Die Mauern von Finestras
21.–23. feb. ⋅ ☀️ 18 °C
Rob hat Bilder von den Fels-Mauern von Finestras gesehen und möchte unbedingt dorthin. Dafür geht es einige Kilometer über eine Offroadpiste. Unser Navi zeigt mal wieder einen völlig anderen Weg an als den, den wir zuvor über Googlemaps recherchiert haben. In einem kleinen Dorf geht plötzlich ein schmaler eingemauerter Weg ab. Immerhin passen wir hier durch. Der Weg wird immer unwegsamer, hat immer größere Rillen, führt durch einen kleinen Fluss und Hügel hinauf. Ich bin wie immer in solchen Situationen angespannt, Rob dafür in seinem Element. "Endlich mal wieder eine richtige Offroad-Piste". Zumindest hat er genug Erfahrung und Ruhe und unser Dusty arbeitet sich Stück für Stück vor. Da es schon nachmittags ist, wir waren vorher wie gehabt noch einkaufen und tanken, schaffen wir bei knapp 5kmh gerade mal 2 1/2 Kilometer. Wir sind auf einer kleinen Lichtung angekommen und entscheiden hier zu übernachten. Auf der einen Seite der Blick Richtung Sonne und Tälern, auf der anderen Seite sehen wir die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen. Richtig toll.
Am nächsten Morgen soll es weiter nach Finestras gehen, noch 15km. Die Offroadpiste endet schlagartig, ein Stück fahren wir normale Straße. Bei der nächsten Abbiegung steht dann plötzlich ein Verbotsschild. Nur Fahrzeuge bis 3,5t... und nun? Rob sucht nach Möglichkeiten, zu dem anderen Weg zu kommen. Nach einem Umweg geht es dann auf die richtige Offroadpiste, die etwas gemächlicher aber nicht weniger abenteuerlich ist. Es geht an einem Bach entlang, über eine schmale Brücke, bei der ich lieber vorlaufe, vorbei an Wanderern, an steilen Hängen entlang und ab und zu liegen einige Felsbrocken auf dem Weg. Am Ziel sind wir dann überwältigt von dem Ausblick.
Die Murallas de Finestres, oft auch als "Chinesische Mauer von Aragon" bezeichnet, ist eine wirklich
beeindruckende natürliche Felsformation in der spanischen Provinz Huesca. Die "Mauern" bestehen aus zwei parallelen Reihen vertikaler Kalksteinfelsen, die durch tektonische Kräfte aufgerichtet wurden und heute wie eine künstliche Festungsanlage wirken. Sie befinden sich am Rande des Canelles-Stausees, der an dem Tag richtig türkis leuchtet. Zwischen den Felszähnen der Mauer befinden sich die Ruinen einer mittelalterlichen Burg und die Einsiedelei San Vicente. Schon verrückt, wo der Mensch überall gebaut hat.
Direkt neben unserem Parkplatz liegt das verlassene Dorf Finestras, das in den 1960er Jahren nach dem Bau des Stausees aufgegeben wurde. Die Ruinen der Steinhäuser, das türkisfarbene Wasser und die außergwöhnliche Felsformation machen diesen Ort richtig mystisch und besonders. Wir steigen hoch bis zur kleinen Kapelle Sant Marcos, die auf einem Hügel gegenüber der Felsen steht und krakseln ein Stück die Mauer entlang. So haben wir an dem Tag tolle unterschiedliche Blickwinkel.
Am nächsten Morgen wachen wir bei dichtem Nebel auf. Eigentlich wollten wir zumindest nochmal zur kleinen Kapelle. Also frühstücken wir erstmal in aller Ruhe. Gegen halb elf lichtet sich der Nebel allmählich... nur auf einem Teil des Sees ist er noch zu sehen. Was für ein Anblick. Wir sind ganz allein und genießen diese besondere Atmosphäre, bevor ich Rob überrede, doch auch noch bis zur Einsiedelei innerhalb der Mauern zu wandern.Læs mere


























Rejsende
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Rejsende
Beeindruckend!!!