• Sur

    February 7 in Oman ⋅ ⛅ 26 °C

    Sur liegt weit im Osten des Landes am Golf von Oman. Adel führt uns in ein Restaurant, in dem wir mit wunderbar zartem Ziegenfleisch und vier verschiedenen Sorten Gewürzreis verwöhnt werden. Anschließend werden Kardamom-Tee und köstliche Süßigkeiten gereicht. Die omanischen Süßigkeiten machen süchtig: sie sind herrlich aromatisch, schmecken nach Datteln, Nüssen, Sesam und Gewürzen, sind süß, aber nicht annähernd so zuckrig-klebrig wie in anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens.
    Dann widmen wir uns der Stadt: Bereits im 6. Jahrhundert war Sur ein wichtiger Hafen für den Handel mit Ostafrika. Später besetzten die Portugiesen den Hafen. Die Blütezeit von Sur begann im 17. Jahrhundert, nachdem Imam Nasir ibn Murschid, der Begründer der Yaruba-Dynastie, die Stadt von den Portugiesen zurückerobert hatte: die Handelsstadt blühte auf, vor allem durch den Seehandel mit Ostafrika und Indien. Unternommen wurden die Handelsfahrten über den Indischen Ozean mit den traditionellen hölzernen Daus, die bis zum Aufkommen der britischen Dampfschifffahrt den Seehandel auf den Indik beherrschten. Viele dieser Daus wurden in den Werften von Sur hergestellt. Heute gibt es nur noch eine Dau-Werft in Sur, die die hölzernen Schiffe in traditioneller Weise herstellt. Schiffe aus Fiberglas sind billiger herzustellen, während der Bau einer hölzernen Dau rund eine Million Euro kostet.
    Wir besuchen die Werft und bewundern die Boote und Schiffe die auf Stapel liegen. Die indischen Zimmerleute, die dort heute arbeiten, stellen nebenbei noch schönes geschnitztes Kunsthandwerk für die Besucher her. Nur eine große Dau liegt im Moment auf Stapel, sonst ein paar kleine hölzerne Fischerboote. „Im Moment ist nicht viel zu tun“, erzählt mir einer der indischen Schnitzer. „Gut, dass ihr kommt“, sagt er und deutet auf den Showroom mit dem Kunsthandwerk.
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