• Providencia: un paraíso 🏝️

    Jul 28–Aug 2, 2025 in Colombia ⋅ ☁️ 28 °C

    Am liebsten würde ich nur die Fotos hochladen, denn sie sprechen bereits Bände. Ich werde aber nachfolgend auch ein paar Highlights von meinem Besuch im Paradies aufschreiben und mit euch teilen.

    Der Hinflug von San Andrés nach Providencia war am 28. Juli um 9.30 Uhr. Es war der Zweite von drei Flügen, die täglich zwischen den beiden Inseln verkehren. Die Chartermaschine von Satena startete pünktlich und war etwa zu einem Dreiviertel belegt. Im Flieger war es die 15minütige Flugzeit über extrem drückend und stickig. Die Inbetriebnahme der Klimaanlage schien man sich offensichtlich zu sparen. Der Anflug verlief erstmal unspektakulär. In der Ankunftshalle musste man etwas warten und es konnte immer nur ein Passagier nach dem anderen zum Ankunftsschalter gehen, wo man exakt angeben musste, wo und wie lange man auf der Insel verweilen würde. Nachdem ich mein Gepäck erhalten hatte, nahm ich mir ein altes, klappriges Taxi (die Autos auf der Insel sind alle in einem schlechten Zustand) und ließ mich für COP 30 000, was etwa USD 8 entspricht, zur Unterkunft Colorful Garden Guesthouse fahren. Mit den Besitzern hatte ich bereits von Panama aus den 6-tägigen Aufenthalt abgemacht. Das Guesthouse befindet sich ca. 500m vor dem Hauptort, der ehrlich gesagt nicht besonders attraktiv ist. Die Lage der Unterkunft hat nicht meinen Vorstellungen entsprochen, da sie noch dazu direkt an der Straße und neben einem Kraftwerk lag. Auch breitete sich hier wieder der Klärgeruch im Aussenbereich aus, den ich noch von meinem Badezimmer in der Posada in San Andrés in der Nase hatte. Die wirklich sehr freundliche Besitzerin Jenni führte mich nach dem Check In in mein Zimmer im Untergeschoss, wo es sehr modrig roch, eng und ungemütlich war. Die Aussicht auf den Gartenboden war frustrierend. Ich wollte hier unter keinen Umständen bleiben und überlegte mir erstmal, wie ich vorgehen sollte, schliesslich hatte ich bereits für die gesamte Aufenthaltsdauer bezahlt. Zuerst maschierte ich ins Städtchen, machte bei Entremares für den morgigen Tag 2 Tauchgänge ab und schaute im angeblich angesagtesten Café des Ortes vorbei. Naja, mir war nach dem Besuch schlecht 🤮. Der Verbleib in diesem Ort stand unter keinem guten Stern. Ich durchforstete Booking.com und sah ein freies Apartment zwischen der Almond Bay und der Freshwater Bay, 2 von 5 Haupstränden auf der Insel. Dank Google fand ich die Telefonnummer der Familie, die die Posada betrieb, heraus und machte einen Superdeal für die nächsten 4 Nächte. Im „Berton Place“ bezahlte ich gerade mal USD 27 pro Nacht für ein Apartment mit großem Wohn-und Schlafbereich, Küche, Bad und einem Balkon mit Meerblick. Zudem gab es kostenlos Früchte aus dem Garten und einmal brachte mir Hortensia sogar selbstgebackenes Brot vorbei. Hier stimmte einfach alles. Mit Colorful Garden hatte ich zwar etwas Geld in den Sand gesetzt, aber wenn man bedenkt, dass Menschen im Four Seasons 12000 Euro für eine Nacht in einer Suite bezahlen, waren das nur Peanuts 🥜.

    Bevor ich zu Bertons Place umzog, verbrachte ich einige Stunden unter Wasser. Es war fantastisch. Mein Instructor Marcos, brachte mich zu 2 Tauchplätzen. Der Benefit war, dass ich die einzige Taucherin war, weniger gut, dass Marcos so gut wie kein Englisch sprach und das Briefing mit Händen und Füßen erfolgte. Der erste Tauchgang war atemberaubend. 5 Haie hatte ich bisher noch nie beim Tauchen gesehen. Hier schien das normal zu sein. Der zweite Tauchgang war weniger tief, dafür etwas bunter und mit mehr tropischen Fischen. Da ich so begeistert war, meldete ich mich am Donnerstag gleich nochmals für 2 Tauchgänge an. Ich hatte gelesen, dass es einen Tunnel unter Wasser gibt, durch den man tauchen kann. Bei diesem Tauchgang geht es bis zu 35m tief nach unten. Mal schauen 👀. Diesmal wäre das Briefing durch Marcos tatsächlich hilfreich gewesen, da es ein anspruchsvolles Manöver war, kopfüber in den Tunnel einzutauchen und etwa 12 Tiefenmeter zu überwinden. Marcos stieg zuerst ein, dann kam ich und zum Schluss eine Chilenin. Die beiden kannten sich schon länger und standen sich scheinbar recht nahe 😍. Durch das nicht ausreichende Briefing hatte ich das Tauchen im Spiral recht unterschätzt. Ich bekam Ohrenschmerzen und hatte Probleme mit dem Druckausgleich. Am Ende drehte ich mich noch und kam zuerst mit den Flossen, anstatt mit dem Kopf aus der Höhle heraus 🙈. Insgesamt keine schöne Erfahrung, die mir von meiner Guesthouse-Nachbarin Olga, die auch schon viele Jahre taucht, bestätigt wurde. Marcos verstand die Welt nicht mehr, als ich ihm über Wasser mitteilte, dass El Espiral für mich nicht die beste Taucherfahrung gewesen sei 🤷‍♀️. Entschädigt wurde ich dann aber an „Nicks Place“ mit 7 Haien, die um uns kreisten. Unglaublich. Und auch der zweite Tauchplatz konnte mit farbigen Korallen und Fischschwärmen aufwarten. In La Providencia ist der kommerzielle Fischfang untersagt, da die Insel mitten im Seaflower Biosphärenreservat liegt, einem der artenreichsten marinen Schutzgebiete der Welt. Es wurde 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Nach dem vierten Tauchgang mit Entremares entschied ich mich, keine weiteren Tauchgänge mehr zu planen, obwohl es noch 12 andere interessante Tauchplätze rund um die Insel gibt. Kosten für 4 Tauchgänge: COP 700 000, etwa €140 .

    Es zog mich an den Strand. Mittwoch machte ich einen kurzen Abstecher zur Crab Cay, wo man die 7 Farben des Meeres, wofür Providencia bekannt ist, besonders gut sehen konnte. Das Mopedtaxi (man trifft meist die gleichen Fahrer wieder, die um die Insel fahren) brachte mich zum Bootsableger, wo ich COP 50 000 für die Hin-und Rückfahrt bezahlte und dann in einem Lancha chauffiert wurde. Auf dem Inselchen darf man nur max. 1.5h bleiben. Ich startete den Aufstieg. Von oben war die Aussicht wirklich besonders schön und das Meer strahlte farbenfroh. Unten konnte man abschließend noch im kristallklaren Wasser schnorcheln oder einfach nur schwimmen und schon war die Zeit um. Nach der Rückkehr ließ ich mich von einem Mopedtaxi zum Playa Manzanillo fahren, an dem es an diesem Tag recht windstill war und verbrachte noch einige Stunden am Strand. Am Freitag startete ich den Tag an der Freshwater Bay (auch Agua Dulce genannt), dann ging’s nochmal zum Playa Manzanillo, wo heute eine steife Brise wehte und weiter an meinen Lieblingsstrand die Southwest Bay. Hier ist das Meer ruhig, der Strand breit, es gibt viele schattige Plätze unter Palmen und coole Bars. Zweimal kehrte ich in Alberts Bar ein. Alberts Frau kommt aus Deutschland, er selber spricht ein wenig deutsch und kümmert sich auf karibisch charmante Weise um seine Gäste. Im Restaurant La Divino niño, ebenfalls an diesem Strand, arbeitet eine Frau aus Rostock, die seit 20 Jahren auf der Insel lebt, mittlerweile zwei erwachsene Söhne hat und vor allem Lakritze vermisst. Also falls jemand Lust auf Providencia bekommen hat, kann man Nicole gerne eine Tüte der Süssigkeit vorbeibringen. Sie bedient 7 Tage im Restaurant, um das Studium ihrer Söhne auf dem Festland mitzufinanzieren.

    Ich hatte 6 wundervolle Tage auf der Insel und habe viel über das Leben der Menschen hier erfahren und sehr warmherzige Insulaner*innen getroffen. An diesen Ort möchte ich gerne und mit mehr Zeit zurückkehren. Die Einheimischen nennen es „Paradise.“ Ich stimme Ihnen zu 🫶🏝️🫶.
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