Cali-Salsa und Kontraste 💃
Aug 2–7, 2025 in Colombia ⋅ ☁️ 26 °C
Das Abschiednehmen von Providencia fiel mir sehr schwer. Gerne hätte ich meine Seele noch länger in diesem Inselparadies baumeln lassen. Was für eine Entdeckung. Eine Überlegung war, den bevorstehenden Flug nach Cali umzubuchen, aber letztendlich war es zu kostspielig und außerdem war ich neugierig aufs kolumbianische Festland. Ich nahm am Samstag das dritte und letzte Kleinflugzeug zurück nach San Andrés, wo die Maschine kurz vor 16 Uhr landete. Mein Weiterflug nach Cali war erst um 22 Uhr abends. Ich konnte mein Gepäckstück zwar bereits bezahlen (USD 22), aber zum Einchecken war es noch zu früh. Also gab ich es in der Gepäckaufbewahrung ab und machte mich in Richtung Stadtzentrum auf. Ein Mopedfahrer offerierte mir eine Gratisfahrt zum Playa Spratt Bight, wo ich mich bereits bestens auskannte. Der Entscheid, sich nochmal in dieses Getümmel zu stürzen, war wohl der Falsche gewesen. Der Unterschied zu Providencia war wirklich extrem spürbar.
Hier war es einfach nur laut und hektisch. Ich kaufte mir ein Paleta (selbstgemachtes Eis am Stiel) an einem Stand und lief in der Hitze zurück Richtung Flughafen. Es dämmerte schon etwas und die Mücken griffen wie gestern Abend auf Providencia gnadenlos an. Ich war mittlerweile am ganzen Körper zerstochen und hatte mich heftig zerkratzt. Kurz vor dem Flughafen kam ich an einem Restaurant vorbei, welches einladend wirkte. Es schien möglich zu sein, Falafel mit Salat zu bekommen 😋. Nach etwa einer halben Stunde und vielen neuen Mückenstichen fragte ich beim Personal nach, wann denn das Essen käme, da ich allmählich wieder zum Flughafen losgehen müsse. Man sagte mir, dass die Falafel erst noch auftauen müssten 😅, aber der eigentliche Grund war ein volles Restaurant und die Langsamkeit des Küchenpersonals. Ich entschied mich nicht weiter zu warten, bezahlte mein Bierchen und ging los. Am Flughafen handelte ich mir Ärger ein, da ich den Gepäckraum betrat, ohne aufs Personal zu warten. Ich nahm den Tadel gelassen und weil ich immer noch nichts gegessen hatte, bestellte ich ein Sandwich bei Subways. Das geht immer. Danach ging’s zum Gate. Ich flog mit Latam Airlines in etwa anderthalb Stunden vom karibischen San Andrés in die Salsa Hauptstadt Cali. Meine Unterkunft Casa Ruta Sur im historischen Stadtteil San Antonio erreichte ich gegen 1 Uhr nachts. Der Taxifahrer verlangte für die 30minütige Fahrt USD 10. Dafür waren aber Umwege in Kauf zu nehmen, da wir zu zweit im Taxi waren und der andere Gast zuerst zur Unterkunft gebracht wurde. Ich war müde und wollte nur noch ins Bett, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen in Cali, die die Nacht zum Tag machten.
Der Sonntag war ein ruhiger Tag in der Salsa Metropole. Ich entschied, mich in der 2-Millionen-Stadt ein wenig umzuschauen. Bis auf den unberechenbaren Verkehr, ging dies ganz gut und ich fühlte mich auch recht sicher, passte aber trotzdem gut auf meine paar Habseligkeiten auf. Ich streifte zu Fuß durch das koloniale Stadtviertel San Antonio. Die historischen Häuser beherbergen in der Regel Cafés, Restaurants und kleine Läden. Wenn man die Straße hinaufgeht kommt man in den Parque San Antonio, in dem eine kleine Kapelle steht. Von hier oben hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt und an heißen Tagen gönnt man sich in der Saftbar um die Ecke noch eine erfrischende Lulada, ein regionales Getränk in Cali. Bei der Lulada wird das Fruchtfleisch der Lulo, einer Frucht aus den Andenregionen Kolumbiens, mit der Hand oder einem Stampfer grob zerdrückt, mit Limettensaft, Zucker und Eis vermischt und als erfrischendes Getränk serviert. Lecker 😋.
Am nächsten Tag stand eine Free-Walking-Tour auf dem Programm. Startpunkt war der Plaza La Merced, der Gründungsort der Stadt. Hier findet man auch die Kirche gleichen Namens und ein Museum. Es ist ein lebendiger Treffpunkt für Einheimische und Besucher, ideal für Fotos, einen Spaziergang oder einen ruhigen Moment. Den ruhigen Moment hatte unsere 11-köpfige Gruppe von dem Zeitpunkt an, als unser Guide Fernando zu reden begann, nicht mehr. Zuerst saßen wir eine geschlagene Stunde auf dem Plaza, bis die Vorstellungsrunde und die ersten Informationen durch waren. Die Tour endete nach Zuckerrohrsaft-Degustation, Pandebono-Verkostung (berühmtes Käsebrötchen aus Kolumbien), Besichtigung der wichtigsten Plazas und schließlich nach den ersten Salsa-Schritten beim Grupo Niche Denkmal auf dem Plazoleta Jairo Varela nach 4.5 Stunden 🙈. Einige Teilnehmer*innen hatten die Tour schon vorher verlassen. Auch ich wurde langsam nervös, denn ich hatte für den Nachmittag meine erste Salsastunde in der Tanzschule Rumba y Salsa gebucht. Ich schaffte es geradeso. Mein Tanzlehrer Jefferson lernte mir in den 3 Stunden, die ich über 3 Tage verteilt besuchte, die 5 Grundschritte. Es war nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein absolutes Muss in Cali. Jeden Freitag und Samstag tanzen in der Calle del Sabor 50-60 000 Menschen zusammen Salsa, die Clubs haben jeden Abend geöffnet und auch sonst ist Salsa immer und überall präsent und prägt das Stadtbild Calis enorm 💃.
Am Dienstag entschied ich mich nochmals für eine Stadttour, diesmal stand sie unter dem Motto: „Salsa und Graffiti.” Treffpunkt war der Plazoleta Jairo Varela. Unter dem Denkmal tanzten wir wieder Salsa zu Songs der berühmten Grupo Niche, dem Stolz von Cali. Gegründet wurde die Salsa Band 1979 in Bogotá von Jairo Varela (Komponist, Sänger und musikalischer Leiter). Obwohl die Band ursprünglich in Bogotá gegründet wurde, wurde sie in Cali berühmt und hat dort ihre Wurzeln geschlagen. Der Hit „Cali Pachanguero“ ist eine Hymne an die Stadt. Die Tour führte an zahlreiche Orte der Stadt, wobei sich alles um die Geschichte des Salsa drehte und auch die damit verbundene Streetart. Den Abschluss fand sie in einem kleinen Laden, wo in einer Ecke Stühle hergerichtet waren. Es ging nun darum, mit den Grundinstrumenten des Salsa zu spielen. Unsere 5-köpfige Gruppe stellte sich gar nicht so schlecht an. Nach der Tour ging es wieder zum Salsa-Unterricht bei Rumba y Salsa, die übrigens auch ein Tanzstudio in Lausanne betreiben. Der Sohn der kolumbianischen Familie lebt mit Frau und Kind seit einigen Jahren in der Schweiz und betreibt seine eigene Tanzschule.
Den Tag vor meiner Abreise wollte ich nicht mehr verplanen. Ich streifte nochmals durch die Stadt, vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Ich begann im Parque El Gato de Tejada, dem Katzenpark von Cali. Er befindet sich am Ufer des Flusses Cali ist eine lebendige Galerie, die dem beliebten Kunstwerk „El Gato del Río“ gewidmet ist, einer 3,5 m hohen Bronzeskulptur des kolumbianischen Künstlers Hernando Tejada. 2006 folgte das Kunstprojekt “Las Novias del Gato.“ Dies sind farbenfrohe Katzenskulpturen von lokalen Künstler*innen, die der Hauptkatze Gesellschaft leisten sollten. Nach dem Spaziergang ging es in die Salsa Schule und anschließend zurück in die Casa. Ich ging früh schlafen, denn in der Nacht um 2.45 Uhr wurde ich von meinem Taxifahrer Wilson abgeholt. Er sollte mich zum Flughafen bringen. Wie ich es schon von der Fahrt vor ein paar Tagen kannte, suchte er nach weiteren Gästen, um mehr zu verdienen. Es war nur diesmal so, dass ich keine Zeit hatte. Als sein Gast nicht aus dem Hotelzimmer kam und es keine Wartezeit zuließ, musste ich ihn auffordern zu fahren. Freundlichkeit war grad fehl am Platz. Ich war um 3.30 Uhr am Flughafen und um 4.35 Uhr ging mein Flug zurück nach Panama Stadt und von da nach Frankfurt.
Karibische Auszeit war eine entspannte Reise, die viel Zeit für Ruhe und Erholung bot. Die Insel Providencia hat es mir besonders angetan, doch auch andere Orte auf dem kolumbianischen Festland sind es wert, entdeckt zu werden. Was man für eine Reise durch Kolumbien einfach unbedingt braucht, ist ein Grundwortschatz in Spanisch. Ohne geht es kaum 🇪🇸.
Nos vemos en el mundo 🌎.Read more























TravelerLiebe Doreen.Es war mir wie immer eine Freude , Dir auf auch dieser spannenden Rese zu folgen.🙂 Herzlichen Dank & eine schöne Zeit...bis bald mal wieder...
TravelerLiebe Grüße Gaby 🌸
TravelerDanke 🏝️