SAHARA
December 25, 2025 in Morocco ⋅ ☀️ 19 °C
25.12. – Tag 4: Von Agdz über Zagora und M’Hamid ins Erg Chegaga. Jetzt wird’s ernst.
Geschlafen haben wir hervorragend im Palmenhain von Agdz. Die Palmen rascheln zuverlässig, der Gasofen hat uns nicht umgebracht, also alles richtig gemacht. Nach dem Frühstück decken wir uns noch mit süßen Teilchen ein: Baklava und Cornes de Gazelle, denn Zucker hilft bekanntlich bei Wüstenüberquerungen.
Am Ortsausgang von Agdz geraten wir direkt in einen großen Markt. Wild durcheinander gibt es hier wirklich alles: Secondhand-Kleidung, Obst, Gemüse, Tiere, Elektromotoren, Staubsauger, Bücher und Antiquitäten. Eine Art analoges Amazon, nur ohne Suchfunktion und Rückgaberecht.
Dann geht es weiter durchs beeindruckende Draa-Tal Richtung Zagora. Palmen, Lehm, Weite. In Zagora kurzer Stopp: Kaffee, Patisserie, Zivilisation. Und natürlich das berühmte Schild: 52 Tage bis Timbuktu. Wird fotografiert. Pflicht. Wir fahren trotzdem nicht nach Timbuktu.
Hinter Zagora verändert sich die Landschaft spürbar. Grün verschwindet, Stein übernimmt. Die Straße führt durch die Steinwüste bis nach M’Hamid, wo wir unser Auto gegen ein deutlich geländetauglicheres Toyota-Gefährt mit Fahrer tauschen. Ab hier wird nicht mehr diskutiert, sondern gefahren.
Die nächsten rund 55 Kilometer gehen durch die Ausläufer der Sahara. Teilweise steinig, teilweise direkt durch den Sand. Zwischendurch ein Stopp zum Fossilien-Suchen. Tatsächlich finden wir welche, was überraschend befriedigend ist und sofort das Gefühl vermittelt, wissenschaftlich tätig zu sein.
Am Ende werden wir am Fuß der größten Düne des Erg Chegaga abgeladen. Unser Wüstencamp besteht aus acht Zelten, vielen Decken und sehr viel Staub. Alles ist staubig. Der Wind weht, und man akzeptiert schnell, dass Widerstand zwecklos ist. Die Lage allerdings: spektakulär, mitten zwischen den Dünen.
Danach Kamelreiten. Oder Dromedarreiten. Ein Höcker, also Dromedar. Die Tiere sind erstaunlich gelassen, wir eher nicht, aber es funktioniert.
Zurück im Camp die freundliche Ansage:
„In 20 Minuten geht die Sonne unter. Der beste Aussichtspunkt ist oben auf der Düne.“
Die Düne liegt gefühlt 500 Höhenmeter über uns. Hochgehen bedeutet: ein Schritt vor, drei zurück. Sehr effektiv für Demut und Puls.
Mit leichtem Sauerstoffmangel, viel Sand in den Schuhen und einer gewissen Sturheit schaffen wir es rechtzeitig nach oben. Der Sonnenuntergang entschädigt für alles: Licht, Farben, Stille. Sahara-Magie, ganz ohne Filter.
Zurück im Camp wartet das Abendessen: eine wirklich hervorragende Tajine mit schönen Röstaromen. Danach Lagerfeuer. Die Camp-Crew trommelt, klappert, singt. Sehr rhythmisch, sehr mitreißend, sehr unterhaltsam. Man sitzt im Sand, schaut ins Feuer und denkt: Ja. Genau deshalb macht man sowasRead more

























TravelerErg Chegaga ist eine tolle Route. Abwechslungsreich
Travelergroßartig
TravelerJa, die (Sand-)Wüste ist schon sehr beeindruckend. Vor allem am Morgen, wenn der Wind die Dünen mit Mustern und scharfen Kanten modelliert hat!