• beim Heurigen in Ottakring

    September 21, 2018 in Austria ⋅ ☁️ 19 °C

    Noch ein "Programmpunkt" fehlt für einen typischen Wienbesuch - natürlich ein Heurigenabend. Damit wir nicht in eine der ungezählten Touristenfallen tappen, in denen man mit volkstümlicher Schrammelmusik so tut, als wäre das authentisch, hatte ich Christian gebeten, uns ein paar Tips zu geben, wohin man denn auch als Wiener selber gehen würde. Er empfahl uns unter anderem die "10er Marie" in Ottakring.

    Ottakring machte erstmal gar nicht den Eindruck, als gäbe es hier Weinseligkeit - ein typisches Arbeiterviertel, triste Blockbauten unter den Stahlträgern der U-Bahn, leicht shabby, Würstlbuden, und schmutzige Plätze. Aber - tatsächlich - nach etwa 10 Minuten wird es ganz plötzlich "dörflich" und wir erreichen das Heurigenlokal.
    In einem schmalen Innenhof reihen sich lange Bierbänke aneinander, alle füllen sich recht schnell.
    Bedient wird ohne große Umstände - ein Tablett mit Wasserkaraffen und Weißwein wird in die Mitte gestellt, kein smalltalk - pragmatischer geht nicht. Aber der Kellner als solcher in Wien ist ja im allgemeinen eher "speziell", was sein Verständnis von Dienstleistung betrifft, daher haben wir uns nicht an der mitunter rüden Art gestört und den Abend vorbehaltlos genießen können. Der Nachschub floss immer zügig - und zwischendrin kann man sich im Inneren an einem Tresen ausgesprochen deftiges Essen holen.
    Den Heimweg bewältigte ich jedenfalls mit deutlicher Schlagseite.
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