Marokko und die Hunde
30. jan.–2. feb., Marokko ⋅ 🌧 16 °C
Wir fahren von Fès weiter Richtung Norden und sind einmal mehr von der tollen Landschaft beeindruckt. Umso weiter wir fahren, umso schlechter wird jedoch das Wetter. Es regnet, die Flüsse sind übervoll und wir kommen an immer mehr Absperrungen aufgrund unterspülter Straßen oder kleiner Erdrutsche vorbei. Dort wo wir einen Stopp geplant hatten, ist es voll und so machen wir am Straßenrand Halt für die Nacht. Hier scheint es sicher zu sein. Kaum halten wir an, kommen direkt drei Hunde zu uns gelaufen. Ich habe noch einen Rest Trockenfutter dabei, den ich aufteile. Die drei stürzen sich darauf und prompt kommt noch ein vierter Hund dazu. Die Hunde sind in Marokko sehr scheu und zurückhaltend. Sie werden hier größtenteils gar nicht versorgt, wühlen im Müll oder bekommen mal Brot zugeworfen. Immerhin ist gegenüber so etwas wie ein Café und weiter neben uns zwei Straßenverkaufsstände. Aber die Hunde trauen sich bei dem starken Regen nichtmal unter das Dach der Veranda von dem Café-Gebäude. Offensichtlich sind sie dort nicht willkommen. Der Blonde ist auffällig abgemagert und krank. Das lässt mir keine Ruhe. Abends koche ich neben unserem Abendessen noch eine Portion für die Hunde mit. Am nächsten Morgen steht nur der kranke Hund vor unserem Fahrzeug und schaut mich an, als ich das Fenster öffne. So bekommt nur er die Mahlzeit, die ruckzuck verputzt ist. Ich möchte ihn am liebsten mitnehmen zu einem Tierarzt. Rob hat allerdings Bedenken, da wir keine Box mit haben und wir nicht wissen, was er vielleicht Ansteckendes hat. Nach einer Diskussion entscheiden wir, einen Tierschutz zu kontaktieren. Ich wollte auf dem Rückweg sowieso gerne einen Verein in Tanger besuchen und schreibe sie an. Leider ist der Weg für sie jedoch zu weit. Wir verwerfen wegen des Wetters und weil wir dringend Vorräte brauchen unseren Plan nach Chefchaouen zu fahren und fahren stattdessen bis nach Tétouan. Hier versuchen wir eine Hundebox und Medikamente für den Hund zu bekommen, leider ohne Erfolg. Die Apotheken haben Samstagnachmittag leider alle schon zu. So kontaktiere ich einen weiteren Tierschutzverein, der seinen Standort näher dran hat, bisher jedoch leider ohne Rückmeldung. Das schlechte Wetter macht grad wahrscheinlich große Probleme.
Am nächsten Tag fahren wir zu der Tier Sanctuary in Tanger. Hier kümmert sich eine Französin mit ehrenamtlichen Helfern um rund 500 Tiere, davon die meisten Hunde, einige alte Arbeitsesel, Katzen und ein paar Ziegen und Affen. Das Grundstück können wir mit unserem Laster nicht erreichen und so laufen wir ein Stück zu Fuß dorthin. An der kleinen Sanctuary in und um ein altes Landhaus empfängt uns der Helfer Anass. Er fragt, ob wir aufgrund der Matsche wirklich reinwollen zu den Hunden, die alle schon aufgeregt bellen und zum Zaun gerannt kommen. Natürlich wollen wir und so quetschen wir uns durch das riesen Rudel hindurch, werden angesprungen, angestupst und abgeschnuppert und sehen schnell total dreckig aus. Aber egal. Jeder Hund möchte uns begrüßen und schauen wer da kommt... und Rob möchte einmal mehr jedem einzelnen Hallo sagen. Ich bin etwas zurückhaltender und beobachte die Szene. Anass leitet uns in die obere Etage der Villa, hier sind noch ein paar weitere Hunde. Wir nehmen uns Zeit und stellen ein paar Fragen. Während uns die jungen auch hier wild begrüßen, bleiben die beiden älteren liegen. Ein weiterer nähert sich ganz sanft und zurückhaltend erst an mich heran und später an Rob. Es ist der blonde Pacmo, der uns beide mit seiner lieben Art direkt ziemlich beeindruckt. Spontan gehen wir mit ihm spazieren und entscheiden relativ schnell, dass wir ihn adoptieren möchten. Das war so nicht geplant, ich wollte hier hauptsächlich Geld spenden und mir die Situation anschauen, nachdem wir so unendlich viele Straßenhunde gesehen haben in Marokko, die mehr im Schatten der Menschen leben und tagtäglich ums Überleben kämpfen, ganz still und leise. Die Nacht verbringen wir auf dem Tahadart Camping in Briyech, wo wir Marion und Claus wiedertreffen, mit denen wir gemeinsam auf der Fähre nach Marokko waren.
Am nächsten Tag begleiten wir Pacmo zusammen mit der deutschen Helferin Uli zum Tierarzt. Er muss nochmal geimpft werden, da der Arzt die Unterlagen vom letzten Mal nicht finden kann und benötigt eine Tollwut-Titer-Bestimmung, um nach Europa reisen zu können. Daher müssen wir uns nun vier Monate gedulden, bis er nach Deutschland darf. Am liebsten hätten wir ihn direkt mitgenommen.
Dies ist bereits unser letzter Tag in Marokko, da wir die für den nächsten Tag geplante Fähre spontan vorziehen und so noch in der Nacht rüber nach Spanien fahren. Da die Wettervorhersage erneut Starkregen und Sturm für Marokko und Südspanien vorhergesagt hat, sind wir froh, in einem sturmfreien Abschnitt rüber zu können. Was für ein Abenteuer Marokko doch war...Læs mere






















RejsendeEine ruhige Überfahrt Euch 🛳️ 👋🏻
RejsendeWie toll, dass ihr dann bald einen neuen Hund habt!! Ich freue mich für Euch!!
Rejsende
Das bricht Einem ja das Herz...
RejsendeOh ja 😔