• Der Hafen von Salalah

    February 9 in Oman ⋅ ☀️ 26 °C

    Der Ausbau des Hafens von Salalah ist ein Vorzeigeprojekt des Sultanats Oman. Salalah hat eine strategische Lage am Indischen Ozean, sowohl in der Nähe der Straße von Hormuz als auch des Roten Meers und damit gleich mehrerer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt.
    Im Hafen begrüßt uns Mohammed Al Mashani, Mitglied der Geschäftsführung des Hafens und als Chief Corporate Affairs Officer zuständig für die Beziehungen zu Investoren. Er präsentiert uns die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Hafens.
    Bis Ende der 1990er Jahre war Salalah nur ein unbedeutender Fischereihafen, 1998 wurde er zu einem modernen Tiefwasser-Seehafen für Standard-Container (TEUs), lose Güter, Öl und Schüttgut ausgebaut, der seither regelmäßig erweitert wurde. 2021 und 2022 wurden zum ersten Mal die Kapazitätsgrenzen des Container-Terminals erreicht: 4,5 Millionen Container pro Jahr. Daraufhin wurde das Terminal im laufenden Betrieb auf eine Kapazität von bis zu 6 Millionen Containern pro Jahr ausgeweitet. Sicher, das kommt nicht an Hamburg mit rund 7,8 Millionen, Rotterdam mit rund 13,8 Millionen oder gar Schanghai mit rund 50 Millionen Containern pro Jahr heran. Aber es zeigt doch das unheimlich dynamische Wachstum des Hafens, der im Übrigen nach wie vor ganz überwiegend in omanischer Hand ist. Größter Einzelteilhaber des omanisch-dänischen Joint Venture ist mit 30% APM Terminals, eine Tochtergesellschaft der dänischen A. P. Møller-Mærsk AG und damit einer der größten Containerschiff-Reedereien der Welt. Doch die übrigen 70% sind in der Hand verschiedener omanischer Akteure. Und auch technisch achtet das Management darauf, dass alles „State of the Art“ ist: die errichteten Container-Kräne sind die größten der Welt, der Kai und das Hafenbecken reichen für die aktuell größten Containerschiffe der Welt, die bis zu 24.000 TEU-Container transportieren können. Auf unsere Frage, ob auch Künstliche Intelligenz im Hafen zum Einsatz kommen, schmunzelt Mohammed Al Mashani nur: „Einen Hafen wie diesen kann man ohne Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge gar nicht mehr managen.“ Und auch die geopolitischen Risiken, auf die wir ihn ansprechen, besorgen Al Mashani nicht allzu sehr: Ja, die beiden wichtigen Routen durch die Straße von Hormuz in den Persischen Golf und durch das Rote Meer zum Suez-Kanal sind sicherheitspolitisch vulnerabel, gibt er zu, doch: „Unser Hafen liegt am offenen Indischen Ozean. Selbst wenn das Rote Meer unpassierbar wäre, wären wir immer noch ein wichtiger Umschlaghafen.“ In Al Mashanis Ausführungen schwingt die große omanische Seefahrergeschichte mit.
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