• Seward - Kenai Fjords Nationalpark

    Jun 5–7 in the United States ⋅ ⛅ 9 °C

    Am Abend erreichen wir unseren Campground kurz vor Seward im Süden von Alaska und schmieden Pläne für den nächsten Tag. Auch wenn es mich extrem reizt, so entscheiden wir uns doch gegen eine weitere ganztägige Gletscher Bootstour und verbringen unsere Zeit damit den Vormittag durch die kleine Altstadt in Seward zu schlendern und uns einen schönen Spot für die Frühstückspause zu suchen, die wir hier mittlerweile zelebrieren. Wir finden dafür einen Platz an der malerischen Promenade mit Blick auf den Pazifik und die schneebedeckten Berge.
    Am Nachmittag dann soll es eine Wanderung werden, wofür wir in den Kenai Nationalpark fahren, denn dort gibt es tolle Wanderrouten zum Exit Gletscher. Direkt am Wanderweg lernen wir wie krass der Gletscher in den letzten Jahren geschmolzen ist, denn der Weg selbst war vor ein paar Jahren noch komplett mit Gletschereis bedeckt, während wir mittlerweile den Berg selbst nur noch aus der Ferne sehen können. Wir genießen den Ausblick und klettern ausgiebig im ausgetrockneten Flußbett herum, durch das sich vor einigen Jahren noch Gletschereis zwängte.
    Das Highlight an diesem Tag soll eigentlich meine allererste Krebsmahlzeit werden. Dafür suchen wir uns ein uriges kleines Restaurant am Fuß des Nationalparks. Allerdings habe ich nicht mit dem aktuellen Marktpreis für Krebse gerechnet und bin am Ende doch zu geizig 108 USD für ein King Crab Meal zu bezahlen, sodass es halt eine auch sehr leckere Sea Food Pasta wird.
    Für den nächsten Tag entscheiden wir uns für den Weg zurück nach Norden, allerdings werde ich am Morgen nochmal unendlich glücklich gemacht, denn wir halten an der Sled Dog Farm von Dallas Seavey, einem mehrfachen Iditarod Gewinner, dem härtesten Hundeschlitten-Rennen der Welt. Ich habe bereits während meiner Zeit auf der Husky Farm in Schweden viel von diesem Rennen mitbekommen und erfahren und bin nun ehrlich sehr emotional diese berühmtesten Schlittenhunde der Welt kennenzulernen. Wir dürfen uns die Kennels der knapp 160 Hunde anschauen, erfahren viel über das Rennen selbst, die unvorstellbaren Strapazen und die unfassbar komplexe Organisation hinter jedem einzelnen Hundeschlitten der daran teilnimmt und haben noch die Ehre uns von einigen Iditarod Finishern eine Runde mit dem Sommerschlitten ziehen zu lassen.
    Das Iditarod ist neben dem Yukon Quest, der in Whitehorse startet und über Dawson City nach Alaska führt, eines von zwei der berühmtesten Hundeschlittenrennen und führt 1.049 Meilen durch Alaska von Seward bis nach Nome. Das Rennen selbst gedenkt der historischen Serum-Lieferung von 1925, als im abgelegenen Nome eine Diphtherie-Epidemie ausbrach. Demnach transportierten Staffelläufer aus 20 Mushern und über 100 Hunden lebensrettendes Serum 674 Meilen weit durch eisige Stürme.
    Hier an diesem Ort mit diesen Hunden zu sein ist für mich einfach nur krass und besonders.
    Am Ende lernen wir noch die zukünftigen Iditarod Champions kennen, sieben 3 Monate alte Welpen die sich frech durch die Schnürsenkel und mein Ohr knabbern.
    Wir gönnen uns noch ein zweites Frühstück mit View am Gletscherfluss und ziehen weiter Richtung Westküste der Kenai Halbinsel.
    Read more