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Juni - Mai 2019
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  • Day173

    Kathmandu 2

    November 30 in Nepal ⋅ ☀️ 20 °C

    Ihr Lieben, lange ruhig geblieben hier. Und das trotz zuverlässiger WLAN-Verbindung. ;)
    Um ehrlich zu sein, hatte ich ein paar eher miese Tage. Wenn man wandert, ist jeder Tag strukturiert. Man weiß, was man zu tun hat, man setzt einen Fuß vor den anderen. Man trifft automatisch Gleichgesinnte.

    Hier war ich auf einmal wieder allein, ohne Plan, ziemlich erschöpft und antriebslos.
    Sightseeing mit einem Guide war mir zu teuer, Gruppen gibt es nicht, alleine wird man an jeder Ecke angequatscht.

    Ist eigentlich alles halb so schlimm, Händler und Guides in anderen Ländern sind sehr viel penetranter, aber mich nervt es einfach, wenn Menschen nur nett sind, weil sie etwas verkaufen wollen. Und wenn man sich schon überlegt, ob ein freundliches Lächeln vielleicht zu einladend ist.

    Zudem ist Kathmandu eine Herausforderung für alle Sinne. Es ist laut und voll, immer. Die schmalen Gassen teilen sich Fußgänger, Mopedfahrer, Rikschas und Taxis in einem immerwährenden Kampf und Hupkonzert.
    Es gibt wahnsinnig viel zu sehen - die vielen verschiedenen Menschen, Geschäfte, Farben. Die Luft ist eine Katastrophe, zu den Abgasen kommt der Staub der Straßen und Baustellen, die Räucherstäbchen, die Öfen... Man wird förmlich erschlagen von den ganzen Eindrücken. ;)

    Jedenfalls habe ich viel Zeit in meinem Hotelzimmer oder mit ziellosem Umherlaufen verbracht, mir viele Gedanken darum gemacht, wie es nach Nepal weitergeht und war insgesamt recht unzufrieden.

    Von daher ist es gut, dass morgen mein Vipassana-Kurs startet. Auch wenn ich großen Respekt vor dieser Herausforderung habe, und es sicher erst mal schlimmer wird mit dem Gedankenkarussell. Aber es wäre ja auch merkwürdig, wenn immer alles toll laufen würde!

    Ab morgen Mittag bin ich also bis zum 12.12. nicht mehr erreichbar. Das Handy müssen wir abgeben, ebenso wie Bücher, Schreibzeug und Zigaretten.
    Dann heißt es für 10 Tage schweigen, um 4 Uhr aufstehen und 11 Stunden am Tag meditieren.
    Ich bin extrem neugierig, wie ich damit zurechtkommen werde und ob/wie diese Zeit etwas in mir verändern wird.
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  • Day168

    Dharapani - Besisahar - Kathmandu

    November 25 in Nepal ⋅ ⛅ 19 °C

    Die Rückreise nach Kathmandu gestaltete sich wieder einmal nicht so einfach.

    Von Dharapani ging es am Montag mit einem Jeep Richtung Besisahar. Eingequetscht auf der Rückbank zwischen 3 Nepalis ging es mir immer noch deutlich besser als Kamal, der draußen auf der Ladefläche mitfahren musste. 4 Stunden über eine 'Straße', die nur aus Staub und Schlaglöchern bestand, und permanent am Abgrund zum Fluss entlang führte. Zum Glück habe ich einen stabilen Magen und wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass es sich angeblich um eine der gefährlichsten Straßen der Welt handelt (thanks to Tjade for only pointing out the various YouTube videos to me after I finished that trip ;)). Fotos konnte ich leider keine machen, aber dieser kurze Clip gibt einen guten Einblick:
    https://m.youtube.com/watch?v=0MHW1PFrRw4

    Am nächsten Tag dann noch einmal 7 Stunden im vergleichsweise fantastisch komfortablen Minibus, und nun bin ich zurück in Kathmandu.
    Habe mir ein teures Hotel gegönnt und genieße aus vollen Zügen eine heiße Dusche, eine richtige Toilette, Strom, WiFi - und die Tatsache, wieder selbstbestimmt unterwegs zu sein...

    Da ich die letzten 2 Tage nicht so viel erlebt habe, erzähle ich euch noch von einem interessanten Gespräch mit meinem Guide:

    Kamal ist seit 3 Jahren verheiratet, und zwar in einer arrangierten Ehe. Vor der Hochzeit kannte er seine Frau nicht einmal. Er meint, in der jüngeren Generation wären nur noch 50% der Ehen arrangiert, hält es aber nach wie vor für das bessere und stabilere Konzept. Zudem kann die Zugehörigkeit zu einer der drei Kasten hier besser berücksichtigt werden. Ehen zwischen verschiedenen Kasten sind selten und problematisch, da Angehörige einer niedrigeren Kaste nicht einmal das Haus einer höhergestellten Person betreten dürfen.

    Das Kastenwesen scheint in Nepal noch immer tief verankert zu sein, ein Wechsel der Kaste ist nicht möglich, und da sämtliche Politiker der höchsten Kaste angehören, wird sich daran wohl so schnell auch nichts ändern. Kamal selbst gehört übrigens auch der höchsten Kaste an. Und sein Haus, das ich am ersten Tag noch so erschreckend schlicht fand, ist eindeutig Mittelklasse, wie ich inzwischen weiß. Gerade in den Bergen leben so viele Menschen von der Hand in den Mund. Und ihre Interessen berücksichtigt keiner.

    Der Fluss, den wir die letzten Tage entlanggelaufen/-gefahren sind, wird in Indien durch einen Damm begrenzt. Und wenn während der Regenzeit zuviel Wasser fließt, machen die Inder die Schleusentore einfach zu. Dass der steigende Pegel dann weiter oben zu Überflutungen führt und viele Nepali ihre Häuser verlassen müssen - wen kümmert's.

    Sehr viele Ungerechtigkeiten in diesem Land.
    Ich bin auf jeden Fall froh, diesen Trek gemacht zu haben, auch wenn es in verschiedenen Hinsichten hart war. Habe viele Einblicke gewonnen, die einem vermutlich verwehrt bleiben, wenn man sich nur im Touristenjeep von A nach B kutschieren lässt. Oder gleich für $5000 den privaten Helikopterflug um den Everest bucht...
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  • Day167

    Bimthang - Dharapani

    November 24 in Nepal ⋅ ⛅ 2 °C

    Ein letzter langer, aber schöner Wandertag.
    Ich habe beschlossen, meinen Trek zu verkürzen. Alle anderen beenden ihre Reise in Dharapani, und nach den Highlights der letzten Tage habe ich einfach keine Lust mehr, jetzt noch mal 2 Tage alleine am Fluss entlang zu laufen.

    Der Tag heute hatte es allerdings noch einmal in sich. 1800 m bergab ging es (vermutlich noch ein bisschen mehr, da ess zwischendurch auch ein paar ordentliche Anstiege gab). Aber die Strecke führte durch bezaubernde Wälder (zum Teil Rhododendron, was zur Blüte im März wunderbar aussehen muss) entlang eines reissenden Flusses durch ein steiles Tal, vermutlich der schönste Abschnitt des ganzen Treks.

    Etwas mulmig wurde mir dann doch, als uns auf einem 50 cm breiten Pfad direkt am Abhang einmal mehr eine Karawane mit Maultieren entgegenkam. Aber irgendwie sind wir unfallfrei aneinander vorbeigekommen. ;)

    Kamal hat mir dann noch erzählt, dass der Manaslu Circuit seiner Meinung nach der schwerste der klassischen Treks in Nepal ist. Und beim Abendessen habe ich dann von einem Aussie, der sehr begeistert von seiner Leistung war ;), noch das passende englische Wort gelernt: Tenacity - Hartnäckigkeit. Die haben wir alle wohl bewiesen!
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  • Day166

    Dharamsala - Larkya La - Bimthang

    November 23 in Nepal ⋅ ⛅ 4 °C

    Heute die Königsetappe. Von 4460 auf 5160 Meter, danach Abstieg bis auf 3700 m.
    Los ging es für die meisten gegen 4.30 Uhr, nach einem verschlafenen Frühstück. Eineinhalb Stunden mit Stirnlampe durch die Dunkelheit, danach zeigte sich zum Glück wieder die Sonne. Möchte mir die letzten Tage wirklich nicht bei schlechtem Wetter vorstellen...

    Auch so waren die gut 3 1/2 Stunden Aufstieg durch unwirtliche Steinwüste eine ziemliche Qual. Jeder Schritt fällt schwer, ich hätte mich am liebsten nur noch hingelegt und geschlafen.
    Der Pass war dann relativ unspektakulär, aber wir konnten bei Windstille und Sonne zumindest ein paar Minuten Pause machen, bevor es an den Abstieg ging. Und der hatte es noch mal wirklich in sich. Die knapp 1500 Meter runter ging es fast durchgehend steil in losem Gelände, so dass man sich extrem konzentrieren musste (gar nicht so leicht nach den vorangegangenen Stunden). Trotzdem bin ich noch mindestens fünfmal gefallen, zum Glück immer auf den Hosenboden bzw Rucksack.

    Gegen halb 12 haben wir dann nach 7 Stunden Bimthang erreicht. Ganz schön schnell dafür, dass 8-9 Stunden veranschlagt waren!
    Hatte zwar auch Glück, dass mich nicht wie andere Wanderer die Höhenkrankheit erwischt hat, aber so oder so war ich ziemlich stolz auf meine Leistung!

    Und zur Belohnung gab es die erste Dusche seit 6 Tagen. Auch noch warm! Da sieht man gerne darüber hinweg, dass sie sich in einem Verschlag zusammen mit der Toilette befand, der Abfluss verstopft war und durchs Fenster (ohne Glas) der kalte Wind hereinzog. ;)
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  • Day165

    Samagaun - Samdo - Dharamsala

    November 22 in Nepal ⋅ ☀️ 0 °C

    Fasse heute mal zwei Tage zusammen, da es jeweils nur 3 Stunden Gehzeit waren (wir müssen uns halt an die Höhe gewöhnen) und ich zudem inzwischen wirklich erkältet bin und somit den Tag gestern eher wie ein Zombie verbracht habe.
    Eine verstopfte Nase ist bei dem ohnehin geringeren Sauerstoffgehalt auf über 3500 Metern eher nicht so angenehm, so dass ich die letzten Nächte kaum geschlafen habe.
    Aber beklage mich lieber nicht, gerade habe ich ein Paar wiedergetroffen, bei dem die Frau den gestrigen Tag mit Fieber im Bett verbracht hat. Trotzdem haben sie sich heute hier hochgequält (jetzt immerhin auf 4460 m), da es keine wirkliche Alternative ist, den ganzen Weg zurückzugehen.
    Für den Fall der Fälle kann man den Helikopter rufen, aber bei einer Grippe dürfte die Versicherung das eher nicht übernehmen...

    Samdo gestern war schon nur eine Ansammlung von ein paar Hütten, Dharamsala heute besteht nur aus zwei 'Hotels' aka Schuppen mitten in den Bergen. Hier geht es heute ziemlich international zu - Australier, Amis, Belgier, Italiener, Tschechen und Deutsche wollen morgen früh den Aufstieg zum Pass Larkiya La in Angriff nehmen. Und die meisten kämpfen mit irgendwas, sei es eine Erkältung, Durchfall oder Knieprobleme. Ziehe meinen Hut vor denjenigen, für die diese Tour ihr Jahresurlaub ist...

    Die Wege sind nach wie vor einfach zu gehen, wenngleich die Aufstiege natürlich immer langsamer werden; das Wetter ist immer noch perfekt und ermöglicht fantastische Panoramen.
    Da ich die letzten Tage doch ziemlich mit meinem Körper beschäftigt war, konnte ich sie leider nicht immer angemessen würdigen. ;)

    Zudem habe ich immer, wenn ich oberhalb der Baumgrenze unterwegs bin, ordentlich Respekt vor den Bergen - und das Gefühl, dass dies kein Lebensraum für Menschen ist.

    Noch bis auf 3000 m haben uns Urwälder (und Pinien! Da kamen fast mediterrane Gefühle auf!) begleitet. Jetzt sind es immerhin noch kleine Wacholdersträucher. Bin gespannt, wie das morgen auf 5100 m aussehen wird...
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  • Day163

    Samagaun - Akklimatisierung

    November 20 in Nepal ⋅ ☀️ 2 °C

    Zur Anpassung an die Höhe gab es heute einen Pausentag in Samagaun, mit einer Wanderung zu einem verlassenen buddhistischen Kloster in gigantischer Lage. Ich bin leider ein bisschen erkältet und hoffe, das wird die nächsten Tage nicht schlimmer. Dass es letzte Nacht 3° im Zimmer war, hilft da auch nicht wirklich weiter.
    Die nächsten beiden Tage werden mit je 4 Stunden Gehzeit eher kurz, was gut für die Gesundheit ist, aber mäßig für die Psyche, da die Nachmittage arg lang werden. Es ist eine Erfahrung, so oder so. ;)
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  • Day162

    Namrun - Samagaun

    November 19 in Nepal ⋅ ☀️ 2 °C

    Perfektes Wetter, schöne Wege, abwechslungsreiche Strecke, fantastische Aussichten auf den Manaslu. Der so nah aussah, dass es schwer vorstellbar ist, dass 5000 Höhenmeter zwischen meinem Standort und dem Gipfel liegen.. Heute ging es bis auf 3500 Meter hoch, und auch das klappte recht problemlos.

    Ein typischer Tag sieht so aus: ich wache gegen 5 auf, nehme meine Klamotten von der Leine und mit in den Schlafsack, um sie zu wärmen. Aufstehen um halb 7, Rucksack packen, Katzenwäsche, Frühstück (meist Porridge). Gegen halb 8 geht es los, nach ca 2 Stunden gibt es eine Teepause und gegen halb 12 Lunch. Eigentlich immer Dhal Bat, da das überall frisch ist, ausreichend Energie liefert und es einen Nachschlag gratis gibt. Nach dem Essen geht es noch etwa 3 h weiter. Am Ziel auspacken, waschen oder duschen, durchgeschwitzte Sachen aufhängen, aufs Abendessen warten. Die Zeit bis zum schlafen vertreibe ich mir mit Schreiben, Lesen und Gesprächen mit anderen Trekkern.
    Die Guides bleiben meist unter sich, sie essen auch immer separat und nach den Gästen, was für uns Europäer ziemlich gewöhnungsbedürftig ist.

    In Samagaun ist die Unterkunft noch ein bisschen schlichter, die 'gute Stube' besteht aus Betonboden, Betondecke (von der eine einzelne Glühbirne baumelt), ein paar Holztischen und -bänken und einem Ofen in der Mitte des Raumes, um den sich dann abends alle drängen.
    Richtig kalt ist es inzwischen nachts. In den Schlafsack geht's mit Mütze und Handschuhen (und Elektronik, um die Batterien warm zu halten;)).

    Ansonsten merkt man immer deutlicher die Nähe zu Tibet, die Gegend ist stärker buddhistisch geprägt, die Menschen sehen anders aus und Yaks kreuzen die Wege. Den getrockneten Yak-Dung sammeln die Menschen und verwenden ihn zum Heizen... Ein bisschen fühlt es sich an, wie ich mir Europa im Mittelalter vorstelle.
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  • Day161

    Deng - Namrun

    November 18 in Nepal ⋅ ⛅ 7 °C

    Heute lief es besser als gestern. Die Strecke war kürzer, ich war fitter, nicht ganz so viel auf und ab. Hoch natürlich schon, irgendwie müssen ja die 5000 Meter erreicht werden. Heute sind wir auf etwa 2600 m. Und folgen noch immer dem Fluss. 😉
    Aber zwischendurch ging es durch schöne Urwälder, in denen sich sogar ein paar Affen haben blicken lassen. Und WiFi gab es dann auch, wenngleich nach 3 Stunden die Verbindung wieder gekappt wurde.

    Rustikal bleibt es nun vermutlich bis zum Ende des Treks. Habe gerade gehört, dass am höchsten Übernachtungspunkt nicht einmal mehr ein Ofen in der Stube steht - auf 4500 m ist halt kein Holz mehr vorhanden... Und ich friere jetzt schon!

    Dafür soll das Wetter weiter schön bleiben, und das würde uns morgen die ersten Blicke auf den Manaslu ermöglichen - ich bin gespannt!
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  • Day160

    Jagat - Deng

    November 17 in Nepal ⋅ ☀️ 7 °C

    Vielleicht hätte ich mich doch ein bisschen informieren sollen, bevor ich losgelaufen bin...oder mal eine Karte konsultieren...oder mir zumindest mal detaillierte Beschreibungen durchlesen. ;)

    Irgendwie hatte ich mir das alles etwas einfacher vorgestellt. Heute von 1400 auf 1860 Meter, das wäre bei meiner Alpenüberquerung nicht der Rede wert gewesen. Hier geht es allerdings nicht einfach bergauf, sondern wir folgen weiter dem Fluss. Und der Weg ist 'Nepali flat', was bedeutet, gar nicht flach, sondern permanent auf und ab. Ich würde gerne mal wissen, wie viele Höhenmeter da heute zusammengekommen sind. 900 waren es sicher, und ich fand's unglaublich anstrengend. Vielleicht ist meine Erkältung noch nicht ganz weg, oder der Monat Pause hat Kondition und Muskulatur stärker dezimiert als gedacht - jedenfalls war ich nach etwa 7 Stunden am Ende, als wir das heutige Ziel erreicht haben.

    Man kombiniere die physische Erschöpfung mit der Tatsache, dass ich seit 2 Tagen kommunikationstechnisch von der Außenwelt abgeschnitten bin und die Unterkunft heute mehr als rustikal ist - jedenfalls war ich ganz schön angefressen. Ich war (und auch daher hätte ich mich besser informieren sollen) einfach gedanklich nicht darauf vorbereitet, wie einfach und abgelegen es hier ist.

    Das Zimmer besteht aus zwei Holzpritschen in einem besseren Schuppen mit Wellblechdach, die Toilette (mal wieder ein Plumpsklo zum Drüberhocken) ist im Verschlag neben dem Gebäude, und die Dusche sieht nicht viel anders aus (es gab aber gegen Aufpreis heißes Wasser!). Zimperlich bzgl der Hygiene darf man jedenfalls nicht sein. ;)

    Sollte ich krank werden, oder der Pass gesperrt werden, müssten wir den kompletten Weg wieder zurücklaufen. Eine andere Option gibt es ganz einfach nicht.

    Den Weg konnte ich heute auch nicht wirklich wertschätzen, da ich so mit mir selbst beschäftigt war, obwohl das Tal weiterhin schöner und die Dörfer uriger werden. Wie so oft bleiben aber in vielen Orten nur Kinder und alte Leute übrig, da die Jungen keine Perspektive haben. Auch in Kathmandu sind die Verdienstmöglichkeiten so gering, dass viele direkt ins Ausland gehen, weil sie nur so ihre Familie über Wasser halten können.

    Es geht uns unglaublich gut, ihr Lieben, vergesst das nicht. Und mit dem Gedanken sowie einer Kanne Tee habe ich mich auch wieder aus der schlechten Laune befreien können. Hier lerne ich, was minimalistisches Leben wirklich bedeutet. Und dass Dinge wie eine Verbindung zur Außenwelt, funktionierende Elektrizität, Abwasser- und Müllentsorgung keinesfalls selbstverständlich sind. Muss fast ein bisschen darüber lachen, dass ich dachte, meine bisherigen Touren hätten mich gelehrt, mit wenig auszukommen.

    Morgen soll es angeblich in einen Ort mit Strom und WLAN gehen, dann könnt ihr all dies vielleicht auch irgenwann mal lesen... Ich hoffe es sehr, ist doch recht einsam hier.
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  • Day159

    Maccha Khola - Jagat

    November 16 in Nepal ⋅ ☁️ 11 °C

    Heute der erste richtige Test für die Fitness, mit 6 Stunden kräftigem Auf und Ab über schmale Wege, die man sich mit diversen Maultier-Karawanen teilen musste (da kommt es wohl oft zu Unfällen, weil die Tiere keine Rücksicht auf Touristen nehmen).

    Andere Transportmittel gibt es aber in dieser Gegend nicht mehr. Zur Zeit wird zwar eine neue Straße gebaut, die bis China führen soll, aber selbst der Treibstoff für die Maschinen muss zunächst per Maultier zur Baustelle transportiert werden.

    Es ging weiterhin am Fluss entlang, und das Tal wurde zwischenzeitlich deutlich enger und beeindruckender, mit senkrecht abfallenden Wänden. Immer wieder mussten wir (und auch die Maultiere) die Uferseite wechseln, so dass ich mich inzwischen an die Hängebrücken gewöhnt habe. Schwindelfrei sollte man aber schon sein... ;)

    Den ersten Test habe ich also bestanden, aber ich muss sagen, dass ich den Monat Pause merke. Die Beine sind schwer, der Rucksack ist es auch. Bin sehr gespannt, wie sich das in höheren Lagen anfühlen wird! In die Berge komme ich allerdings nicht, wie ich heute gelernt habe - die fangen nämlich erst bei 6000 Metern an. Für alles, was darunter liegt, wird das nepalesische Wort für "Hügel" verwendet... ;)
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