Foum Zguid - Tafraoute
December 27, 2025 in Morocco ⋅ 🌧 8 °C
27.12. – Tag 6: Von Foum Zguid nach Tafraoute. Kalt, steinig, überraschend nass
Der Morgen in Foum Zguid beginnt mit einer klaren Ansage: 0 °C Außentemperatur, aber strahlender Sonnenschein. Wüste kann also auch Frost. Frühstück gibt es im urigen Frühstückssaal, international bunt gemischt: Engländer, Deutsche, Radfahrer, arabisch sprechende Gäste. Eine sehr globale Runde, vereint durch kalte Finger und Kaffee.
Dann starten wir Richtung Tafraoute. Erst wieder hinaus in die Steinwüste. Links und rechts faszinierende Felsformationen: gefaltete Geologie, teilweise gebogen, teilweise scheinbar senkrecht aus dem Boden gestanzt. Das sieht nicht zufällig aus, das sieht nach sehr viel Erdgeschichte aus.
Immer wieder tauchen Ziegen, Kamele und Nomaden in der Landschaft auf, scheinbar zufällig verteilt. Dazwischen Schirmakazien, die stark an ostafrikanische Savannen erinnern. Und dann, völlig unerwartet: ein kleiner Wasserfall mitten in der Steinwüste. Kein großer Auftritt, aber genug, um kurz anzuhalten und den Kopf zu schütteln.
Unterwegs stoßen wir auch auf Petroglyphen, in den Fels geritzte Zeichen vergangener Zeiten. Man steht davor, schaut, versucht etwas zu erkennen und nickt dann respektvoll, auch wenn man nur einen Teil wirklich einordnen kann.
Irgendwann geht es hinauf in die Berge, auf über 2000 Meter. Die Straße wird schmal, stellenweise einspurig, eher Sträßchen als Straße. Dann ziehen Wolken auf, die Sicht wird schlechter, und plötzlich regnet es. Von dem großartigen Bergpanorama bleibt nur noch eine Ahnung. Die Straßen sind teilweise überschwemmt, vorher trockene Bachdurchfahrten und kleine Furten im Straßenverlauf erfordern Vorsicht. Konzentration statt Panorama.
Schließlich erreichen wir unsere Unterkunft Chez Amaliya, in niederländischer Hand. Es ist windig, es ist kalt. Im Salon läuft ein Gasbrenner, um den sich bereits die komplette niederländische Gästeschaft versammelt hat. Zum Glück finden wir noch einen Platz. Wärme wird hier gemeinschaftlich organisiert.
Das Abendessen entschädigt für alles. Sehr lecker. Besonders erwähnenswert: meine Pastilla – eine Art Pastete im knusprigen Teig, gefüllt mit Hühnchen, Nüssen und Mandeln, bestäubt mit Puderzucker und Zimt. Klingt falsch, schmeckt großartig.
Der Schlafraum ist schließlich gar nicht so kalt wie befürchtet. Zum ersten Mal erfüllt die Klimaanlage ihren eigentlichen Zweck und gibt tatsächlich Wärme ab. Ein kleines technisches Wunder am Ende eines sehr abwechslungsreichen Tages.Read more











