• Vom Eisernen Vorhang zu Preußens Gloria

    July 18 in Germany ⋅ ⛅ 21 °C

    Nach dem gemeinsamen Samstagsfrühstück brachen wir auf; nur 5 Minuten entfernt hinter dem Hotel starten allerhand Ausflugsboote auf der Havel. Und es gibt einen Taxiboot-Service, den wir nahmen. Die Fahrt dauerte nur kurze 15 Minuten,  unser Ziel war die Glienicker Brücke.

    Von dieser Brücke hat man sicher schon gehört, denn sie spielte im "kalten Krieg" zwischen Ost und West eine durchaus bekannte Rolle. Mitten auf der Brücke, im Niemandsland zwischen den Besatzungszonen sozusagen, wurden mehrfach Agenten und politische Gefangenen der jeweiligen Systeme ausgetauscht. Hollywood verarbeitete eine dieser realen Geschichten in dem Spielfilm "bridge of spies", u.a. mit Tom Hanks als Unterhändler prominent besetzt.
    Ab hier, so zumindest war geplant, hätten wir entlang des Flussufers einen gepflegten kleinen Spaziergang mit Einkehr machen wollen, worauf wir zugunsten der derzeit leider nur eingeschränkt mobilen Christine jedoch verzichteten. Statt dessen warteten wir auf einen Hop-on-Hop-off-Bus. Die Wartezeit - kommt der Bus überhaupt? Wenn ja - wird er anhalten? Und wo genau eigentlich? - ist beinah so spannend, wie auf den Austausch eines Agenten zu warten 🤣
    Diese Busse gibt es ja überall auf der Welt, sie fahren alles Sehenswerte an, nur ist es eben oft so, daß die Highligts nicht unmittelbar an der dem Bus zugänglichen Straße gelegen sind. Im Vorüberfahren also sieht man wenig, daher sind wir sonst immer lieber zu Fuß unterwegs. Heute nun testen wir diese Art des sightseeing also auch mal.
    So schaukeln wir, mit dem Knopf im Ohr, der uns akustisch souffliert, wo wir grade sind, durch exquisite Villengegenden voller sündenteurer Häuser ebenso wie über kopfsteingepflasterte Gassen durch die Stadt. Einzig im Park Sanssouci erhascht man tatsächlich aus dem Bus heraus auch mal ein paar Blicke auf die Rückseite des Schlosses, die Mühle und die Orangerie. Natürlich - der Sinn der Sache wäre ja durchaus, an einzelnen Punkten auszusteigen - vorerst jedoch bleiben wir an Bord.

    Am Luisenplatz, zentral in der Stadt, ist Endhaltestelle, wir könnten jetzt in einen anderen Bus umsteigen, um noch den anderen Teil der Route bis Babelsberg zu fahren.
    Wir beschließen, uns hier auszuklinken, denn uns lockt Sanssouci. Bei unserem letzten Besuch in Potsdam vor 4 Jahren sind wir nicht dort gewesen, Stefan kennt die Anlage noch gar nicht. Den Park kann man von hier auch gut zu Fuß wieder erreichen, also trennen wir uns für den Nachmittag erstmal, und stiefeln los.
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