• Feuerlandkirsche
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die Füchse in Potsdam

A short but fine adventure by Feuerlandkirsche Read more
  • Trip start
    July 17, 2026

    Hallo Wochenende

    July 17 in Germany ⋅ ☁️ 28 °C

    Potsdam, Landeshauptstadt von Brandenburg, war das Ziel eines kleinen Gruppentreffens in diesem Jahr.
    Die Reise in's Wochenende begann für uns am frühen Freitag Nachmittag, mitten in einem heftigen Platzregen, ansonsten war die Fahrt entspannt.

    „Basislager“ für uns alle war das Mercure-Hotel - ein Hochhausbau aus den 1960ern (ehemaliges Inter-Hotel in der DDR), der wie ein Fremdkörper einen riesigen, ansonsten leeren Betonplatz dominiert. Dem Hotel selber mangelt es optisch an jeglichem Charme, dafür ist die Lage ideal, denn man ist schnell in der touristischen Altstadt und hat direkt hinter dem Komplex Zugang zur Havel mit diversen Angeboten für Schiffstouren.

    Da wir bereits kurz vor 17 Uhr ankamen, der Tisch zum Abendessen im holländischen Viertel aber erst für 18:30 Uhr reserviert war, nutzte ich die Zeit schonmal, mir einen kleinen Überblick zu verschaffen. Aus den höheren Hoteletagen hat man eine tolle Aussicht und für einen ersten kleinen Rundgang war bestes, sonniges Wetter.

    Auch unser dann gemeinsamer Weg zum Holländerviertel war noch trocken, während der Himmel sich mehr und mehr verdunkelte – und just beim Betreten des „Fliegenden Holländers“ prasselten auch schon die ersten fetten Tropfen.
    Als es schließlich aufhört zu regnen, nach 21 Uhr, verlagern wir uns kurzerhand noch in eine Studentenkneipe, sitzen und ratschen bei dem einen oder anderen Absacker im Innenhof noch bis nach Mitternacht. Ein sehr schöner Abend.
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  • Vom Eisernen Vorhang zu Preußens Gloria

    July 18 in Germany ⋅ ⛅ 21 °C

    Nach dem gemeinsamen Samstagsfrühstück brachen wir auf; nur 5 Minuten entfernt hinter dem Hotel starten allerhand Ausflugsboote auf der Havel. Und es gibt einen Taxiboot-Service, den wir nahmen. Die Fahrt dauerte nur kurze 15 Minuten,  unser Ziel war die Glienicker Brücke.

    Von dieser Brücke hat man sicher schon gehört, denn sie spielte im "kalten Krieg" zwischen Ost und West eine durchaus bekannte Rolle. Mitten auf der Brücke, im Niemandsland zwischen den Besatzungszonen sozusagen, wurden mehrfach Agenten und politische Gefangenen der jeweiligen Systeme ausgetauscht. Hollywood verarbeitete eine dieser realen Geschichten in dem Spielfilm "bridge of spies", u.a. mit Tom Hanks als Unterhändler prominent besetzt.
    Ab hier, so zumindest war geplant, hätten wir entlang des Flussufers einen gepflegten kleinen Spaziergang mit Einkehr machen wollen, worauf wir zugunsten der derzeit leider nur eingeschränkt mobilen Christine jedoch verzichteten. Statt dessen warteten wir auf einen Hop-on-Hop-off-Bus. Die Wartezeit - kommt der Bus überhaupt? Wenn ja - wird er anhalten? Und wo genau eigentlich? - ist beinah so spannend, wie auf den Austausch eines Agenten zu warten 🤣
    Diese Busse gibt es ja überall auf der Welt, sie fahren alles Sehenswerte an, nur ist es eben oft so, daß die Highligts nicht unmittelbar an der dem Bus zugänglichen Straße gelegen sind. Im Vorüberfahren also sieht man wenig, daher sind wir sonst immer lieber zu Fuß unterwegs. Heute nun testen wir diese Art des sightseeing also auch mal.
    So schaukeln wir, mit dem Knopf im Ohr, der uns akustisch souffliert, wo wir grade sind, durch exquisite Villengegenden voller sündenteurer Häuser ebenso wie über kopfsteingepflasterte Gassen durch die Stadt. Einzig im Park Sanssouci erhascht man tatsächlich aus dem Bus heraus auch mal ein paar Blicke auf die Rückseite des Schlosses, die Mühle und die Orangerie. Natürlich - der Sinn der Sache wäre ja durchaus, an einzelnen Punkten auszusteigen - vorerst jedoch bleiben wir an Bord.

    Am Luisenplatz, zentral in der Stadt, ist Endhaltestelle, wir könnten jetzt in einen anderen Bus umsteigen, um noch den anderen Teil der Route bis Babelsberg zu fahren.
    Wir beschließen, uns hier auszuklinken, denn uns lockt Sanssouci. Bei unserem letzten Besuch in Potsdam vor 4 Jahren sind wir nicht dort gewesen, Stefan kennt die Anlage noch gar nicht. Den Park kann man von hier auch gut zu Fuß wieder erreichen, also trennen wir uns für den Nachmittag erstmal, und stiefeln los.
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  • In Kaisers' Garten

    July 18 in Germany ⋅ ☁️ 23 °C

    Das kleine Landschloss, das der "alte Fritz" sich als Sommerresidenz zwischen 1745 bis 47 auf einer künstlich angelegten Weinbergterrasse errichten ließ, gehört heute zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten weit über Potsdam hinaus. Und selbst wenn man im Leben bereits ein, zweimal hier war - die wunderhübsche Ansicht weiß zu beeindrucken.
    Mein letzter Besuch hier war an einem kalten Dezembertag 2007, heute hingegen ist es warm und sonnig.
    Selbstverständlich sind Menschen unterwegs, ohne daß sich jedoch ein Gefühl der Überfüllung einstellt. Man hört Sprachen aus aller Herren Länder, sieht sehr viele Asiaten, während der deutsche Kulturtourist weit in der Minderheit ist.
    Das Schlösschen selbst besichtigen wir nicht, schlendern stattdessen weiter durch weitläufige Parkwege mit allerlei Skulpturen und Wasserspielen zum Orangerieschloss (wegen Sanierungsarbeiten nicht zugänglich) und zu den Glashäusern des botanischen Garten.

    Das Gelände des Botanischen Gartens, ehemals Hofgärtnerei,  liegt direkt im Schloßpark und gehört heute zur Potsdamer Universität. Wir schlendern durch verschiedene Gewächshäuser und fühlen uns plötzlich wie auf einem kleinen Abstecher in tropische Gefilde.
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  • und nochmehr Gartenkunst

    July 18 in Germany ⋅ ⛅ 23 °C

    Schließlich erreichen wir auf verschlungenen Pfaden das "Neue Palais", deutlich größer und nicht zu Wohnzwecken, sondern eher um zu repräsentieren, erbaut.
    Die rosafarbene Schmuckfassade ist von sämtlichen Seiten eingerüstet und bietet keinen einzigen interessanten Blickwinkel; uns zieht es daher umgehend in's nahe Schlosscafe zu Kaffee&Kuchen. Eine willkommene Rast, denn die Wege in dem riesigen Park sind doch weit. Gut gestärkt beschließen wir, auch den Rückweg zu Fuß zu bewältigen. Zwar könnte man hier auch wieder in den Hop-on-Bus zusteigen, die teuren tickets gelten ja für den ganzen Tag, leider nur fahren die Busse nur einmal stündlich. Da hätten wir unseren Bummel genauer mit dem Busplan abstimmen müssen, denn auf den nächsten müssten wir 50 Minuten warten.
    Zurück zu Sanssouci gehen wir diesmal auf der schnurgeraden, 2 km langen  Sichtachse, die beide Schlösser verbindet. Üppig-bunte Blumenrabatten zieren die Ansicht an der unteren Ebene des Weinbergs, es ist inzwischen sehr sonnig und ich kann mich kaum von den wunderbaren Ansichten trennen.  
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  • Nachmittag & Abend

    July 18 in Germany ⋅ ⛅ 24 °C

    Unser weiterer Weg zum Hotel zieht sich dann noch ganz ordentlich, schließlich müssen wir auch noch quer durch die Stadt, vom Luisenplatz, auf dem ein größeres Fest voller Fressbuden stattfindet, und entlang der sogenannten "Breiten Straße" bis zum Hotel.
    Die "Breite Straße" ist nicht nur wirklich sehr breit, auch gefühlt endlos lang und endlos langweilig - überwiegend von neueren Zweckbauten gesäumt, im weniger prominenten Teil durchaus auch mit einigen gammeligen Ecken, rauscht der Verkehr in der Mitte auf 4 Spuren entlang.  
    Als wir gegen 16 Uhr endlich ankommen, sind wir nassgeschwitzt und völlig platt, aber anscheinend ist auch der Rest der Truppe im Chill-Modus und so lassen wir das nachmittägliche Treffen kurzerhand ausfallen und vertagen uns auf den frühen Abend.

    Um 18 Uhr sind wir uns dann wieder im Holländerviertel, im "Augustiner" können wir an dem milden, regenfreien Abend heute gemütlich im Biergarten sitzen.
    So schnell vergeht die Zeit, morgen früh zerstreuen wir uns dann wieder und freuen uns auf's nächste Treffen - vielleicht auch wieder in größerer Runde. Wer weiß. Nette Ziele würden uns genügend einfallen.
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    Trip end
    July 19, 2026