Die Thermen von Ralún
January 27, 2019 in Chile
Müde von der Wanderung am Vortag beschließen wir einen Thermentag einzulegen. Unser Ziel sind die „Termas de Ralún“. Als wir im winzigen Örtchen Ralún, das am Ende des Reloncavi Fjords an der Mündung des Rio Petrohe liegt, ankommen, finden wir die Therme erst einmal nicht.
Da der Reloncavi Fjord sehr reizvoll sein soll, fahren wir diesen entlang. Er erstreckt sich auf einer Länge von etwa 55 Kilometern und zählt zu den Zentren der chilenischen Zuchtlachsproduktion. Kurz nach Ralún wird die Asphaltstraße zur Schotterpiste.
Wir halten etwa nach 16 Kilometern Fahrt im Ort Cochamó. Herrlich - wir sind für chilenische Verhältnisse früh dran - es ist erst halb zwölf - und außer uns und zwei amerikanischen Touristen ist keine Seele unterwegs. Dafür sind der Blick auf den Fjord und den in der Ferne liegenden, schneebedeckten Vulkan Yate wunderschön. Wir rumpeln noch rund 30 Kilometer weiter nach Puelo an der Mündung des recht mächtigen Flusses Puelo. Der Ort soll ein pulsierendes Dorfleben haben! Endlich angekommen finden wir, dass wir uns die Schotterkilometer hätten sparen können, aber wie sagte die Dame an der Touristeninformation: "Here you can see nature". Wir entscheiden umzukehren und unser Glück noch einmal bei der Thermensuche zu probieren. Genervt vom Gerüttle rasten wir wieder in Cochamó und siehe da, der Ort ist vollkommen verändert! Da, wo zuvor gähnende Leere war, parken Autos, flanieren Leute, bieten Standler ihre Köstlichkeiten oder Handwerkskunst an.
In Ralún finden wir tatsächlich das Wegelchen zur Therme und landen auf einem Bauernhof. Die Bäuerin gibt uns zu verstehen, dass wir richtig sind, weist uns einen Parkplatz zu und zeigt uns den Fußweg. Wir kraxeln den Weg hinunter zum Rio Petrohue und finden anstatt der Therme ein paar Männer, die bei Booten warten. Sie winken uns her. Erst verstehen wir nicht ganz, weshalb wir eine Tour mit einem wenig vertrauenerweckenden Boot auf einem Fluss mit starker Strömung unternehmen sollen, wo wir doch zur Therme möchten, bis wir realisieren, dass das der Weg zu Therme ist! Also rein ins Boot und mit mulmigem Gefühl ans andere Ufer übergesetzt. Dort spazieren wir einige hundert Meter durch den Wald, als wir vor uns im Zwielicht wir ein recht großes Tier sehen. Nach erstem Schreck entpuppt es sich als in Schlamm paniertes Hausschwein! Gleich kommen wir am Fluss an, ein kleiner Kiosk steht da, einige Leute im Badezeug, eine kleine schwarze Katze und eine ganze Rotte an Hausschweinen! Dann die Therme: Sie entpuppt sich als ein aus dem Ufer gegrabener Schlammpool mit heißem Wasser und einigen Leuten darin. Wir verzichten auf das Vergnügen. Die meisten baden im eisigen, aber wunderschönen Fluss. Auch Michael hüpft hinein, der Tapfere!
Wir verlassen wieder die Therme und genießen den Tagesausklang am Lake Llanquihue bei einem Getränk.Read more











TravelerTherme in Chile haben einen eigenen Charme. Das wissen wir aus eigener Erfahrung. Aber das Schlammloch ist tatsächlich ein "Highlight".
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Sehr malerisch!
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Wundervoll