• Frankreich und die Papageientaucher

    26. feb.–2. mar., Frankrig ⋅ ⛅ 16 °C

    Erst als wir Straßenschilder auf französisch sehen, merken wir, dass wir schon in Frankreich sind. Nachdem die Häuser im Norden Spaniens ein wenig an die Schweiz erinnert haben, fühlt sich Frankreich insgesamt gleich ganz anders an mit all den alten Häusern. Wir fahren parallel zur Küste durch viele Dörfer und unendlich viele Kreisverkehre, bis wir in Saint-Julien-en-Born ankommen. Hier gibt es einen Stellplatz zwischen einem kleinen Waldstück und den Häusern an den Dünen. Der Urlaubsort wirkt wie ausgestorben, nur einige wenige Häuser sind bewohnt, Restaurants sind zu. Die Dünen sind extrem hoch, daher können wir sie schon vom Parkplatz aus sehen. Das Wetter ist gut und lädt uns direkt zu einem Strandspaziergang ein, der nach der ganzen Fahrerei richtig gut tut. Barfußlaufen am Strand ist sowieso das Beste, auch wenn das Wasser eiskalt ist.
    Rob entdeckt direkt am Anfang schon zwei tote Papageientaucher. Ein paar hundert Meter weiter ist einiges an Plastikmüll durch den Sturm der letzten Tage angespült worden. Einfach zu viel, um mal eben was einzusammeln. Und dazwischen immer mehr Papageientaucher, insgesamt dreizehn auf einem Stück von vielleicht 100 Metern. Wie traurig. Wir wollten immer schonmal welche sehen, aber nicht so. Sehr wahrscheinlich haben sie Plastik gefressen, sind dadurch gestorben und wegen des Wetters mit all dem Plastik herangespült worden.
    Wir nutzen hier die Zeit für ein Telefonat mit Karin vom griechischen Tierschutz, denn wir haben uns für einen zweiten Hund entschieden, den wir bei unserem Besuch in Epanomi kurz nach seiner schweren OP kennenlernen durften. Es ist Athos, der Schäferhund, dem ein Ohr amputiert werden musste. Rob hatte damals gesagt, wenn er das überlebt, dann würde er ihn gerne adoptieren, zumal er schon länger davon spricht, auch mal einem älteren Hund eine Chance geben zu wollen. Und Athos ist bereits sieben. So sprechen wir ab, dass er Mitte April zu uns kommt.
    Bis dahin haben wir noch ein paar Wochen. Hier in Frankreich wollen wir erstmal ganz hoch in den Norden und das nach Möglichkeit ohne Autobahn. Zum einem fährt man durch schönere Landschaften und Dörfer, zum anderen ist die Maut für unseren LKW ziemlich teuer. Am nächsten Tag umfahren wir auch Bordeaux großräumig. Auf Großstadt haben wir so gar keine Lust, zumindest nicht mit dem LKW und durch Bordeaux dürften wir auch gar nicht erst. So geht es an etlichen Weinfeldern vorbei bis nach Libourne und von hier einen Tag später bei einem ständigen Wechsel von Sonne und Regen bis nach Chantonnay, wo wir kostenlos auf einem kleinen Parkplatz neben einem Einkaufscenter übernachten. Bei McDonalds können wir endlich mal wieder unsere Fotos sichern. Wir bleiben direkt zwei Nächte, denn in dem kleinen Ort gibt es außerdem einen Waschsalon. Nachmittags erkunden wir den Ort ein wenig und entdecken eine alte Wäscherei direkt an einem Bachlauf, die dort 1888 errichtet wurde. Wir folgen dem Lauf des Baches für einen schönen Frühlingsspaziergang.
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