3 schweisstreibende Tage in Panama-Stadt
Jul 21–24, 2025 in Panama ⋅ 🌧 28 °C
Bei vielen Menschen funktioniert das mit der Deutschen Bahn ja recht suboptimal. Bei mir klappt’s irgendwie immer. So stieg ich am Sonntagabend, des 20.Juli 2025 pünktlich um 18.47 Uhr in Fulda in den ICE, der mich wiederum pünktlich zum Frankfurter Fernbahnhof brachte. Wie schon bei meinem letzen Check In im April in Zürich, checkte ich mein Gepäck via Automat ein und begab mich anschließend zum Gate.
Zu meiner Überraschung teilte man mir dort mit, dass ich ein Upgrade in die Premium Economy erhalten habe. Was konnte mir besseres passieren? Absolute Beinfreiheit und hier musste auch der Alkohol nicht, wie in der Economy, vom Reisenden bezahlt werden.
Es war ein entspannter Condor-Nachtflug, welcher nach 12 Stunden in Panama Stadt endete. Hier wollte ich 3 Nächte in der Altstadt Casco Viejo, einer UNESCO Weltkulturerbestätte, verbringen. Morgens um 3 Uhr hatte am Flughafen noch alles geschlossen, so dass ich nur über das WLAN des Flughafens online gehen und ein Uber bestellen konnte. Ich hatte Erfolg und mein Fahrer war in kürzester Zeit am Treffpunkt. Nach einer etwa 25minütigen Fahrt, brachte er mich sicher zu meinem Airbnb in der Oeste 6a in Casco Antiguo, wie die Altstadt auch genannt wird. Mit einem Code öffnete sich die Eingangstür und ich gelangte über eine marmorne Treppe zu meiner Duplex-Wohnung. Ein kleines Juwel in einer großen Stadt. Ich fühlte mich hier auf Anhieb wohl. Zur Anlage gehörten auch ein Pool und eine riesige Dachterrasse. Leider war es in der Stadt erdrückend heiß und der Aussenbereich kaum zu genießen. Die Klimaanlage im Zimmer war gerade mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.
Nachdem ich mich nochmals ein paar Stunden aufs Ohr gehauen hatte, machte ich mich auf die Suche nach einer SIM Karte. In der Altstadt existierten nur schicke Geschäfte und Restaurants, so dass ich Casco Viejo verlassen musste. In nächster Nähe betrat ich einen Lebensmittelladen, die in Panama alle in der Hand chinesischer Einwanderer sind und kaufte mir das gute Stück für wenige US Dollar. Eine Odyssee folgte. Ein junger Hilfsarbeiter übernahm die Inbetriebnahme, doch auch nach 45min funktionierte nichts. Als ich ungeduldig wurde, brachte er mich zu einem nicht weit entfernten Telefonladen und die Mädels dort übernahmen die offizielle Registration. Ach, oh Schreck. Die SIM Karte konnte nicht eingelegt werden, da das Einschubteil nicht mehr im Handy war. Ich rannte zurück zum Chinesen und zwischen einer Vielzahl verpackter Madeleines blitzte etwas Metallenes hervor. Mit dem wichtigen Teil ging’s zurück in den Telefonladen, wo die Aktion ihren Abschluss fand. Ich kaufte in der Nähe noch ein paar Sachen ein und brachte sie zum Airbnb, bevor es wieder auf Erkundungstour ging. Nach einer Weile verspürte ich Bierdurst und verbrachte ein paar Stunden damit, mit einem Mike aus New York Bier zu trinken und Reiseerfahrungen auszutauschen. Ein gesprächiger erster Reisetag verging wie im Fluge. Doch die 7 Stunden Zeitverschiebung mussten natürlich auch noch verkraftet werden. Nach einem leckeren Fisch-Ceviche ging ich früh schlafen und wachte erst nach 12 Stunden wieder auf.
Am nächsten Tag wollte ich es etwas ruhiger angehen lassen, doch genau das Gegenteil war der Fall. Um 9.45 Uhr fand ich mich an einem Treffpunkt für eine kostenlose Stadtführung ein, ein Angebot vom Airbnb. Der Guide war ein älterer, eher etwas vergesslicher Herr, um es glimpflich auszudrücken, so dass die erste Teilnehmerin schon nach etwa 10 Minuten nicht mehr mitlief, zwei weitere Personen nach 20 Minuten und ich schmiss nach ungefähr 30 Minuten unbemerkt das Handtuch. Ich bestellte mir ein Uber und ließ mich zu den Miraflores Schleusen fahren, um mir den Panamakanal anzuschauen. Zuerst einmal war ich erschrocken, dass man als Tourist USD 12 Eintritt bezahlen muss, gegenüber einem Eintrittspreis von USD 3 für Einheimische. Und doch konnte ich mich glücklich schätzen, denn genau zu dieser Zeit durchfuhren 2 Frachter den Kanal. Der Panamakanal wurde 1914 in Betrieb genommen und die Schiffe, die hier durchgeschleust werden, sind auf dem Weg in insgesamt 140 Länder. Ein Meisterwerk der Technik, auf das Panamaer*innen und Amerikaner*innen gleichermaßen stolz sind. Mit knurrendem Magen kehrte ich in die Stadt zurück und wollte im Café Coca Cola, dem ersten Restaurant, welches außerhalb der Vereinigten Staaten ab 1906 die Coca Cola anbot, einkehren. Ich fand einen Tisch, jedoch kam nach dem Servieren eines stillen Wassers niemand mehr, um die Bestellung aufzunehmen 🤷♀️. Ich entschied mich, aufzubrechen und in der traditionellen Cerveceria La Rana Dorada, in der gerade die Frauen-EM im Fußball ausgestrahlt wurde, einzukehren. In dieser Bar fühlte ich mich zwar sehr willkommen, aber die Klimaanlagen waren so tief eingestellt, dass ich extrem zu frieren begann. Draußen war es mörderisch heiß und drinnen unnatürlich kalt. Es dauerte nicht lange und ich bekam einen nervenden Husten. Ich entschied mich nach dem Spiel England vs. Italien noch einen Abstecher zum Fischmarkt (Mercado de Mariscos) zu unternehmen, bevor es wieder zurück zum Airbnb ging. Nach der Walking-Tour-Pleite buchte ich am Abend noch eine andere Tour für den nächsten Morgen. Ich war äusserst gespannt.
Am Mittwochmorgen streifte ich vorerst durch Casco Viejo, um noch ein paar Fotos zu schiessen und um das Mola Museum zu besuchen. Das Wort „Mola“ stammt aus der Sprache der Guna, einem indigenen Volk Panamas. Mola bedeutet „Bluse“ oder „Kleidung“, wird aber heute meist für kunstvolle Textilbilder verwendet. Die Stoffstücke bestehen aus mehreren Lagen Stoff, die in Applikationstechnik ausgeschnitten und zusammengenäht werden. Die Motive reichen von geometrischen Mustern bis hin zu Tieren, Pflanzen oder modernen Elementen. Der Besuch des Museums war sehr interessant und der Eintritt sogar gratis. Um 11 Uhr wollte ich bei der Iglesia de Merced sein, da die Free Walking Tour von hier aus starten sollte. Wir waren eine bunte Truppe von 7 Leuten und hatten 2 Guides, Paolo und Carlos. Obwohl es wieder nur eine mittelmäßige Walking Tour war, war sie doch um Meilern besser, als die Gestrige. Paolo konnte viel zur Geschichte Panamas sagen und führte uns durch einige innerstädtische Museen, Geschäfte und Restaurants. Die Anzahl erschien mir schier endlos. Nach der Tour ging ich zum Italiener um die Ecke und wieder ins La Rana Dorada, wo das Spiel der deutschen Frauenelf gegen Spanien ausgestrahlt wurde. Enttäuscht vom Ergebnis, 1:0 für Spanien, trottete ich zurück zum Airbnb. Ich weiß nicht wie es passieren konnte, aber nachdem ich meinen Sachen aus dem Kühlschrank in der Gemeinschaftsküche ausgeräumt hatte und zurück zu meinem Zimmer ging, stand ich plötzlich vor verschlossenen Türen. Shit. Handy und Schlüssel waren eingeschlossen. Kopfkino. Was sollte ich tun? Im Erdgeschoss gab es ein Café. Also ging ich dorthin und fragte, ob sie mir behilflich sein können. Eine Bedienung ging los und kam bald darauf mit der Info zurück, dass jemand mit den passenden Schlüsseln kommen würde. Nach 10 Minuten konnte ich wieder in mein Zimmer. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Nun hieß es packen und schlafen, denn am kommenden Morgen musste ich um 4Uhr aufstehen. Mein Flieger startete bereits um 7.30Uhr vom internationalen Flughafen Tocumen nach San Andrès, einer kolumbianischen Insel in der Karibik, unweit der nicaraguanischen Küste.
Mein Fazit zu Panama-Stadt: die Altstadt war sehenswert, aber es war viel zu heiß, die Gastfreundschaft ließ zu wünschen übrig und die Preise waren sehr auf amerikanische Touristen ausgerichtet. Es war schön, einmal in Panama-Stadt gewesen zu sein, aber ich würde es kein zweites Mal bereisen.Read more





















Liebe Doreen, viel Spass auf deiner Reise 💕 sieht toll aus und ich freue mich ein bisschen dabei sein zu dürfen. Ganz liebe Grüsse, Janet [Janet]
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