• Fayón & der Ebro

    17.–21. feb., Spanien ⋅ 🌬 18 °C

    Wir fahren von Valencia aus zunächst die Küste entlang. Unser Ziel ist ein Parkplatz in der Nähe der Ebro Mündung. Dieser ist jedoch so dermaßen voll mit Wohnmobilen, dass wir wieder kehrt machen. Da haben wir erstmal genug von, daher geht es direkt weitere 100km landeinwärts durch eine hügelige Landschaft und einige spanische Dörfer. Wir folgen dem Lauf des Ebro und wollen nun zu einem Camp in der Nähe des Stausees. Es ist das Welscamp Mataraña in Fayón, dass von zwei Deutschen, Helmut und Andrea, geführt wird. Also eigentlich ein Angelcamp. Dort angekommen sprechen uns direkt einige deutsche Dauercamper an. Auch eine 82-jährige Deutsche, die ihrer Tochter hierhin gefolgt ist und hier jetzt ganz alleine wohnt. Rob überlegt, sich am nächsten Tag ein Angelboot zu leihen, aber leider kommt auch hier erneut starker Wind auf, so dass es keinen Sinn macht. Ich bin noch nicht wieder fit und Rob hat sich mittlerweile auch angesteckt. So kurieren wir uns hier ein wenig aus und bleiben ein paar Tage. Zumindest machen wir einen Spaziergang am Ribarroja-Stausee entlang bis zu einem aus dem Wasser ragenden Kirchturm des eigentlichen alten Dorfes Fayón. Der Ort wurde durch den Bau des Stausees überflutet. Das erinnert uns ein wenig an die überfluteten Orte bei Rumkale in der Türkei. Allerdings ist Fayón vorallem auch für die Schlacht am Ebro im Jahre 1938, der blutigsten Auseinandersetzung des Spanischen Bürgerkriegs, bekannt. Seine strategische Lage am Zusammenfluss von Ebro und Matarraña spielte dabei eine Rolle. Wären die Nazis nicht gewesen, wäre dieser Aufschrei der unterdrückten Landbevölkerung vielleicht anders ausgegangen, aber die Nazi-Deutschen boten damals Unterstützung an und setzten erstmals ihre Luftwaffe ein, als großen Test für den Zweiten Weltkrieg. So endete der Bürgerkrieg hier am Ebro mit vielen Toten. Was für ein tragisches Stück Geschichte an einem so idyllischen Ort. Wir hören vom Platzbesitzer, dass die Einheimischen des heutigen Fayón jedes Jahr ein groß inszeniertes Fest zu Ehren der Toten feiern, in dem sie die Schlacht nachspielen. Heute kommen vorallem Deutsche regelmäßig zum Angeln hierhin. Wie die Zeit alles verändert.Læs mere