• Sizilien kann's nicht!

    Jan 8–10 in Italy ⋅ 🌬 12 °C

    Nicht allein das Wetter ist Ursache für mein Wechselbad der Gefühle. Die ganze Südküste entlang und erst recht während der kurzen Abstecher ins Hinterland sind wir sehr schlecht unterhaltenen Strassen gefolgt, schmal, löchrig und extrem schlecht ausgeschildert. Viele Parknischen an den Staatsstrassen werden immer noch als Müllhalden missverstanden und die Verkehrsführung erscheint uns öfters grotesk, schleierhaft oder schlicht chaotisch. Hauptsache viel Beton verbaut, viele Geländer montiert und viele Kandelaber aufgestellt. Und Kreisverkehre gibt's auch jede Menge, öfters gar zwei hintereinander; man ist ja schließlich modern, ob's Sinn macht oder nicht.

    Auch in den Ortschaften, ob an der Küste oder im Landesinnern, stechen die zahllosen Bauruinen, die defekten Treppen und Wege und der viele Müll ins Auge. Demonstrative Achtlosigkeit im öffentlichen Raum.

    Eigentlich hätten wir's ja ahnen können. Bei der im Internet viel gerühmten Thermalquelle Aqua Pia (total ruhig und abseits am Fluss Belice gelegen, zwischen Montevago und Partanna) stehen wir vor vergittertem Tor, obwohl der Eintrag, sie sei an Wochenenden von 9-19 Uhr geöffnet, noch keine zwei Wochen alt ist. Das wärmemde Bad fällt an diesem regnerisch-kalten Samstagmorgen somit wörtlich ins Wasser.

    Dann halt auf nach Mazaro del Vallo zum uns bereits vertrauten Camping dell'Emiro. Bei heftigem Weststurm noch schnell eine Waschmaschine aufgesetzt. Bis diese fertig ist und die Wäsche zum Trocknen im Wind hängt, setzen jedoch die ersten Regenschauer ein. Nach einigem Hin und Her hängt an diesem Abend der ganze Camper voller Wäsche, während es draussen unverdrossen weiter stürmt und regnet. Dito am Sonntag. Und zur Krönung stoße ich an diesem Abend noch mein Fahrrad zu Fuss nach Hause: Platten eingefangen. (Glassplitter a gogo, auch auf ausgewiesenen Fahrradwegen)
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