Agdz
December 24, 2025 in Morocco ⋅ ☀️ 14 °C
24.12. – Tag 3: Von Aït Ben Haddou nach Agdz. Oasen, Wasser und ein Heiligabend im Palmenhain
Nach einem entspannten Frühstück verlassen wir Aït Ben Haddou und fahren weiter Richtung Süden. Die Straße windet sich aus der Höhe des Atlas hinab, durch felsige Landschaft mit steilen Abbrüchen. Viel Stein, wenig Farbe, klare Linien. Der Übergang vom Gebirge ins Tal ist eindrucksvoll und ziemlich langsam – landschaftlich wie mental.
Kurz darauf biegen wir links ab zu den Wasserfällen von Tizgui. Nach einem kurzen Fußweg hinein in die Schlucht stehen wir plötzlich in einer kleinen, fast unreal wirkenden Oase. Palmen, dichtes Grün, Moose und Pflanzen entlang der Felswände. Aus dem Gestein tropft Wasser, sammelt sich in kleinen Becken, rinnt weiter. Kein Spektakel, kein tosender Wasserfall – eher ein leises, dauerhaftes Leben im völligen Gegensatz zur umliegenden Steinwüste. Und das bei erstaunlich angenehmen Temperaturen.
In der Schlucht kann man noch ein paar Meter weiter hinaufgehen, dann wird es enger. Ein kleines Café liegt direkt am Wasser, schlicht, ruhig, genau am richtigen Ort.
Zum Abschied gibt uns der Cafébesitzer noch ein Mittagessen zum Mitnehmen mit – allerdings nicht für uns, sondern für seinen Vater. Der wartet oben am Parkplatz, ist gleichzeitig Parkplatzwächter und Empfänger des Essens. Unsere Aufgabe: das Essen übergeben und dafür selbstverständlich die Parkgebühr bezahlen. Logistisch leicht schräg, menschlich sehr stimmig.
Danach fahren wir weiter durch das Draa-Tal nach Agdz. Die Palmenhaine werden dichter, das Tal weiter. Unser Hotel, Les Chants des Palmiers, liegt mitten im Palmenhain. Die Palmen rascheln im Wind, leise, konstant, fast meditativ.
Am Nachmittag machen wir noch einen kurzen Spaziergang durch den Palmenhain, vorbei an einer verlassenen Kasbah und einem Esel. Begleitet werden wir dabei hartnäckig von einer Katze, die offenbar beschlossen hat, dass wir zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehören.
Abends geht es hinauf in den Ort zum Heiligabendessen. Maje bekommt eine vegetarische Tajine, Kerstin und ich Spieße mit Rind- und Putenfleisch. Dazu marokkanischer Salat, Avocado-Shake und der Blick auf den Marktplatz. Unaufgeregt, stimmungsvoll, genau richtig.
Für die Nacht gibt es im Zimmer sogar einen Gasofen, der erstaunlich gut wärmt. Allerdings mit der klaren Anweisung, ihn vor dem Einschlafen unbedingt auszuschalten. Wir halten uns daran. Weihnachten in Agdz – sicher, ruhig und begleitet vom Rascheln der PalmenRead more






















