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Karibische Auszeit 🇵🇦🇨🇴

Von Panamá Stadt nach San Andres und Providencia und weiter nach Cali. Read more
  • Trip start
    July 20, 2025

    3 schweisstreibende Tage in Panama-Stadt

    Jul 21–24, 2025 in Panama ⋅ 🌧 28 °C

    Bei vielen Menschen funktioniert das mit der Deutschen Bahn ja recht suboptimal. Bei mir klappt’s irgendwie immer. So stieg ich am Sonntagabend, des 20.Juli 2025 pünktlich um 18.47 Uhr in Fulda in den ICE, der mich wiederum pünktlich zum Frankfurter Fernbahnhof brachte. Wie schon bei meinem letzen Check In im April in Zürich, checkte ich mein Gepäck via Automat ein und begab mich anschließend zum Gate.
    Zu meiner Überraschung teilte man mir dort mit, dass ich ein Upgrade in die Premium Economy erhalten habe. Was konnte mir besseres passieren? Absolute Beinfreiheit und hier musste auch der Alkohol nicht, wie in der Economy, vom Reisenden bezahlt werden.

    Es war ein entspannter Condor-Nachtflug, welcher nach 12 Stunden in Panama Stadt endete. Hier wollte ich 3 Nächte in der Altstadt Casco Viejo, einer UNESCO Weltkulturerbestätte, verbringen. Morgens um 3 Uhr hatte am Flughafen noch alles geschlossen, so dass ich nur über das WLAN des Flughafens online gehen und ein Uber bestellen konnte. Ich hatte Erfolg und mein Fahrer war in kürzester Zeit am Treffpunkt. Nach einer etwa 25minütigen Fahrt, brachte er mich sicher zu meinem Airbnb in der Oeste 6a in Casco Antiguo, wie die Altstadt auch genannt wird. Mit einem Code öffnete sich die Eingangstür und ich gelangte über eine marmorne Treppe zu meiner Duplex-Wohnung. Ein kleines Juwel in einer großen Stadt. Ich fühlte mich hier auf Anhieb wohl. Zur Anlage gehörten auch ein Pool und eine riesige Dachterrasse. Leider war es in der Stadt erdrückend heiß und der Aussenbereich kaum zu genießen. Die Klimaanlage im Zimmer war gerade mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.

    Nachdem ich mich nochmals ein paar Stunden aufs Ohr gehauen hatte, machte ich mich auf die Suche nach einer SIM Karte. In der Altstadt existierten nur schicke Geschäfte und Restaurants, so dass ich Casco Viejo verlassen musste. In nächster Nähe betrat ich einen Lebensmittelladen, die in Panama alle in der Hand chinesischer Einwanderer sind und kaufte mir das gute Stück für wenige US Dollar. Eine Odyssee folgte. Ein junger Hilfsarbeiter übernahm die Inbetriebnahme, doch auch nach 45min funktionierte nichts. Als ich ungeduldig wurde, brachte er mich zu einem nicht weit entfernten Telefonladen und die Mädels dort übernahmen die offizielle Registration. Ach, oh Schreck. Die SIM Karte konnte nicht eingelegt werden, da das Einschubteil nicht mehr im Handy war. Ich rannte zurück zum Chinesen und zwischen einer Vielzahl verpackter Madeleines blitzte etwas Metallenes hervor. Mit dem wichtigen Teil ging’s zurück in den Telefonladen, wo die Aktion ihren Abschluss fand. Ich kaufte in der Nähe noch ein paar Sachen ein und brachte sie zum Airbnb, bevor es wieder auf Erkundungstour ging. Nach einer Weile verspürte ich Bierdurst und verbrachte ein paar Stunden damit, mit einem Mike aus New York Bier zu trinken und Reiseerfahrungen auszutauschen. Ein gesprächiger erster Reisetag verging wie im Fluge. Doch die 7 Stunden Zeitverschiebung mussten natürlich auch noch verkraftet werden. Nach einem leckeren Fisch-Ceviche ging ich früh schlafen und wachte erst nach 12 Stunden wieder auf.

    Am nächsten Tag wollte ich es etwas ruhiger angehen lassen, doch genau das Gegenteil war der Fall. Um 9.45 Uhr fand ich mich an einem Treffpunkt für eine kostenlose Stadtführung ein, ein Angebot vom Airbnb. Der Guide war ein älterer, eher etwas vergesslicher Herr, um es glimpflich auszudrücken, so dass die erste Teilnehmerin schon nach etwa 10 Minuten nicht mehr mitlief, zwei weitere Personen nach 20 Minuten und ich schmiss nach ungefähr 30 Minuten unbemerkt das Handtuch. Ich bestellte mir ein Uber und ließ mich zu den Miraflores Schleusen fahren, um mir den Panamakanal anzuschauen. Zuerst einmal war ich erschrocken, dass man als Tourist USD 12 Eintritt bezahlen muss, gegenüber einem Eintrittspreis von USD 3 für Einheimische. Und doch konnte ich mich glücklich schätzen, denn genau zu dieser Zeit durchfuhren 2 Frachter den Kanal. Der Panamakanal wurde 1914 in Betrieb genommen und die Schiffe, die hier durchgeschleust werden, sind auf dem Weg in insgesamt 140 Länder. Ein Meisterwerk der Technik, auf das Panamaer*innen und Amerikaner*innen gleichermaßen stolz sind. Mit knurrendem Magen kehrte ich in die Stadt zurück und wollte im Café Coca Cola, dem ersten Restaurant, welches außerhalb der Vereinigten Staaten ab 1906 die Coca Cola anbot, einkehren. Ich fand einen Tisch, jedoch kam nach dem Servieren eines stillen Wassers niemand mehr, um die Bestellung aufzunehmen 🤷‍♀️. Ich entschied mich, aufzubrechen und in der traditionellen Cerveceria La Rana Dorada, in der gerade die Frauen-EM im Fußball ausgestrahlt wurde, einzukehren. In dieser Bar fühlte ich mich zwar sehr willkommen, aber die Klimaanlagen waren so tief eingestellt, dass ich extrem zu frieren begann. Draußen war es mörderisch heiß und drinnen unnatürlich kalt. Es dauerte nicht lange und ich bekam einen nervenden Husten. Ich entschied mich nach dem Spiel England vs. Italien noch einen Abstecher zum Fischmarkt (Mercado de Mariscos) zu unternehmen, bevor es wieder zurück zum Airbnb ging. Nach der Walking-Tour-Pleite buchte ich am Abend noch eine andere Tour für den nächsten Morgen. Ich war äusserst gespannt.

    Am Mittwochmorgen streifte ich vorerst durch Casco Viejo, um noch ein paar Fotos zu schiessen und um das Mola Museum zu besuchen. Das Wort „Mola“ stammt aus der Sprache der Guna, einem indigenen Volk Panamas. Mola bedeutet „Bluse“ oder „Kleidung“, wird aber heute meist für kunstvolle Textilbilder verwendet. Die Stoffstücke bestehen aus mehreren Lagen Stoff, die in Applikationstechnik ausgeschnitten und zusammengenäht werden. Die Motive reichen von geometrischen Mustern bis hin zu Tieren, Pflanzen oder modernen Elementen. Der Besuch des Museums war sehr interessant und der Eintritt sogar gratis. Um 11 Uhr wollte ich bei der Iglesia de Merced sein, da die Free Walking Tour von hier aus starten sollte. Wir waren eine bunte Truppe von 7 Leuten und hatten 2 Guides, Paolo und Carlos. Obwohl es wieder nur eine mittelmäßige Walking Tour war, war sie doch um Meilern besser, als die Gestrige. Paolo konnte viel zur Geschichte Panamas sagen und führte uns durch einige innerstädtische Museen, Geschäfte und Restaurants. Die Anzahl erschien mir schier endlos. Nach der Tour ging ich zum Italiener um die Ecke und wieder ins La Rana Dorada, wo das Spiel der deutschen Frauenelf gegen Spanien ausgestrahlt wurde. Enttäuscht vom Ergebnis, 1:0 für Spanien, trottete ich zurück zum Airbnb. Ich weiß nicht wie es passieren konnte, aber nachdem ich meinen Sachen aus dem Kühlschrank in der Gemeinschaftsküche ausgeräumt hatte und zurück zu meinem Zimmer ging, stand ich plötzlich vor verschlossenen Türen. Shit. Handy und Schlüssel waren eingeschlossen. Kopfkino. Was sollte ich tun? Im Erdgeschoss gab es ein Café. Also ging ich dorthin und fragte, ob sie mir behilflich sein können. Eine Bedienung ging los und kam bald darauf mit der Info zurück, dass jemand mit den passenden Schlüsseln kommen würde. Nach 10 Minuten konnte ich wieder in mein Zimmer. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Nun hieß es packen und schlafen, denn am kommenden Morgen musste ich um 4Uhr aufstehen. Mein Flieger startete bereits um 7.30Uhr vom internationalen Flughafen Tocumen nach San Andrès, einer kolumbianischen Insel in der Karibik, unweit der nicaraguanischen Küste.

    Mein Fazit zu Panama-Stadt: die Altstadt war sehenswert, aber es war viel zu heiß, die Gastfreundschaft ließ zu wünschen übrig und die Preise waren sehr auf amerikanische Touristen ausgerichtet. Es war schön, einmal in Panama-Stadt gewesen zu sein, aber ich würde es kein zweites Mal bereisen.
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  • Ankunft auf San Andres 🇨🇴

    Jul 24–25, 2025 in Colombia ⋅ ☁️ 30 °C

    Der Uber-Fahrer raste in einem Tempo zum internationalen Flughafen Tocumen, dass es mir Himmelangst wurde. Dabei war ich gar nicht in Eile und kam viel zu früh an. Die Maschine von Copa Airlines war komplett ausgebucht. Ich erhielt nur noch einen Platz bei den Notausgängen zwischen zwei anderen Passagieren. Zudem musste ich für meinen Koffer zusätzlich USD 58 bezahlen, da ich einen Flug ohne Gepäckoption gebucht hatte und beim Online Check In dachte, dass die verlangten USD 35 zu teuer seien. Des weiteren wurden USD 40 Einreisegebühr fällig. Die Scheine rannen mir nur so durch die Finger und das sollte so weitergehen. Der Flieger landete nach etwas mehr als einer Stunde auf der Karibikinsel San Andres, die zu Kolumbien gehört, jedoch wesentlich näher an der nicaraguanischen Ostküste liegt. Eine verkehrstechnische Verbindung zu Nicaragua besteht aktuell nicht.

    An der Migration ging es hektisch zu. Ich erhielt meinen Einreisestempel und musste meine Touristenkarte abgeben, die man mir noch am Flughafen in Panama ausgehändigt hatte. Mein Sitznachbar, ein junger Argentinier bot mir an, dass mich seine Verwandten, die auf der Insel leben, mit ins Zentrum nehmen könnten. Nachdem er dann aber sein Handy im Flugzeug vergessen hatte, war diese Option hinfällig. Ich ging erstmal zurück ins Flughafengebäude und wechselte meine übrig geblieben USD, bevor ich mir ein Taxi suchte. Ein älterer Insulaner bot mir für 20 000 kolumbianische Pesos (4USD) an, mich zum nächsten Telefonladen zu fahren. Ich kam mit der Verkäuferin ins Gespräch und sie erzählte mir, dass ihre Tochter im Zürcher Oberland lebt. Die Welt ist klein.
    Als ich dann wieder online war, galt es, die gebuchte Unterkunft zu finden. Der Fahrer kannte sie nicht und rief den Besitzer an. Er fuhr aus der Stadt raus und knöpfte mir nach Ankunft nochmals 20 000 für die Weiterfahrt ab. Natürlich ohne Absprache. In dieser Unterkunft gefiel es mir gar nicht. Sie war irgendwo im nirgendwo und irgendwie schmuddelig. Ich war überglücklich, als mir der Typ an der „Rezeption“ mitteilte, er habe keine Buchung von mir. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass ich bei seiner Schwester im Zentrum gebucht hatte. Sein Schwager holte mich mit dem Motorroller ab und brachte mich zur richtigen Unterkunft, die sich in San Andres town in einer Seitengasse befand und dadurch etwas Ruhe bot. Diese Stadt wirkte laut und hektisch auf mich und bot auf den ersten Blick nichts wirklich Schönes. Am Stadtstrand reihte sich ein Markenladen an den nächsten. San Andrés ist Freihandelszone und von den vorwiegend kolumbianischen Touristen wird dieser Vorzug rege genutzt. Ich erreichte nach einiger Zeit den Playa Spratt Bight (Stadtstrand), der sehr touristisch und überlaufen auf mich wirkte, so dass ich mich entschied, einen Taxifahrer, dessen Nummer ich von der Unterkunftsbesitzerin bekam, anzurufen. Neben seinen 4 Söhnen, die alle sehr aufmerksam und überaus freundlich waren, gab es für mich auch noch ein Plätzchen im Auto. Richard nahm mich mit in den Südosten bis zum Playa San Luis. Hier spürte man das karibische Flair viel mehr. Ich gönnte mir ein wenig Schlaf am Strand und mein erstes kolumbianisches Bier in einer Rastafari Bar. So lässt es sich leben.
    Cheers 🍺.
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  • Johnny Cay 🏝️

    Jul 25–26, 2025 in Colombia ⋅ ☁️ 28 °C

    Ich startete mit einem gesunden Frühstück in den Tag. Auf dem Markt kaufte ich gestern eine Papaya, die so groß ist, dass sie sicher für ein paar Tage reicht. Im Supermarkt nebenan gab es zudem griechischen Joghurt der Extraklasse, den ich mir noch mit frischem Limettensaft verfeinere. Ich schätze es sehr, dass ich mich selbst versorgen kann und in meinem Tempo den Tag beginne.

    Am Vormittag lief ich dann entspannt in Richtung des Stadtstrandes „Playa Spott Bight,“ ohne dass ich schon eine konkrete Idee hatte, was ich heute unternehmen wollte. Fast angekommen wurde ich von einem Tourenverkäufer angesprochen, der nicht allzu aufdringlich war. Er verkaufte mir eine Bootsfahrt zur etwa anderthalb Kilometer entfernten Johnny Caye. Als Caye bezeichnet man eine „kleine Insel,“ auch eine Koralleninsel. Nachdem ich meine USD 11 für den Transport und USD 3 für den Eintritt in den Nationalpark losgeworden war, brachte mich ein Mopedtaxi zum Hafen. Hier stieg ich zusammen mit 2 anderen Touristen auf ein Schnellboot auf, welches uns zur Caye fuhr.

    Zuerst dachte ich, es sei ein unberührtes Fleckchen Erde à la Robinson Crusoe, doch dem war gar nicht so. Schon vom Boot aus sah man, dass sich hier Scharen von Touristen tummelten. Es gab auch ein paar Strandrestaurants für die Tagesausflügler auf dem Inselchen. Hmmm🤔. Nachdem die beiden Mitreisenden und ich ausgestiegen waren, empfing uns ein Guide, der während des Inselaufenthaltes ein Auge auf uns haben sollte und auch die Aufgabe hatte, uns später wieder zum richtigen Boot zu bringen. Der Guide trottete raschen Schrittes mit dem spanischsprechenden Paar davon und ich sah ihn nie wieder 🤷‍♀️. Ich dachte mir nichts dabei und frei nach dem Motto: „Go with the flow“ begann ich die Caye zu erkunden. Einmal rundherum lief man etwa 20 Minuten. Ich stoppte immer mal wieder, beobachtete Leguane, die sich in der Sonne aalten, ein Hai näherte sich dem Strand und sorgte für Aufsehen bei den kolumbianischen Touristen und sonst genoss ich das Durchstreifen der Palmenhaine, den Puderzuckersand und den ruhigen Ozean. Die paar Regentropfen, die am frühen Nachmittag vom Himmel fielen, störten keineswegs. Trotz vieler Besucher ließ sich doch ein ruhiges und entspanntes Plätzchen auf der unbewohnten Caye finden.

    Um 15.30 Uhr sollte ich zurück am Strand sein, wo die Boote Touristen nach San Andres zurückfuhren. Ich war bereits 5 Minuten früher da, konnte mein Boot jedoch nicht entdecken. Also fragte ich einen auf mich hektisch wirkenden Mann, der hier die Abfahrten zu managen schien. Er meinte, dass ich nicht meinem Guide gefolgt sei 🤷‍♀️ und mein Boot bereits abgelegt habe. Ich sei zu spät. Ok, das musste ich erstmal verdauen. 5 Minuten später winkte er mir zu und zeigte auf ein Slowboot voller kolumbianischer Tagesausflügler (geschätzt 20-30), welches mich mitnahm. Die Überfahrt war sehr entspannt, bis jemand vorne am Bug die Stimme erhob und zu predigen begann. Alle Touristen sprachen ihm nach. Leider ist mein Spanisch nicht gut genug, um zu verstehen, worum es bei diesem Sprechgesang genau ging.

    Ich war wieder zurück in San Andrés und machte mich gemütlichen Schrittes auf zu meinem Apartment.
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  • Playa San Luis 🌴

    Jul 26–28, 2025 in Colombia ⋅ 🌬 30 °C

    Ich hatte noch 2 weitere Tage auf San Andrés. Heute ist Samstag und leider zeigt sich das Wetter nicht von seiner besten Seite. In der Nacht und am frühen Morgen regnete es stark und anhaltend und es wehte eine steife Brise. Infolgedessen blieb ich am Vormittag in meiner Ferienwohnung, telefonierte und schrieb an meinem Reiseblog. Als der Himmel endlich aufklarte und es draußen trockener wurde, lief ich zur Bushaltestelle. In der Regel funktioniert es auf San Andrés so, dass man sich an die Straße stellt und den Bus per Handzeichen anhält. Ich musste nicht lange warten, saß im Bus und bezahlte die üblichen COP 5000, was etwa einem Euro entspricht, für die Fahrt. Es sollte wieder Richtung Playa St. Luis gehen. Da es mittlerweile schon nach 13 Uhr war, entschied ich mich, in Freetown, einem Aussichtspunkt, der sich kurz vor dem Ort San Luis befindet, auszusteigen und ein Strandrestaurant anzusteuern. Es gab Fisch, Coconut-Rice, Patacones, und eine kleine Salatbeilage. Nach dem Essen lief ich Richtung San Luis town, in der Hoffnung nach dem Ort einen ruhigen Strand zu finden. Diese waren aber ewig weit entfernt, zudem war es plötzlich wieder unerträglich heiß. Ich kehrte um und hoffte, schnell wieder in einem Bus sitzen zu können. Dieser kam leider nicht. Ich entschied mich, ein Mototaxi anzuhalten und das war ein Fehler. Der Fahrer war ein spanischsprachiger Einheimischer, der mich mit Fragen löcherte. Als mir die Fragerei nach einer Weile zu viel wurde, bat ich ihn anzuhalten, was er glücklicherweise auch tat, mir aber noch Massagen und verschiedene andere „Annehmlichkeiten“ anbot. Ich lehnte dankend ab 😳, aber der Typ redete immer noch unaufhörlich weiter. Endlich kam ein Bus, der mich für die üblichen COP 5000 ins Zentrum zurückbrachte. Es war ein kurzer, aber intensiver Ausflugstag. Ich freute mich auf Ruhe und Erholung in meinen eigenen 4 Wänden.

    Heute ist Sonntag und bereits mein letzter Tag auf San Andrés. Die Zeit vergeht auch in der Karibik viel zu schnell. Das Wetter zeigt sich heute freundlicher als gestern, so dass ich etwas früher aufbrechen konnte. Heute wollte ich mich etwas treiben lassen, mich in den Bus setzen und mal schauen, an welchem Ort sich das Aussteigen lohnen würde. Wie gestern ging es Richtung Süden nach San Luis. Ich blieb diesmal länger im Bus und schaute mir zuerst den gesamten Küstenstreifen an. Am südlichsten Punkt der Insel entschied ich mich für den Ausstieg. An diesem Ort herrschte reges Treiben. Ich war bei den sprudelnden Löchern, auch bekannt als "El Hoyo Soplador", angekommen. Dies bedeutet auf Deutsch "das blasende Loch.“ Hierbei handelt sich um eine natürliche Gegebenheit, bei der Wasser vom Meer aus kommend durch unterirdische Tunnel nach oben gedrückt wird und einen Wasserstrahl erzeugt. Manchmal kam durch das Loch nur wenig Wasser, manchmal ganze Fontänen. Die kolumbianischen Touristen ließen sich natürlich wie wild fotografieren 📸. Nachdem ich mir dieses Naturspektakel angeschaut hatte, setzte ich mich nochmals in den Bus und hoffte, dass dieser an der Westküste in Richtung Zentrum zurückfahren würde. Bisher war ich nur an der Ostküste unterwegs gewesen. Dem war leider nichts so, d.h. ich fuhr praktisch im Kreis wieder zurück an den Playa St. Luis und entschied mich, mir ein schönes Plätzchen zum entspannen zu suchen. Das funktionierte bestens. Ich fand einen Strandabschnitt, an dem eine junge lokale Familie eine Tür zum Meer, Holzbänke und eine Terrasse mit Hängematten gebaut hatten. Auf der anderen Straßenseite betrieben sie auf dem eigenen Grundstück eine kleine Bar. Essen gab aus auf Nachfrage. Es war so ein schöner und friedlicher Ort. Die paar wenigen Badegäste waren Insulaner, die den Sonntag mit den Kindern am Strand verbrachten. Der Barbesitzer war sehr bemüht, es allen recht zu machen. Seine Frau bereitete mir neben dem Barbetrieb 2 Fischsteaks mit unendlich leckeren Patacones (gebratene Kochbananenscheiben) zu, dazu gab es ein Andina, für mich das beste Bier Kolumbiens. Als es am Strand immer schattiger wurde, entschied ich mich, den Rückweg anzutreten. Ich plauderte noch kurz mit dem jungen Paar und verpasste derweil 2 Busse. Das war fatal, denn am Sonntag fuhren diese sehr unregelmäßig. Hmmm 😕. In der kommenden Stunde fuhr in meiner Richtung keiner mehr. Ich lief bei schweißtreibenden Temperaturen zu Fuß bis nach San Luis town und wartete hier geduldig auf den Weitertransport. Nach der gestrigen Erfahrung mit dem Mopedtaxifahrer wollte ich Taxifahren erstmal vermeiden. Im völlig überfüllten Bus ging es am späten Nachmittag zurück ins Zentrum.

    Am Abend bereitete ich mich auf die Weiterreise zur Nachbarinsel Providencia vor. Per Flugzeug sollte es am Montagmorgen weitergehen.
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  • Providencia: un paraíso 🏝️

    Jul 28–Aug 2, 2025 in Colombia ⋅ ☁️ 28 °C

    Am liebsten würde ich nur die Fotos hochladen, denn sie sprechen bereits Bände. Ich werde aber nachfolgend auch ein paar Highlights von meinem Besuch im Paradies aufschreiben und mit euch teilen.

    Der Hinflug von San Andrés nach Providencia war am 28. Juli um 9.30 Uhr. Es war der Zweite von drei Flügen, die täglich zwischen den beiden Inseln verkehren. Die Chartermaschine von Satena startete pünktlich und war etwa zu einem Dreiviertel belegt. Im Flieger war es die 15minütige Flugzeit über extrem drückend und stickig. Die Inbetriebnahme der Klimaanlage schien man sich offensichtlich zu sparen. Der Anflug verlief erstmal unspektakulär. In der Ankunftshalle musste man etwas warten und es konnte immer nur ein Passagier nach dem anderen zum Ankunftsschalter gehen, wo man exakt angeben musste, wo und wie lange man auf der Insel verweilen würde. Nachdem ich mein Gepäck erhalten hatte, nahm ich mir ein altes, klappriges Taxi (die Autos auf der Insel sind alle in einem schlechten Zustand) und ließ mich für COP 30 000, was etwa USD 8 entspricht, zur Unterkunft Colorful Garden Guesthouse fahren. Mit den Besitzern hatte ich bereits von Panama aus den 6-tägigen Aufenthalt abgemacht. Das Guesthouse befindet sich ca. 500m vor dem Hauptort, der ehrlich gesagt nicht besonders attraktiv ist. Die Lage der Unterkunft hat nicht meinen Vorstellungen entsprochen, da sie noch dazu direkt an der Straße und neben einem Kraftwerk lag. Auch breitete sich hier wieder der Klärgeruch im Aussenbereich aus, den ich noch von meinem Badezimmer in der Posada in San Andrés in der Nase hatte. Die wirklich sehr freundliche Besitzerin Jenni führte mich nach dem Check In in mein Zimmer im Untergeschoss, wo es sehr modrig roch, eng und ungemütlich war. Die Aussicht auf den Gartenboden war frustrierend. Ich wollte hier unter keinen Umständen bleiben und überlegte mir erstmal, wie ich vorgehen sollte, schliesslich hatte ich bereits für die gesamte Aufenthaltsdauer bezahlt. Zuerst maschierte ich ins Städtchen, machte bei Entremares für den morgigen Tag 2 Tauchgänge ab und schaute im angeblich angesagtesten Café des Ortes vorbei. Naja, mir war nach dem Besuch schlecht 🤮. Der Verbleib in diesem Ort stand unter keinem guten Stern. Ich durchforstete Booking.com und sah ein freies Apartment zwischen der Almond Bay und der Freshwater Bay, 2 von 5 Haupstränden auf der Insel. Dank Google fand ich die Telefonnummer der Familie, die die Posada betrieb, heraus und machte einen Superdeal für die nächsten 4 Nächte. Im „Berton Place“ bezahlte ich gerade mal USD 27 pro Nacht für ein Apartment mit großem Wohn-und Schlafbereich, Küche, Bad und einem Balkon mit Meerblick. Zudem gab es kostenlos Früchte aus dem Garten und einmal brachte mir Hortensia sogar selbstgebackenes Brot vorbei. Hier stimmte einfach alles. Mit Colorful Garden hatte ich zwar etwas Geld in den Sand gesetzt, aber wenn man bedenkt, dass Menschen im Four Seasons 12000 Euro für eine Nacht in einer Suite bezahlen, waren das nur Peanuts 🥜.

    Bevor ich zu Bertons Place umzog, verbrachte ich einige Stunden unter Wasser. Es war fantastisch. Mein Instructor Marcos, brachte mich zu 2 Tauchplätzen. Der Benefit war, dass ich die einzige Taucherin war, weniger gut, dass Marcos so gut wie kein Englisch sprach und das Briefing mit Händen und Füßen erfolgte. Der erste Tauchgang war atemberaubend. 5 Haie hatte ich bisher noch nie beim Tauchen gesehen. Hier schien das normal zu sein. Der zweite Tauchgang war weniger tief, dafür etwas bunter und mit mehr tropischen Fischen. Da ich so begeistert war, meldete ich mich am Donnerstag gleich nochmals für 2 Tauchgänge an. Ich hatte gelesen, dass es einen Tunnel unter Wasser gibt, durch den man tauchen kann. Bei diesem Tauchgang geht es bis zu 35m tief nach unten. Mal schauen 👀. Diesmal wäre das Briefing durch Marcos tatsächlich hilfreich gewesen, da es ein anspruchsvolles Manöver war, kopfüber in den Tunnel einzutauchen und etwa 12 Tiefenmeter zu überwinden. Marcos stieg zuerst ein, dann kam ich und zum Schluss eine Chilenin. Die beiden kannten sich schon länger und standen sich scheinbar recht nahe 😍. Durch das nicht ausreichende Briefing hatte ich das Tauchen im Spiral recht unterschätzt. Ich bekam Ohrenschmerzen und hatte Probleme mit dem Druckausgleich. Am Ende drehte ich mich noch und kam zuerst mit den Flossen, anstatt mit dem Kopf aus der Höhle heraus 🙈. Insgesamt keine schöne Erfahrung, die mir von meiner Guesthouse-Nachbarin Olga, die auch schon viele Jahre taucht, bestätigt wurde. Marcos verstand die Welt nicht mehr, als ich ihm über Wasser mitteilte, dass El Espiral für mich nicht die beste Taucherfahrung gewesen sei 🤷‍♀️. Entschädigt wurde ich dann aber an „Nicks Place“ mit 7 Haien, die um uns kreisten. Unglaublich. Und auch der zweite Tauchplatz konnte mit farbigen Korallen und Fischschwärmen aufwarten. In La Providencia ist der kommerzielle Fischfang untersagt, da die Insel mitten im Seaflower Biosphärenreservat liegt, einem der artenreichsten marinen Schutzgebiete der Welt. Es wurde 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Nach dem vierten Tauchgang mit Entremares entschied ich mich, keine weiteren Tauchgänge mehr zu planen, obwohl es noch 12 andere interessante Tauchplätze rund um die Insel gibt. Kosten für 4 Tauchgänge: COP 700 000, etwa €140 .

    Es zog mich an den Strand. Mittwoch machte ich einen kurzen Abstecher zur Crab Cay, wo man die 7 Farben des Meeres, wofür Providencia bekannt ist, besonders gut sehen konnte. Das Mopedtaxi (man trifft meist die gleichen Fahrer wieder, die um die Insel fahren) brachte mich zum Bootsableger, wo ich COP 50 000 für die Hin-und Rückfahrt bezahlte und dann in einem Lancha chauffiert wurde. Auf dem Inselchen darf man nur max. 1.5h bleiben. Ich startete den Aufstieg. Von oben war die Aussicht wirklich besonders schön und das Meer strahlte farbenfroh. Unten konnte man abschließend noch im kristallklaren Wasser schnorcheln oder einfach nur schwimmen und schon war die Zeit um. Nach der Rückkehr ließ ich mich von einem Mopedtaxi zum Playa Manzanillo fahren, an dem es an diesem Tag recht windstill war und verbrachte noch einige Stunden am Strand. Am Freitag startete ich den Tag an der Freshwater Bay (auch Agua Dulce genannt), dann ging’s nochmal zum Playa Manzanillo, wo heute eine steife Brise wehte und weiter an meinen Lieblingsstrand die Southwest Bay. Hier ist das Meer ruhig, der Strand breit, es gibt viele schattige Plätze unter Palmen und coole Bars. Zweimal kehrte ich in Alberts Bar ein. Alberts Frau kommt aus Deutschland, er selber spricht ein wenig deutsch und kümmert sich auf karibisch charmante Weise um seine Gäste. Im Restaurant La Divino niño, ebenfalls an diesem Strand, arbeitet eine Frau aus Rostock, die seit 20 Jahren auf der Insel lebt, mittlerweile zwei erwachsene Söhne hat und vor allem Lakritze vermisst. Also falls jemand Lust auf Providencia bekommen hat, kann man Nicole gerne eine Tüte der Süssigkeit vorbeibringen. Sie bedient 7 Tage im Restaurant, um das Studium ihrer Söhne auf dem Festland mitzufinanzieren.

    Ich hatte 6 wundervolle Tage auf der Insel und habe viel über das Leben der Menschen hier erfahren und sehr warmherzige Insulaner*innen getroffen. An diesen Ort möchte ich gerne und mit mehr Zeit zurückkehren. Die Einheimischen nennen es „Paradise.“ Ich stimme Ihnen zu 🫶🏝️🫶.
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  • Cali-Salsa und Kontraste 💃

    Aug 2–7, 2025 in Colombia ⋅ ☁️ 26 °C

    Das Abschiednehmen von Providencia fiel mir sehr schwer. Gerne hätte ich meine Seele noch länger in diesem Inselparadies baumeln lassen. Was für eine Entdeckung. Eine Überlegung war, den bevorstehenden Flug nach Cali umzubuchen, aber letztendlich war es zu kostspielig und außerdem war ich neugierig aufs kolumbianische Festland. Ich nahm am Samstag das dritte und letzte Kleinflugzeug zurück nach San Andrés, wo die Maschine kurz vor 16 Uhr landete. Mein Weiterflug nach Cali war erst um 22 Uhr abends. Ich konnte mein Gepäckstück zwar bereits bezahlen (USD 22), aber zum Einchecken war es noch zu früh. Also gab ich es in der Gepäckaufbewahrung ab und machte mich in Richtung Stadtzentrum auf. Ein Mopedfahrer offerierte mir eine Gratisfahrt zum Playa Spratt Bight, wo ich mich bereits bestens auskannte. Der Entscheid, sich nochmal in dieses Getümmel zu stürzen, war wohl der Falsche gewesen. Der Unterschied zu Providencia war wirklich extrem spürbar.
    Hier war es einfach nur laut und hektisch. Ich kaufte mir ein Paleta (selbstgemachtes Eis am Stiel) an einem Stand und lief in der Hitze zurück Richtung Flughafen. Es dämmerte schon etwas und die Mücken griffen wie gestern Abend auf Providencia gnadenlos an. Ich war mittlerweile am ganzen Körper zerstochen und hatte mich heftig zerkratzt. Kurz vor dem Flughafen kam ich an einem Restaurant vorbei, welches einladend wirkte. Es schien möglich zu sein, Falafel mit Salat zu bekommen 😋. Nach etwa einer halben Stunde und vielen neuen Mückenstichen fragte ich beim Personal nach, wann denn das Essen käme, da ich allmählich wieder zum Flughafen losgehen müsse. Man sagte mir, dass die Falafel erst noch auftauen müssten 😅, aber der eigentliche Grund war ein volles Restaurant und die Langsamkeit des Küchenpersonals. Ich entschied mich nicht weiter zu warten, bezahlte mein Bierchen und ging los. Am Flughafen handelte ich mir Ärger ein, da ich den Gepäckraum betrat, ohne aufs Personal zu warten. Ich nahm den Tadel gelassen und weil ich immer noch nichts gegessen hatte, bestellte ich ein Sandwich bei Subways. Das geht immer. Danach ging’s zum Gate. Ich flog mit Latam Airlines in etwa anderthalb Stunden vom karibischen San Andrés in die Salsa Hauptstadt Cali. Meine Unterkunft Casa Ruta Sur im historischen Stadtteil San Antonio erreichte ich gegen 1 Uhr nachts. Der Taxifahrer verlangte für die 30minütige Fahrt USD 10. Dafür waren aber Umwege in Kauf zu nehmen, da wir zu zweit im Taxi waren und der andere Gast zuerst zur Unterkunft gebracht wurde. Ich war müde und wollte nur noch ins Bett, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen in Cali, die die Nacht zum Tag machten.

    Der Sonntag war ein ruhiger Tag in der Salsa Metropole. Ich entschied, mich in der 2-Millionen-Stadt ein wenig umzuschauen. Bis auf den unberechenbaren Verkehr, ging dies ganz gut und ich fühlte mich auch recht sicher, passte aber trotzdem gut auf meine paar Habseligkeiten auf. Ich streifte zu Fuß durch das koloniale Stadtviertel San Antonio. Die historischen Häuser beherbergen in der Regel Cafés, Restaurants und kleine Läden. Wenn man die Straße hinaufgeht kommt man in den Parque San Antonio, in dem eine kleine Kapelle steht. Von hier oben hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt und an heißen Tagen gönnt man sich in der Saftbar um die Ecke noch eine erfrischende Lulada, ein regionales Getränk in Cali. Bei der Lulada wird das Fruchtfleisch der Lulo, einer Frucht aus den Andenregionen Kolumbiens, mit der Hand oder einem Stampfer grob zerdrückt, mit Limettensaft, Zucker und Eis vermischt und als erfrischendes Getränk serviert. Lecker 😋.

    Am nächsten Tag stand eine Free-Walking-Tour auf dem Programm. Startpunkt war der Plaza La Merced, der Gründungsort der Stadt. Hier findet man auch die Kirche gleichen Namens und ein Museum. Es ist ein lebendiger Treffpunkt für Einheimische und Besucher, ideal für Fotos, einen Spaziergang oder einen ruhigen Moment. Den ruhigen Moment hatte unsere 11-köpfige Gruppe von dem Zeitpunkt an, als unser Guide Fernando zu reden begann, nicht mehr. Zuerst saßen wir eine geschlagene Stunde auf dem Plaza, bis die Vorstellungsrunde und die ersten Informationen durch waren. Die Tour endete nach Zuckerrohrsaft-Degustation, Pandebono-Verkostung (berühmtes Käsebrötchen aus Kolumbien), Besichtigung der wichtigsten Plazas und schließlich nach den ersten Salsa-Schritten beim Grupo Niche Denkmal auf dem Plazoleta Jairo Varela nach 4.5 Stunden 🙈. Einige Teilnehmer*innen hatten die Tour schon vorher verlassen. Auch ich wurde langsam nervös, denn ich hatte für den Nachmittag meine erste Salsastunde in der Tanzschule Rumba y Salsa gebucht. Ich schaffte es geradeso. Mein Tanzlehrer Jefferson lernte mir in den 3 Stunden, die ich über 3 Tage verteilt besuchte, die 5 Grundschritte. Es war nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein absolutes Muss in Cali. Jeden Freitag und Samstag tanzen in der Calle del Sabor 50-60 000 Menschen zusammen Salsa, die Clubs haben jeden Abend geöffnet und auch sonst ist Salsa immer und überall präsent und prägt das Stadtbild Calis enorm 💃.

    Am Dienstag entschied ich mich nochmals für eine Stadttour, diesmal stand sie unter dem Motto: „Salsa und Graffiti.” Treffpunkt war der Plazoleta Jairo Varela. Unter dem Denkmal tanzten wir wieder Salsa zu Songs der berühmten Grupo Niche, dem Stolz von Cali. Gegründet wurde die Salsa Band 1979 in Bogotá von Jairo Varela (Komponist, Sänger und musikalischer Leiter). Obwohl die Band ursprünglich in Bogotá gegründet wurde, wurde sie in Cali berühmt und hat dort ihre Wurzeln geschlagen. Der Hit „Cali Pachanguero“ ist eine Hymne an die Stadt. Die Tour führte an zahlreiche Orte der Stadt, wobei sich alles um die Geschichte des Salsa drehte und auch die damit verbundene Streetart. Den Abschluss fand sie in einem kleinen Laden, wo in einer Ecke Stühle hergerichtet waren. Es ging nun darum, mit den Grundinstrumenten des Salsa zu spielen. Unsere 5-köpfige Gruppe stellte sich gar nicht so schlecht an. Nach der Tour ging es wieder zum Salsa-Unterricht bei Rumba y Salsa, die übrigens auch ein Tanzstudio in Lausanne betreiben. Der Sohn der kolumbianischen Familie lebt mit Frau und Kind seit einigen Jahren in der Schweiz und betreibt seine eigene Tanzschule.

    Den Tag vor meiner Abreise wollte ich nicht mehr verplanen. Ich streifte nochmals durch die Stadt, vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Ich begann im Parque El Gato de Tejada, dem Katzenpark von Cali. Er befindet sich am Ufer des Flusses Cali ist eine lebendige Galerie, die dem beliebten Kunstwerk „El Gato del Río“ gewidmet ist, einer 3,5 m hohen Bronzeskulptur des kolumbianischen Künstlers Hernando Tejada. 2006 folgte das Kunstprojekt “Las Novias del Gato.“ Dies sind farbenfrohe Katzenskulpturen von lokalen Künstler*innen, die der Hauptkatze Gesellschaft leisten sollten. Nach dem Spaziergang ging es in die Salsa Schule und anschließend zurück in die Casa. Ich ging früh schlafen, denn in der Nacht um 2.45 Uhr wurde ich von meinem Taxifahrer Wilson abgeholt. Er sollte mich zum Flughafen bringen. Wie ich es schon von der Fahrt vor ein paar Tagen kannte, suchte er nach weiteren Gästen, um mehr zu verdienen. Es war nur diesmal so, dass ich keine Zeit hatte. Als sein Gast nicht aus dem Hotelzimmer kam und es keine Wartezeit zuließ, musste ich ihn auffordern zu fahren. Freundlichkeit war grad fehl am Platz. Ich war um 3.30 Uhr am Flughafen und um 4.35 Uhr ging mein Flug zurück nach Panama Stadt und von da nach Frankfurt.

    Karibische Auszeit war eine entspannte Reise, die viel Zeit für Ruhe und Erholung bot. Die Insel Providencia hat es mir besonders angetan, doch auch andere Orte auf dem kolumbianischen Festland sind es wert, entdeckt zu werden. Was man für eine Reise durch Kolumbien einfach unbedingt braucht, ist ein Grundwortschatz in Spanisch. Ohne geht es kaum 🇪🇸.

    Nos vemos en el mundo 🌎.
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    Trip end
    August 8, 2025