• Auf in die Königsstadt Marrakesch

    15.–18. jan., Marokko ⋅ ⛅ 16 °C

    Auf dem Weg nach Marrakesch sehen wir viele Felder mit Arganbäumen und kleinen Arganölfabriken. Arganöl wird aus den Samen des Arganbaumes noch ganz traditionell mit Steinmühlen meist durch Berberfrauen hergestellt. In Essaouira gab es schon viele Verkaufsläden. Früher wuchs diese uralte Baumart in ganz Nordafrika, heutzutage aber nur noch im Südwesten Marokkos – in einem schmalen Halbwüstenstreifen zwischen der Atlantikküste und dem Atlasgebirge. Auch sehen wir viele Bauern, die ihre Felder mit Pferden pflügen, vor einigen Tagen haben wir auch Esel und auch mal einen Ochsen auf den Feldern gesehen. Aus heutiger Sicht viel nachhaltiger, da die Böden nicht so verdichtet werden wie mit Traktoren. Und zudem auch schön anzusehen.
    Richtung Marrakesch wird die Landschaft karger. Die Vororte wirken modern, mit Bürgersteigen und kleinen Neubaugebieten. In Marrakesch parken wir außerhalb auf einem Stellplatz. Bei dem Verkehr und wenigen Parkplätzen fahren wir besser mit dem Taxi in die Altstadt, die morgens noch angenehm leer ist. Alle Gebäude, ob alt oder neu, auch Mauern und selbst der Bahnhof sind in den traditionellen Ocker- und Rottönen gehalten, was das Stadtbild schön und ruhig aussehen lässt. Daher wird Marrakesch auch die "Rote Stadt" genannt.
    Rob will mir unbedingt den Bazar zeigen, da er ja schonmal hier war. Etliche kleine Stände mit Keramik, Metall, Stoffen, Leder, Nüssen und Gewürzen, die sich wiederholen. Nur in den versteckten kleinen Seitengassen kann man noch in ein paar Lädchen sehen, wie Leder gegerbt und Taschen hergestellt werden. Rob ist hier ganz überrascht über meine Verhandelkünste und scheinbar auch der ein oder andere Verkäufer.
    In einer Kräuterapotheke kaufen wir Sandelholz und ich lasse mir einen Faden als Armband flechten. Der Mitarbeiter will uns zeigen, wo die Fäden gefärbt werden und führt uns in Windeseile durch die Gassen, zu einem Bereich, in dem eine Familie seit Generationen mit natürlichen Farben färbt. Überall an der Decke hängen die bunten Fäden zum Trocknen. Wir haben total die Orientierung verloren, kommen dadurch aber in eine schöne Gasse, die auch Rob noch nicht kennt. Wir landen zufällig wieder in einem tollen Restaurant, dem Mandala Society, dass auf Kooperative und lokale Produkte setzt. Auch hier sind wir total begeistert, denn es gibt leckere vegane und vegetarische Köstlichkeiten.
    So toll die goldverzierten historischen Pferdekutschen auch aussehen, die zu hauf am Straßenrand stehen, kaum jemand fährt damit und die Pferde tun einem wirklich arg leid, die den ganzen Tag in ihrem Geschirr angespannt stehen und sich kaum bewegen können. Auch die, die durch den lauten und vollen Verkehr laufen müssen. Auf dem großen berühmten Vorplatz der Altstadt, Djmaa el-Fna, der gerade neu gepflastert wird, gibt es noch den ein oder anderen Berber, der seine Affen an der Kette für Fotos präsentiert und auch einen Schlangenbeschwörer sehen wir. Aber auch das passt nicht mehr ganz in die Zeit.
    Ein weiterer Tag im Stadtgetümmel, der auf dem Rückweg mit Regen endet. Jetzt brauchen wir erstmal einen Tag Pause, bevor es weitergeht.
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