• Atlantikküste und die Lagune

    Jan 10–13 in Morocco ⋅ ☀️ 17 °C

    Unseren eigentlichen Plan erst nach Fes zu fahren, verwerfen wir schnell, da auch hier in den Bergen Schnee liegt. So fahren wir weiter die Atlantikküste hinunter vorbei an Rabat und durch Casablanca. Ein Stück hinter der Stadt soll man auf einem ehemaligen Campingplatz noch parken können. Einheimische öffnen uns das Tor zu dem auf den ersten Blick ziemlichen Lost Place. Ein Spaziergang zum Wasser zeigt, dass die Küste hier mittlerweile einiges von der Anlage und dem anliegenden Dorf verschlungen hat. Trotzdem wohnen inmitten der teilweise Ruinen noch Familien. Wir sind ganz erschrocken als uns jemand aus einem der Häuser winkt. Und als ich Salam Aleikum rufe, kommt prompt eine Frau mit ihrer Tochter aus dem Haus und begrüßt uns ganz herzlich. Direkt gegenüber stehen vereinzelt nur noch halbe Gebäude, am Strand darunter liegen Betonteile. Auch weiter aufwärts steht eine verlassene Villa mit einem riesigen Grundstück und ist abgesperrt, da die Zufahrt größtenteils weggebrochen ist. Ein bizarrer Anblick. Auf der anderen Seite blicken wir Richtung Casablanca. An dem Strandstück gehen auch viele Einheimische spazieren oder sogar noch schwimmen.
    Am nächsten Tag fahren wir bis nach Oualidia, das bekannt ist für seine geschützte Lagune, die uns auf dem Weg von der Straße sofort ins Auge springt. So machen wir spontan Halt auf dem Camping Laguna Park etwas oberhalb. Auf dem Weg hinunter zum Wasser sieht es so richtig nach Urlaubsort aus mit Ferienwohnungen und ein paar Restaurants. Die Lagune ist größtenteils trocken, der Strand weiter unten wild und breit, das Meer aufgewühlt und die Sonne scheint.
    Bei unserer Ankunft hatte uns ein Einheimischer Tajine zum Abendessen angeboten. So freuen wir uns schon darauf, als wir vom langen Spaziergang wieder oben ankommen. Wie beim Lieferservice bringt er uns pünktlich um sieben die Gemüsetajine mit seinem Roller bis vors Fahrzeug. Das lassen wir uns natürlich schmecken. Am nächsten Tag wollen wir die Küste weiter erkunden. Auf dem Weg fällt uns zwischen den ganzen weißen Wohnmobilen auf einem weiteren Stellplatz im unteren Teil ein orangener alter VW Bus auf. Als Rob das brasilianische Kennzeichen sieht, spricht er das Pärchen vor dem Fahrzeug direkt an. Es folgt ein interessantes und langes Gespräch zu viert. Carol und Joao sind seit neun Jahren auf Reisen und ziemlich aktiv und bekannt auf Social Media, wie wir später feststellen.
    Erst hier fällt uns auf, dass es im Vergleich zu Italien abends eine ein dreiviertel Stunde länger hell ist, bis 18.50 Uhr. Wow... morgens geht die Sonne dafür erst gegen 8.40 Uhr auf. Durch die Fahrt mit der Fähre waren wir eh ein bisschen durcheinander, so dass wir das gar nicht direkt bemerkt haben 😆
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