Salento - Cascada El Peñon
5. februar 2020, Colombia ⋅ ⛅ 24 °C
Puh!! Ich habe mir ja vorgenommen, neue Dinge auszuprobieren, und heute war es soweit: Ein Ausflug hoch zu Ross!
Spoiler: Das wird nicht mein neues Hobby...
Gestern habe ich kurzfristig noch für heute einen Ausritt gebucht, nachdem mir die Herrschaften versichert hatten, dass das auch für Anfänger kein Problem sei.
Und da man für 3 Stunden umgerechnet 17 Euro zahlt, kann man das ja mal testen, dachte ich mir.
Gemeinsam mit einem französischen Pärchen (zum Glück auch ohne jede Erfahrung) ging es also heute Morgen um 9 mitten in Salento los.
Wir durften uns noch eine Route aussuchen ('bisschen auf und ab, kein Problem'), es gab eine ausführliche Einweisung (...nicht! 'Bergauf nach vorne lehnen, bergab nach hinten lehnen' - das war alles!) und dann ging es schon los.
Zunächst noch auf dem breiten Spazierweg, über den ich am Sonntag zur Kaffeeplantage gelaufen bin, aber bald schon kreuz und quer durch den Fluss, hoch in die Berge und steil wieder bergab ins Tal. Auf Wegen, die ich schon zu Fuß teilweise ungerne gegangen wäre! Kurz vor einem Wasserfall, nach ca 2 Stunden, haben wir angehalten, sind in unseren Gummistiefeln noch ein bisschen durch den Wald gekraxelt und haben dann den (zugegeben wirklich schönen) Wasserfall erreicht.
Der Rückweg war etwas entspannter, ich hatte gelernt, meinem Pferd zu vertrauen (was bleibt einem auch anderes übrig, als zu hoffen, dass man ein glückliches und kein suizidales Tier erwischt hat, wenn man auf schmalen Pfaden am Abhang entlang reitet...). Bis wir irgendwann fast in Salento waren und die Pferde auf einmal deutlich beschleunigten.
Da kamen dann leider Erinnerungen an einen Tag vor fast 22 Jahren wieder hoch, an dem das Gleiche passiert ist, mit der Konsequenz, dass ich ziemlich unelegant in hohem Bogen aus dem Sattel geflogen bin (damals zum Glück weich auf Sand gelandet). Leichte Panik machte sich breit, und mein armes Pferd musste leiden, da ich die Zügel doch etwas zu fest angezogen habe. Glücklicherweise war es danach nicht mehr weit. Meine Beine haben allerdings ganz schön gezittert, als ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte.
Soviel Adrenalin im Körper hatte ich jedenfalls seit Jahren nicht mehr. Eine Alpenüberquerung ist nix dagegen. Da habe ich zumindest selbst die Kontrolle darüber, was passiert!
Aber es hat sich trotzdem gelohnt, alleine schon für die Erfahrung und die Tatsache, dass ich jetzt gerade tiefenentspannt bin.
Die photographische Dokumentation hat leider ein bisschen unter der Tatsache gelitten, dass ich in einer Hand die Zügel hatte und mich mit der anderen am Sattel festgeklammert habe. Also bleibt der Weg eurer Phantasie überlassen...Læs mere




