An der Dhofar University
9. februar, Oman ⋅ ☀️ 27 °C
Nach dem beeindruckenden Gespräch im Hafen folgt ein weiterer, hochinteressanter Gesprächsbesuch, der zugleich Ausweis omanischer Gastfreundschaft ist. Die Dhofar University ist eine der neun privaten Universitäten im Land. Auch die privaten Universitäten unterstehen dem omanischen Bildungsministerium. Die Dhofar University umfasst einige Fakultäten, darunter Business, Ingenieurwissenschaft, Jura und Geisteswissenschaften, neu ist auch eine von nur drei medizinische Fakultäten im Oman.
Die Universität hat sich auf unseren Besuch spürbar gefreut, begrüßt werden wir gleich von mehreren wichtigen Autoritäten: vom Vizekanzler der Universität, Professor Amer bin Ali Al-Rawas, vom Dekan der Fakultät des College of Arts an Applied Sciences, Dr. Khalid Al Mashikhi und vom Chef des „International Cooperation Office“, Dr. Hesham Adbelmageed.
Der Vizekanzler informiert uns über die Entwicklung der Universität . Rund 7.800 Studierende besuchen die Universität aktuell. „Darunter ungefähr 65-70% Studentinnen“, ergänzt der Vizekanzler lächelnd. Für die Studentinnen gibt es einen besonderen Anreiz, diese Universität zu wählen: Sie bekommen ein kostenloses Wohnheimzimmer gestellt! Ungefähr die Hälfte aller Studierenden erhalten ein Stipendium der Regierung und zahlen damit keine Studiengebühren. Aber auch für die andere Hälfte ist das Studium durchaus bezahlbar.
Dekan Khalid Al Mashikhi ist von Haus aus Bildungswissenschaftler der für das Unterrichten brennt. Er begeistert uns gleich alle mit einem flammenden Appell für Diversität: „Sie und ich könnten kaum verschiedener sein“, ruft er: „Aussehen, Kultur, Religion, Hautfarbe. Und trotzdem sind wir alle Menschen, wir alle haben Respekt verdient.“ Damit erklärt er auch das besondere Engagement seiner Universität im Bereich der Inklusion: seit ein paar Jahren bilden sie Lehrer:innen für Hörgeschädigte aus, bemühen sich auch intensiv um die Einbeziehung von Studierenden mit Behinderung. „Nicht sie sind behindert - wir sind es“, ist Khalid überzeugt. Er erzählt, dass es auch im eigenen Kollegium Widerstände gegeben habe. Lehrkräfte, die gesagt hätten, „so jemanden“ könnten sie nicht unterrichten. „Ich arbeite lieber mit Menschen, die etwas verändern wollen, als mit jenen, die es verhindern“, sagt Khalid. Deshalb sei er mit den Gutwilligen vorangegangen. „Es geht ja nicht um Gnade oder Wohltätigkeit“, ruft er. „Diese Leute haben ein Recht darauf, einbezogen zu werden. Es ist ein Menschenrecht!“
Stolz zeigt er auf ein Foto an der Wand, auf dem drei Absolvent:innen mit ihm zu sehen sind: einer im Rollstuhl, eine blind, einer mir Hörbeeinträchtigung. Er deutet auf letzteren und berichtet stolz, dass dieser junge Mann in wenigen Tagen als Mitarbeiter bei ihnen anfange - als erster hörgeschädigter Dozent im Oman. Khalid lacht viel, aber er lässt keinen Zweifel daran, dass es ihm ernst ist mit seinem Engagement für Diversität.
Mit dieser Haltung erobert der Dekan unsere Herzen im Sturm! Aber es sind nicht nur seine Begeisterung für Bildung und seine Haltung beeindruckend, sondern auch die Professionalität seines Fachbereichs. 2023 wurden die Studiengänge im Fachbereich von der deutschen Zertifizierungsagentur AQAS akkreditiert. Die Dhofar University sei auch Teil des europäischen Austauschprogramms ERASMUS+, über das Studierende und Mitarbeitende international ausgetauscht werden, berichtet Hesham Abdelmageed, und der Dekan ergänzt nachdrücklich: „Wir wollen unbedingt mehr internationale Studierende!“Læs mere




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