Welt, inklusive Fernost. Trotzdem: Die Ausblicke sind grandios. Gegen Abend wird das Licht weich, gelb-rot-braun, und plötzlich ist klar, warum genau dieser Ort immer wieder als Bühne herhalten muss.

    Danach Check-in im Hotel. Wieder hervorragendes Essen, große Erleichterung bei allen Beteiligten. Es gibt sogar einen Pool – theoretisch. Praktisch war er uns allen zu kalt. Man kann nicht alles haben.
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  • Agdz

    24 Desember 2025, Maroko ⋅ ☀️ 14 °C

    24.12. – Tag 3: Von Aït Ben Haddou nach Agdz. Oasen, Wasser und ein Heiligabend im Palmenhain

    Nach einem entspannten Frühstück verlassen wir Aït Ben Haddou und fahren weiter Richtung Süden. Die Straße windet sich aus der Höhe des Atlas hinab, durch felsige Landschaft mit steilen Abbrüchen. Viel Stein, wenig Farbe, klare Linien. Der Übergang vom Gebirge ins Tal ist eindrucksvoll und ziemlich langsam – landschaftlich wie mental.

    Kurz darauf biegen wir links ab zu den Wasserfällen von Tizgui. Nach einem kurzen Fußweg hinein in die Schlucht stehen wir plötzlich in einer kleinen, fast unreal wirkenden Oase. Palmen, dichtes Grün, Moose und Pflanzen entlang der Felswände. Aus dem Gestein tropft Wasser, sammelt sich in kleinen Becken, rinnt weiter. Kein Spektakel, kein tosender Wasserfall – eher ein leises, dauerhaftes Leben im völligen Gegensatz zur umliegenden Steinwüste. Und das bei erstaunlich angenehmen Temperaturen.

    In der Schlucht kann man noch ein paar Meter weiter hinaufgehen, dann wird es enger. Ein kleines Café liegt direkt am Wasser, schlicht, ruhig, genau am richtigen Ort.

    Zum Abschied gibt uns der Cafébesitzer noch ein Mittagessen zum Mitnehmen mit – allerdings nicht für uns, sondern für seinen Vater. Der wartet oben am Parkplatz, ist gleichzeitig Parkplatzwächter und Empfänger des Essens. Unsere Aufgabe: das Essen übergeben und dafür selbstverständlich die Parkgebühr bezahlen. Logistisch leicht schräg, menschlich sehr stimmig.

    Danach fahren wir weiter durch das Draa-Tal nach Agdz. Die Palmenhaine werden dichter, das Tal weiter. Unser Hotel, Les Chants des Palmiers, liegt mitten im Palmenhain. Die Palmen rascheln im Wind, leise, konstant, fast meditativ.

    Am Nachmittag machen wir noch einen kurzen Spaziergang durch den Palmenhain, vorbei an einer verlassenen Kasbah und einem Esel. Begleitet werden wir dabei hartnäckig von einer Katze, die offenbar beschlossen hat, dass wir zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehören.

    Abends geht es hinauf in den Ort zum Heiligabendessen. Maje bekommt eine vegetarische Tajine, Kerstin und ich Spieße mit Rind- und Putenfleisch. Dazu marokkanischer Salat, Avocado-Shake und der Blick auf den Marktplatz. Unaufgeregt, stimmungsvoll, genau richtig.

    Für die Nacht gibt es im Zimmer sogar einen Gasofen, der erstaunlich gut wärmt. Allerdings mit der klaren Anweisung, ihn vor dem Einschlafen unbedingt auszuschalten. Wir halten uns daran. Weihnachten in Agdz – sicher, ruhig und begleitet vom Rascheln der Palmen
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  • SAHARA

    25 Desember 2025, Maroko ⋅ ☀️ 19 °C

    25.12. – Tag 4: Von Agdz über Zagora und M’Hamid ins Erg Chegaga. Jetzt wird’s ernst.

    Geschlafen haben wir hervorragend im Palmenhain von Agdz. Die Palmen rascheln zuverlässig, der Gasofen hat uns nicht umgebracht, also alles richtig gemacht. Nach dem Frühstück decken wir uns noch mit süßen Teilchen ein: Baklava und Cornes de Gazelle, denn Zucker hilft bekanntlich bei Wüstenüberquerungen.

    Am Ortsausgang von Agdz geraten wir direkt in einen großen Markt. Wild durcheinander gibt es hier wirklich alles: Secondhand-Kleidung, Obst, Gemüse, Tiere, Elektromotoren, Staubsauger, Bücher und Antiquitäten. Eine Art analoges Amazon, nur ohne Suchfunktion und Rückgaberecht.

    Dann geht es weiter durchs beeindruckende Draa-Tal Richtung Zagora. Palmen, Lehm, Weite. In Zagora kurzer Stopp: Kaffee, Patisserie, Zivilisation. Und natürlich das berühmte Schild: 52 Tage bis Timbuktu. Wird fotografiert. Pflicht. Wir fahren trotzdem nicht nach Timbuktu.

    Hinter Zagora verändert sich die Landschaft spürbar. Grün verschwindet, Stein übernimmt. Die Straße führt durch die Steinwüste bis nach M’Hamid, wo wir unser Auto gegen ein deutlich geländetauglicheres Toyota-Gefährt mit Fahrer tauschen. Ab hier wird nicht mehr diskutiert, sondern gefahren.

    Die nächsten rund 55 Kilometer gehen durch die Ausläufer der Sahara. Teilweise steinig, teilweise direkt durch den Sand. Zwischendurch ein Stopp zum Fossilien-Suchen. Tatsächlich finden wir welche, was überraschend befriedigend ist und sofort das Gefühl vermittelt, wissenschaftlich tätig zu sein.

    Am Ende werden wir am Fuß der größten Düne des Erg Chegaga abgeladen. Unser Wüstencamp besteht aus acht Zelten, vielen Decken und sehr viel Staub. Alles ist staubig. Der Wind weht, und man akzeptiert schnell, dass Widerstand zwecklos ist. Die Lage allerdings: spektakulär, mitten zwischen den Dünen.

    Danach Kamelreiten. Oder Dromedarreiten. Ein Höcker, also Dromedar. Die Tiere sind erstaunlich gelassen, wir eher nicht, aber es funktioniert.

    Zurück im Camp die freundliche Ansage:
    „In 20 Minuten geht die Sonne unter. Der beste Aussichtspunkt ist oben auf der Düne.“
    Die Düne liegt gefühlt 500 Höhenmeter über uns. Hochgehen bedeutet: ein Schritt vor, drei zurück. Sehr effektiv für Demut und Puls.

    Mit leichtem Sauerstoffmangel, viel Sand in den Schuhen und einer gewissen Sturheit schaffen wir es rechtzeitig nach oben. Der Sonnenuntergang entschädigt für alles: Licht, Farben, Stille. Sahara-Magie, ganz ohne Filter.

    Zurück im Camp wartet das Abendessen: eine wirklich hervorragende Tajine mit schönen Röstaromen. Danach Lagerfeuer. Die Camp-Crew trommelt, klappert, singt. Sehr rhythmisch, sehr mitreißend, sehr unterhaltsam. Man sitzt im Sand, schaut ins Feuer und denkt: Ja. Genau deshalb macht man sowas
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  • Foum Zguid ⵉⵎⵉ ⵥⴰⴳⴳⵉⴷ فم زكيد

    26 Desember 2025, Maroko ⋅ ☁️ 14 °C

    26.12. – Tag 5: Vom Erg Chegaga zurück nach Zagora und weiter nach Foum Zguid

    Die Nacht in der Wüste war kalt. Richtig kalt. Allerdings waren wir mit gefühlt acht sehr schweren Wolldecken ausgestattet, alle gleichmäßig mit feinstem Sahara-Staub imprägniert. Gefroren haben wir trotzdem nicht – höchstens die Füße ein kleines bisschen. Das zählt nicht.

    Dafür wurden wir mit einer sternenklaren Nacht belohnt, wie man sie sonst nur aus Apps kennt. Milchstraße, Plejaden, Jupiter, Cassiopeia und vermutlich noch einiges mehr. Man müsste die nur alle sicher benennen können. Der Himmel war auf jeden Fall eindeutig überqualifiziert.

    Pünktlich zum Sonnenaufgang steigen wir wieder auf eine Düne in Campnähe. Das bewährte Prinzip gilt weiterhin: ein Schritt vor, drei zurück. Vorteil: Man friert dabei garantiert nicht. Oben dann der Lohn der Mühe: ein sagenhafter Sonnenaufgang über den Dünen der Sahara. Licht, Farben, Stille. Postkartenmotiv, aber echt.

    Mit ordentlich Sand in den Schuhen geht es zurück ins Camp. Frühstück gibt es auch – eher funktional als üppig. Erwähnenswert ist weniger das Essen als die Katzen, die mit großer Professionalität versuchten, uns dieses wieder abzunehmen.

    Danach fahren wir mit unserem Fahrer Hamsa zurück Richtung M’Hamid. Unterwegs begegnet uns tatsächlich ein Mercedes-Wohnmobil aus Deutschland. Mentale Notiz: Das brauche ich beim nächsten Mal auch.

    In M’Hamid steigen wir wieder auf unseren Mietwagen um und fahren weiter Richtung Foum Zguid. Die Strecke ist landschaftlich sehr spannend, zieht sich zum Ende hin aber dann doch ganz ordentlich. Wüste kann lang.

    Untergebracht sind wir in einem einfachen, aber schönen Hotel, inklusive Pool mit Brunnenkalt-Wassertemperatur. Mutige hätten schwimmen können. Wir nicht.

    Ein kurzer Bummel durch den Ort bringt überschaubare Erkenntnisse. 10.000 Einwohner mitten in der Steinwüste haben naturgemäß kein überbordendes Angebot an Sehenswürdigkeiten. Macht nichts.

    Jetzt warten wir auf das Abendessen. Nach diesem Tag ist das auch völlig ausreichend Programm
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  • Foum Zguid - Tafraoute

    27 Desember 2025, Maroko ⋅ 🌧 8 °C

    27.12. – Tag 6: Von Foum Zguid nach Tafraoute. Kalt, steinig, überraschend nass

    Der Morgen in Foum Zguid beginnt mit einer klaren Ansage: 0 °C Außentemperatur, aber strahlender Sonnenschein. Wüste kann also auch Frost. Frühstück gibt es im urigen Frühstückssaal, international bunt gemischt: Engländer, Deutsche, Radfahrer, arabisch sprechende Gäste. Eine sehr globale Runde, vereint durch kalte Finger und Kaffee.

    Dann starten wir Richtung Tafraoute. Erst wieder hinaus in die Steinwüste. Links und rechts faszinierende Felsformationen: gefaltete Geologie, teilweise gebogen, teilweise scheinbar senkrecht aus dem Boden gestanzt. Das sieht nicht zufällig aus, das sieht nach sehr viel Erdgeschichte aus.

    Immer wieder tauchen Ziegen, Kamele und Nomaden in der Landschaft auf, scheinbar zufällig verteilt. Dazwischen Schirmakazien, die stark an ostafrikanische Savannen erinnern. Und dann, völlig unerwartet: ein kleiner Wasserfall mitten in der Steinwüste. Kein großer Auftritt, aber genug, um kurz anzuhalten und den Kopf zu schütteln.

    Unterwegs stoßen wir auch auf Petroglyphen, in den Fels geritzte Zeichen vergangener Zeiten. Man steht davor, schaut, versucht etwas zu erkennen und nickt dann respektvoll, auch wenn man nur einen Teil wirklich einordnen kann.

    Irgendwann geht es hinauf in die Berge, auf über 2000 Meter. Die Straße wird schmal, stellenweise einspurig, eher Sträßchen als Straße. Dann ziehen Wolken auf, die Sicht wird schlechter, und plötzlich regnet es. Von dem großartigen Bergpanorama bleibt nur noch eine Ahnung. Die Straßen sind teilweise überschwemmt, vorher trockene Bachdurchfahrten und kleine Furten im Straßenverlauf erfordern Vorsicht. Konzentration statt Panorama.

    Schließlich erreichen wir unsere Unterkunft Chez Amaliya, in niederländischer Hand. Es ist windig, es ist kalt. Im Salon läuft ein Gasbrenner, um den sich bereits die komplette niederländische Gästeschaft versammelt hat. Zum Glück finden wir noch einen Platz. Wärme wird hier gemeinschaftlich organisiert.

    Das Abendessen entschädigt für alles. Sehr lecker. Besonders erwähnenswert: meine Pastilla – eine Art Pastete im knusprigen Teig, gefüllt mit Hühnchen, Nüssen und Mandeln, bestäubt mit Puderzucker und Zimt. Klingt falsch, schmeckt großartig.

    Der Schlafraum ist schließlich gar nicht so kalt wie befürchtet. Zum ersten Mal erfüllt die Klimaanlage ihren eigentlichen Zweck und gibt tatsächlich Wärme ab. Ein kleines technisches Wunder am Ende eines sehr abwechslungsreichen Tages.
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  • Wasser, Felsen und Stromausfall deluxe

    28 Desember 2025, Maroko ⋅ 🌙 13 °C

    28.12. – Tag 7: Von Tafraoute nach Taroudannt. Wasser, Felsen und Stromausfall deluxe

    Früher Start in Tafraoute bei Chez Amaliya. Draußen zeigt sich die Sonne stellenweise wieder, allerdings nur, um kurz Hoffnung zu machen. Dazwischen viele dunkle Wolken, aus denen es immer wieder regnet. Die Straßen sind teilweise überschwemmt, und es folgen mehrere Wasserdurchfahrten durch braunes, wenig vertrauenerweckendes Wasser.

    Kerstin fährt das alles erstaunlich souverän. Heroisch, könnte man sagen. Angst haben nur die Beifahrer. Das scheint aber System zu haben.

    Nach einem kleinen Umweg – nicht wegen überschwemmter Straßen, sondern wegen eines Navigationsfehlers meinerseits – landen wir bei den blauen Felsen. Teile der Reisegruppe sind sehr beeindruckt (ich). Andere Teile, insbesondere Teile der Damenwelt (nicht Maje), bleiben eher verhalten. Kunst ist eben Geschmackssache.

    Später tauchen noch weitere geologische Highlights auf: der sogenannte Hut Napoleons (ein spitzer Fels, der mit Napoleon vermutlich nie Kontakt hatte) und der Elefant – wobei Letzterer nicht von allen gesehen wurde. Man braucht offenbar Fantasie. Oder die richtige Perspektive.

    Danach geht es weiter über kleine, kurvige Sträßchen, hoch in die Berge und wieder hinunter, bis wir schließlich Taroudannt erreichen.

    Die Stadt wurde 1056 gegründet und war früher ein wichtiges Handels- und Reisezentrum für Karawanen Richtung Westafrika. Gehandelt wurde unter anderem mit Gold, Sklaven, Zuckerrohr, Indigo, Reis und Baumwolle. Heute ist Taroudannt vollständig von einer Stadtmauer umgeben und wirkt wie Marrakesch in kompakt.

    In der Stadt herrscht ordentlich Betrieb: Fußgänger, Hunde, Autos, Mofas, Geister-Mofas, Souk, Kleidung, Essen. Alles gleichzeitig. Marrakesch-Gefühl, aber ohne die ganz große Reizüberflutung.

    Unser Hotel, das Riad Maryam, ist wieder sehr schön gestaltet, mit großem Innenhof. Zum Abendessen gibt es erst Suppe (wie immer), dann sehr gute Vorspeisen mit verschiedenen Pasten und Gemüse, und zum Abschluss für alle eine Tajine – teils vegetarisch, teils nicht.

    Das Hotel ist komplett ausgebucht. Alle Gäste drehen ihre Klimaanlagen auf „warm“. Das System reagiert prompt und schenkt uns noch einen kostenlosen Stromausfall dazu. Marokkanische Energiebilanz: ehrlich und konsequent
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  • Paradise Valley

    29 Desember 2025, Maroko ⋅ ☁️ 14 °C

    29.12. – Tag 8: Von Taroudannt über Agadir ins Paradise Valley

    Der Morgen in Taroudannt beginnt kalt. Nicht emotional, sondern ganz konkret. Frühstück im Innenhof, der nach oben offen ist, sorgt für frische Temperaturen und die leise Frage, warum Innenhöfe im Winter immer wie Kühlschränke funktionieren.

    Wir schnappen unsere Rucksäcke und marschieren zum Auto, das wir vor der Medina geparkt haben. Parkgebühr für eine Nacht: 20 Dirham, also rund zwei Euro. Dafür kann man nicht mal in Deutschland schief anschauen. Absolut verschmerzbar.

    Dann geht es auf guten Straßen Richtung Agadir, sogar ein kurzes Stück mautpflichtige Autobahn ist dabei. In Agadir selbst wird es wieder quirlig. Drei Spuren pro Richtung, ebenso im Kreisverkehr – theoretisch. Praktisch schneiden die Marokkaner den Kreisverkehr so, dass maximal zwei Spuren gleichzeitig passen. Beim Rausfahren landet man zuverlässig auf einer anderen Spur als der, auf der man reingefahren ist. Physik? Optional. Hier ist volle Aufmerksamkeit gefragt, damit es keinen Blechschaden gibt. Dazwischen immer noch Mofas und Rollerfahrer, die offenbar ein eigenes Regelwerk benutzen.

    Eingekauft wird im größten Supermarkt von Agadir. Auf der Liste: Arganöl, Safran, Baguette, Gewürze, Mandelmus, Käse und natürlich Cornes de Gazelle – unser Lieblingsgebäck in Marokko. Sie sehen aus wie Vanillekipferl, bestehen aus Marzipan und sind überraschend wenig süß. Gefährlich gut.

    Danach ein kurzer Bummel am Strand entlang. Agadir ist im Fußballfieber: Trikots, Plakate, Fans überall. Der Strand selbst ist… okay. Breit, lang, sandig. Funktional schön, aber kein Ort für große Emotionen.

    Anschließend fahren wir weiter nach Norden in die Berge ins Paradise Valley. Zuerst zur Unterkunft, Gepäck abladen, dann nochmals etwa fünf Kilometer mit dem Auto weiter hinein in die Berge. Dort starten wir eine Wanderung durch die Schlucht.

    Die ist deutlich spannender als erwartet. Durch die starken Regenfälle der letzten Tage ist viel Wasser durchgegangen. Wege sind teilweise unterspült oder ganz verschwunden, immer wieder müssen wir den Bach überqueren. Provisorische Übergänge aus Holzbrettern und alten Sandsäcken kommen zum Einsatz. Abenteuerlich, aber gut machbar – und landschaftlich wirklich beeindruckend.

    Jetzt sind wir zurück, etwas müde, leicht staubig, und warten auf das Abendessen.
    Das Paradise Valley hat geliefert.
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  • Imsouane ⵉⵎⵙⵡⴰⵏ إمسوان

    30 Desember 2025, Maroko ⋅ ☀️ 16 °C

    Tag 9 – 30.12.
    Kälte, Kurven, Kaskaden und kulinarische Fehlentscheidungen

    Die Nacht in der Bergoase war ruhig. Der Morgen dagegen… nennen wir ihn „frisch“. Also nicht Alpen-frisch, sondern „Warum sehe ich meinen Atem im Frühstücksraum“-frisch. Das Haus wurde vom Besitzer selbst gebaut. Ein Mann mit beeindruckender Nebenjob-Dichte: Fossiliensammler, Fremdenführer, Olivenöl- und Nussmusproduzent, Universalgelehrter. Einzige Konstante in all seinen Projekten: keine Heizung. Konsequenter Typ. So sitzt morgens auch der Hausherr selbst mit Mütze, Schal und Mantel beim Frühstück. Wir passen uns an. Integration läuft.

    Danach Bewegung. Wanderung zu einem Wasserfall mitten in den Bergen. Startpunkt: eine Straßenkurve, weil warum nicht. Dann durch Palmenhaine, entlang eines Wasserkanals, stetig und durchaus ehrgeizig bergauf. Nach etwa 45 Minuten taucht er auf: ein großer, also zumindest hoher Wasserfall. Sehr adrett platziert in der Landschaft, als hätte jemand gesagt: „Hier wäre jetzt ein Wasserfall sinnvoll.“

    Zurück zum Auto. Dann beginnt die Fahrt Richtung Meer. Nach den Regenfällen der letzten Tage haben sich diverse Schlammlawinen über die Straße ergossen. In Marokko wird Schlamm offenbar nicht weggeräumt. Man wartet auf den nächsten Regen und hofft auf Selbstregulierung. Nachhaltig gedacht.

    Die Küste empfängt uns kurvig und ausgesprochen fotogen. Nordwärts am Atlantik entlang, bis zur dringend nötigen Kaffee-Tee-Pause. Kleines Strandcafé, direkt daneben eine Hündin, die offenbar erst gestern oder heute sieben Welpen in einem Erdloch zur Welt gebracht hat. Winzig und unfassbar knuffig. Emotionaler Höhepunkt des Tages, völlig konkurrenzlos.

    Abends dann Ankunft im Surferparadies Imsouane. Gelbes Nachmittagslicht, hunderte Surfer im Wasser, alle gleichzeitig glücklich und nass. An jeder Ecke eine Garküche: Tajine, Pizza, Tacos. Internationale Verständigung über Kohlenhydrate.
    Unser Abendessen brauchte knapp eine Stunde. Das Ergebnis: durchwachsen.
    – Pizza: bitte nicht noch einmal.
    – Kerstins Brochettes mit Krabben: hervorragend, aber preislich ambitioniert.
    – Mein Berbergericht: solide, emotionsarm, niemand wurde verletzt.

    Die Unterkunft liegt oberhalb des Ortes, Panoramablick auf den Atlantik. Klassisches marokkanisches Prinzip: keine Heizung, dafür Aussicht. Man kann eben nicht alles haben. Aber das Meer sieht im Dunkeln trotzdem großartig aus, selbst wenn man dabei in der Daunenjacke sitzt.
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  • Essaouira

    31 Desember 2025, Maroko ⋅ ⛅ 18 °C

    31.12. – Tag 10: Von der Surferoase nach Essaouira. Silvester ohne Sekt, aber mit Haltung

    Der letzte Tag des Jahres beginnt mit einem schönen Blick auf die Surfer vor unserer Unterkunft. Wellen, Bretter, Neopren. Sie sehen motiviert aus. Wir eher kontemplativ.

    Das Frühstück fällt marokkanisch karg aus. Nicht aus Prinzip, sondern mangels Auswahl. Wenig süß, wenig Vielfalt, aber ausreichend, um loszukommen.

    Die Fahrt gestaltet sich zum Glück erstaunlich einfach. Google Maps kündigt zwar eine Straßensperrung für weitere zwei Tage an, die Realität zeigt sich kooperativer. Wir kommen problemlos durch und sparen uns damit einen Umweg von etwa vier Stunden. Technik liegt nicht immer richtig, die Straße diesmal schon.

    So erreichen wir zeitig Essaouira.

    Am Parkplatz steht ein großes Schild: Parking gratuit. Direkt daneben ein selbsternannter Parkplatzwächter, der mit erheblichem Engagement Gebühren eintreiben möchte. Wir parken trotzdem dort – und zahlen nicht. Er findet das unerquicklich, wir bleiben konsequent. Ende der Diskussion.

    Dank Navi finden wir unsere Unterkunft mitten in der Medina. Diesmal ein eigenes Apartment mit drei Schlafzimmern, Innenhof und Dachterrasse. Alles wirkt sauber, riecht aber leicht feucht. Atlantik eben. Man akzeptiert das.

    Den weiteren Tag verbringen wir bummelnd in der Medina. Schals, Tassen, Kamelmützen – das komplette marokkanische Mitnahmesortiment zieht noch einmal an uns vorbei. Viel Anschauen, wenig Kaufdrang.

    Natürlich geht es auch zum Hafen mit den ikonischen blauen Fischerbooten, durch den Fischmarkt, vorbei an Netzen, Möwen und einer sehr eigenen Mischung aus Geruch, Geräusch und Bewegung. Essaouira kann das.

    Am Strand trinken wir ein Glas Rosé – unser erster Alkohol in Marokko. Ein kleiner historischer Moment. Kühl, windig, sehr angenehm.

    Die Suche nach einer Flasche Sekt für Silvester bleibt leider erfolglos. Der entsprechende Laden ist – wie so oft – geschlossen. Alkoholische Planungssicherheit ist hier kein verlässliches Konzept.

    Das Abendessen ist, wie häufig, moderat gut bis genießbar. Solide, aber kein Jahresend-Feuerwerk.

    Bis Mitternacht spielen wir Karten. Angestoßen wird schließlich mit marokkanischem Whisky, auch bekannt als gesüßter Minztee. Kurz danach fallen wir müde ins Bett.

    Silvester in Essaouira: ruhig, windig, unaufgeregt.
    Und genau deshalb sehr passend.
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  • Agafay Desert

    1 Januari, Maroko ⋅ ☁️ 19 °C

    01.01. – Tag 11: Neujahr in der Agafay-Wüste. Möwenglück und Oberliga-Tajine

    Neujahr. Erster Tag des neuen Jahres. Der Start ist überraschend komfortabel, denn das Frühstück gibt es auswärts, nicht im Apartment. Sehr gut, sehr modern, sehr teuer. Unter anderem mit Avocado-Toast – komplett un-marokkanisch, aber mit eindeutig glücklicher Tochter. Und darum geht’s ja bekanntlich.

    Danach kehren wir zu unserem Mietwagen zurück. Mit einer gewissen inneren Anspannung, ob wir ihn wohl mit zerstochenen Reifen oder zerkratztem Lack vorfinden werden – der Parkplatzwächter vom Vortag sitzt noch locker im Hinterkopf. Die Realität zeigt sich gnädig: Das Auto ist unversehrt. Einziger Schaden ist eine beachtliche Möwenhinterlassenschaft auf der Frontscheibe. Damit können wir leben.

    Dann geht es zügig Richtung Agafay-Wüste, wo wir unser Wüstencamp beziehen. Wir sind die einzigen Gäste. Ruhe, Weite, nichts. Sehr angenehm.

    Ein Camp-Mitarbeiter nimmt uns noch mit auf einen kurzen Rundgang. Vorbei an einer verlassenen Ortschaft und einem etwa 50 Meter tiefen Brunnen, aus dem früher mithilfe von Dromedaren Wasser heraufgezogen wurde. Man blickt hinein und ist sofort dankbar für moderne Technik und feste Straßen.

    Langsam versinkt die Sonne hinter dem schneebedeckten Atlas. Neujahr kann landschaftlich schlechter anfangen.

    Das Abendessen ist dann wirklich Oberliga. Ausnahmsweise beginnen wir mit mehreren sehr feinen Vorspeisen, danach folgt eine exzellente Tajine – für Maje vegetarisch, für mich mit Hühnchen. Geschmacklich großartig, mengenmäßig ambitioniert. Der Preis ist entsprechend ebenfalls ambitioniert. Aber gerechtfertigt.

    Mit sehr rundem Bauch fallen wir ins Bett.

    Die Nacht ist etwas unruhig. Ein kräftiger Wind setzt ein, das Zelt flattert und klappert, hält aber stand. Wir auch. Neujahr in der Wüste darf offenbar laut sein.
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  • Quadfahren, Verkehrsphysik und zurück na

    2 Januari, Maroko ⋅ ☁️ 18 °C

    02.01. – Tag 12: Quadfahren, Verkehrsphysik und zurück nach Marrakesch

    Die Nacht war sehr windig. Das Zelt hat alles gegeben, wir weniger. Schlaf: moderat. Man hat gelegen, man hat gelauscht, man hat sich gefragt, ob Wind irgendwann müde wird. Spoiler: wird er nicht.

    Das Frühstück findet in der Wüste statt, mit Blick auf die Agafay-Wüste und den schneebedeckten Atlas. Landschaftlich großartig, atmosphärisch ruhig, innerlich noch etwas sandig vom Vortag.

    Danach: Quadfahren. Zwei Stunden.
    Starker Wind, Sand überall. Im Mund, zwischen den Zähnen, in Regionen, die nichts mit Offroad-Sport zu tun haben sollten. Es knirscht dauerhaft. Trotzdem: Es macht allen Spaß. Offenbar setzt bei genügend Staub eine gewisse Glückshormon-Ausschüttung ein.

    Anschließend geht es mit dem Mietwagen wieder aus der Wüste heraus. Über eine sehr holperige Straße, die wir teilweise kurz zuvor noch mit den Quads gefahren sind. Mit dem Auto wirkt sie… ambitioniert. Aber wir kommen durch und erreichen Marrakesch.

    Parken in Marrakesch ist dann das genaue Gegenteil von Quadfahren: kein Spaß, keine Bewegung, nur Stillstand. Eine einzige Straße führt zum Parkplatz und wieder hinaus. Der Parkplatz ist komplett voll. Links und rechts der Zufahrtsstraße wird zusätzlich geparkt. Manche versuchen trotzdem noch zu überholen. Ergebnis: nichts geht mehr. Verkehrsphysik auf Endstufe.

    Auf dem Parkplatz selbst wird hart um freie Plätze gekämpft. Ein Italiener reserviert einen Platz mit einem alten Waschbecken und verteidigt diesen mit vollem Körpereinsatz. Respekt für die Strategie. Wir finden trotzdem einen Platz. Ohne Waschbecken, aber mit Glück.

    Dann geht es zu unserem Riad in Marrakesch. Wieder sehr schön. Einziger Nachteil: keine Fenster. Atmosphäre: stilvoller Bunker. Man arrangiert sich.

    Der Rest des Tages: bummeln, shoppen, essen. Kerstin bekommt ihr Geburtstagsgeschenk – einen wirklich tollen Umhang. Der Geburtstag ist zwar erst in zwei Tagen, aber Timing ist überbewertet.

    Abendessen in einem vegetarischen Restaurant. Große Freude bei Maje. Und überraschend: Selbst mir hat es geschmeckt. Das will etwas heißen.

    Gute Nacht, Marrakesch
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  • Ourika Valley

    3 Januari, Maroko ⋅ ☁️ 9 °C

    03.01. – Tag 13: Abschied, Ourika Valley und Grillgut

    Der Tag beginnt mit einem kleinen Einschnitt. Wir bringen Maje zum Flughafen. Sie muss zurück nach Hause, denn in Bochum ist der 6. Januar bekanntlich kein Feiertag und schon am Montag wartet eine Pflichtveranstaltung an der Uni. Romantik endet, wenn die Studienordnung ruft.

    Nach dem Abschied fahren Kerstin und ich an Marrakesch vorbei weiter nach Süden ins Ourika Valley. Der schneebedeckte Atlas rückt immer näher, die Straße wird schmaler, das Tal tiefer. Links und rechts steile, unbefestigte Felswände, teilweise marode, immer wieder liegen große Steinbrocken auf der Straße. Spuren der letzten Regenfälle überall.

    Mehrfach ist die Straße von schlammbraunem Wasser überflutet. Kleine Wasserfälle stürzen von rechts direkt über die Fahrbahn. Es hat in den vergangenen Tagen ordentlich geregnet, und das merkt man.

    Der Bach im Tal führt extrem viel Wasser. Die Restaurants, die direkt am Ufer gebaut sind, stehen über die letzten zehn Kilometer hinweg teilweise schon bedenklich nah am Element. Die Brücken über den Bach sehen sehr… marokkanisch aus. Bei Hochwasser möchte man sie eher nicht benutzen. Vertrauen ist gut, trockene Füße besser.

    Am Ende der Straße, bei Setti Fatma, herrscht dann Hochbetrieb. Touristen, Einheimische, Parkeinweiser, Parkwächter – alles gleichzeitig. Uns ist das eindeutig zu viel. Wir steigen nicht einmal aus, drehen direkt um und fahren zurück.

    Auf dem Rückweg dann doch noch ein Highlight: Berberaffen direkt am Straßenrand. Sitzen da einfach rum, schauen gelassen, als wäre das völlig normal. Ist es vermutlich auch.

    Unsere Unterkunft am Eingang des Tals ist wieder sehr schön. Der Besitzer ist Engländer, seine Frau Marokkanerin, der Sohn spricht fünf Sprachen, darunter Japanisch und Spanisch. Offenbar wird Mehrsprachigkeit hier ernst genommen. Die Familie ist etwas enttäuscht, dass wir nicht bei ihnen essen wollen.

    Was sich im Nachhinein als sehr gute Entscheidung herausstellt.

    Wir marschieren etwa zwei Kilometer in die Ortschaft hinein und landen in einer Metzgerei mit integriertem Restaurant. Konzept: Man sucht sich beim Metzger aus, was man essen möchte – zum Beispiel Koteletts – und diese werden hinten frisch gegrillt. Dazu Orangensaft und marokkanischer Salat. Einfach, ehrlich, großartig.

    Preis: 15 Euro für zwei Personen, inklusive allem. Sehr lecker, sehr günstig, sehr zufriedenstellend. Hat sich mal wieder gelohnt, dem offensichtlichen Angebot zu misstrauen und dem Unscheinbaren zu vertrauen.

    Ein guter Abschluss für einen Tag zwischen Abschied, Naturgewalt und Grillrost.
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  • Marrakesch & Mechoui

    4 Januari, Maroko ⋅ 🌬 16 °C

    04.01. – Zurück nach Marrakesch. Fleisch, Fett und Frieden

    Heute geht es zurück nach Marrakesch. Der Mietwagen muss abgegeben werden. Überraschung: Alles klappt problemlos. Auto weg, Formalitäten erledigt, anschließender Transfer zurück in die Medina ebenso reibungslos. Marokko kann also auch effizient. Man darf das ruhig festhalten.

    Danach bummeln wir durch die Medina. Wieder dieses bekannte Programm: Augen permanent in Bewegung, links, rechts, oben, unten. Menschen, Geräusche, Gerüche, Gewusel. Ich bin nach kurzer Zeit schon wieder leicht überfordert. Kerstin hingegen blüht auf. Unterschiedliche Betriebssysteme, gleicher Ort.

    Dann folgt ein echtes kulinarisches Highlight:

    Mechoui.
    Eine der ursprünglichsten Spezialitäten Marrakeschs.

    Dabei wird ein ganzes Lamm oder große Teile davon stundenlang in einer Erdgrube oder einem Lehmofen gegart. Kein Tontopf, kein Schnickschnack. Nur Hitze, Zeit und Fleisch.

    Nach dem Garen wird das extrem zarte Lamm direkt aus der Grube geholt und grob zerhackt, meist nur mit Salz und etwas Kreuzkümmel gewürzt. Gegessen wird klassisch mit Brot und den Händen.

    Mechoui ist kein Showgericht, sondern echtes Straßen- und Festessen aus Marrakesch. Rustikal, pur und erstaunlich intensiv. Genau deshalb bleibt es im Gedächtnis.

    Die Umgebung passt perfekt dazu: eine ziemlich schmierige Gasse, der Boden schmierig, der Tisch schmierig, der Plastikhocker schmierig. Unsere Hände danach ebenfalls. Bezahlt wird am besten passend. Der Verkäufer schaut uns an, als würden wir ihn bei etwas sehr Wichtigem stören und als wolle er eigentlich seine Ruhe haben.

    Das Essen ist jedoch absolut umwerfend. Fettig, ja. Aber extrem geschmackvoll. Einer dieser Momente, in denen man beschließt, dass Perfektion überschätzt wird und Geschmack wichtiger ist als Ambiente.

    Zum Abschluss des Tages noch ein Tee auf der Dachterrasse. Ein letzter Blick über die Dächer der Medina. Dann fallen wir ins Bett.
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    Akhir trip
    5 Januari 2026