2019/2020
  • Day277

    Francés - Chileno

    March 13 in Chile ⋅ ☀️ 7 °C

    Uff! Was für ein Tag!

    Nach einer bescheidenen Nacht (Nachtwanderung zur Toilette, außerdem habe ich einem Mitwanderer Asyl in meinem Zelt gewährt) ging es heute Morgen nach einem traumhaften Sonnenaufgang erst mal am Lago Nordernskjöld entlang, leichtes Auf und Ab mit wunderschönen Blicken - und endlich mal bei Sonne! Nach etwa 2 1/2 Stunden bog der Weg dann ins Hinterland und bergauf - und hier sah ich dann für die nächsten Stunden keine Menschenseele (wie ich später festgestellt habe, unter anderem deswegen, weil sich fast alle anderen verlaufen haben. Ich auch nur Dank GPS und maps.me (die App kann ich nur empfehlen) nicht...). Endlich Ruhe! ;)

    Nach 5 Stunden war ich dann am Tagesziel, dem Refugio Chilenos. Eigentlich sollte es das gewesen sein, den Aufstieg zu den berühmten Torres hatte ich für morgen zum Sonnenaufgang geplant. Aaaber... es war ja noch früh, ich halbwegs fit - und das perfekte Wetter musste man nutzen.
    Also fix 7,50 Euro in 500 Kalorien investiert (2 Snickers - perverse Preise) und ab nach oben.
    Noch einmal insgesamt 3 Stunden Auf- und Abstieg, die sich aber auf jeden Fall gelohnt haben! Die Türme bei klarster Sicht und Sonne, dazu zumindest auf dem Rückweg keine Massen an Menschen mehr (ansonsten ist zum Teil Gänsemarsch geboten, da der Weg oben etwas schwieriger ist, aber Jan und alle Mann hoch wollen). Und das gute Gefühl, richtig was geleistet zu haben. ;)

    Also ein Tag, an dem ich glücklich, stolz und vollkommen erschöpft ins Bett falle - und mich freue, dass ich morgen nicht um halb 5 aufstehen muss, um mich im Dunkeln an den Aufstieg zu machen! Stattdessen geht es nur etwa 2 Stunden zurück zum Ausgangspunkt, um das 'O' zu vollenden, und dann per Bus zurück nach Puerto Natales.

    Es war eine tolle, anstrengende, abwechslungsreiche Woche mit viel Wetterglück (wenig Sonne, aber auch wenig Wind und Regen), vielen tollen Ausblicken und Eindrücken und netten Menschen. Bin sehr froh, den Trek gemacht zu haben - und auch froh, mich für die Luxusversion ohne eigenes Zelt und mit Halbpension entschieden zu haben!
    Und jetzt freue ich mich auf ein paar entspannte Tage in Puerto Natales und auf der Fähre nach Puerto Montt!
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  • Day276

    Paine Grande - Francés

    March 12 in Chile ⋅ ☁️ 10 °C

    21 km, 6 1/2 Stunden, reichlich Höhenmeter.
    Ich war nach dem halben Tag gestern heute echt gut drauf. Anfangs bin ich eher vor den Horden an Menschen in Paine Grande weggelaufen ;) - knapp 2 Stunden bis zum Camp Italiano, immer mit Blick auf die Seen und den beeindruckenden Gipfel des Paine Grande.

    Im Camp hieß es dann, den großen Rucksack gegen das Nötigste für die nächsten vier Stunden austauschen. Und man glaubt gar nicht, wie es beflügelt, wenn man plötzlich 10 kg weniger zu tragen hat! Ich bin das Valle Francés bis zum Aussichtspunkt, dem Mirador Británico, quasi hoch- und vor allem wieder runtergehüpft. ;)
    Der Talschluss mit seinen Granitwänden war wirklich beeindruckend - vor allem aber die Lawinenabgänge, die man regelmäßig vom Paine Grande hören konnte!

    Das übrigens selbst in der Nacht und in unserem Camp Francés, das noch 2 km weiter lag. Die unschönste Übernachtung, da die Toiletten ein paar hundert Meter (und etliche Höhenmeter) vom Zelt entfernt lagen, und es auch wenig gute Aufenthaltsmöglichkeiten gab.

    Ansonsten habe ich wenig zu meckern. ;)
    Der Komfort auf dem Weg war deutlich höher, als ich das erwartet hatte, mit überwiegend guten sanitären Anlagen (außer, als morgens in Las Perros das Wasser und damit die Klospülung ausgefallen ist...), meist heißen Duschen und ordentlichem Essen!
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  • Day275

    Grey - Paine Grande

    March 11 in Chile ⋅ 🌧 9 °C

    Nach dem anstrengenden Tag gestern ein später Start in einen kurzen Tag. Jeder Muskel in den Beinen tat weh, ich habe mächtig abgebaut in den letzten drei Monaten. Leichtes Sodbrennen von zuviel Essen und Pisco Sour am Vorabend, schließlich bin ich fast 37. ;)
    Also bin ich die 11 km in meditativer Zeitlupe gelaufen, immer entlang des Lago Grey bis zum Lago Pehoé, mit leichtem Auf und Ab durch feinen Regen, und habe zum ersten Mal die in der Karte angegebene Zeit benötigt. ;)

    Im Refugio Paine Grande (hier schlafe ich wieder im Zelt) war der Kulturschock noch mal größer. Hier sind unglaublich viele Menschen, auch weil man das Refugio mit dem Boot statt zu Fuß erreichen kann, und das Essen gibt es in vier Schichten zur Selbstbedienung in Mensa-Atmosphäre (mal zum Vergleich - an den ersten drei Abenden waren wir maximal 10 Leute).
    Es ist wuselig und laut. Und nachdem mir die letzten Tage mal wieder bestätigt haben, dass ich das selbstbestimmte Wandern ohne Guide und Gruppe so viel mehr genieße, hat mich der heutige Tag darin bestärkt, eher die wenig frequentierten Wege zu wählen...

    Also nachmittags 2 Stunden gedöst, abends 2 Stunden Karten gespielt - und nun hoffe ich, dass mein Muskelkater morgen etwas besser wird.
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  • Day274

    Los Perros - Grey

    March 10 in Chile ⋅ ☁️ 8 °C

    Der Tag, vor dem alle ein wenig Respekt hatten, da die Überschreitung des höchsten Punktes, des Paso John Garner, anstand. Der liegt zwar nur auf 1200 Metern, kann aber durch Nebel, Schnee und vor allem Wind schnell kritisch werden. Aber wie in den beiden vorangegangenen Tagen war das Wetter fast perfekt: Zwar keine Sonne, aber auch kein Regen - und vor allem ungewöhnlich windstill.

    Grundsätzlich war das Wandern also unproblematisch, trotzdem aber anstrengend. Ab kurz nach 7 ging es erstmal 2,5 Stunden bergauf, erst durch den Wald, dann über Geröll, und ziemlich steil. Danach dann allerdings noch deutlich steiler wieder herunter. Und wieder hoch. Und wieder runter. Die ganzen 7,5 Stunden (für angeblich nur 15 km...) gab es fast keine flache Stelle, der Abstieg bestand zu großen Teilen aus hohen Stufen. War selten so dankbar für meine Stöcke!

    Entschädigt wurde man allerdings reichlich, da wir die ganze Zeit entlang des Grey-Gletschers gelaufen sind. Ein vollkommen surrealer Anblick, solche Eismassen habe ich in meinem Leben noch nicht annähernd gesehen. Und das Eis leuchtet tatsächlich in den unterschiedlichsten und schönsten Blautönen, selbst bei bedecktem Himmel. Wir haben sicher eine halbe Stunde verloren, weil man hinter jeder Kurve wieder anhalten, auf den Gletscher starren und Fotos machen musste. Alleine für diesen Anblick hat sich die Tour schon gelohnt!

    Als wir gegen drei am Refugio Grey ankamen, quasi eine Lodge, gab es die erste heiße Dusche und für mich ein bequemes Bett. ;)
    Das habe ich allerdings erst spät gesehen, da unsere O-Circuit-Truppe noch kräftig auf den anstrengen Tag angestoßen hat. Und darauf, dass 'wir' ja so viel cooler sind als 'die' - die simplen W-Wanderer und Tagestouristen, auf die wir hier zum ersten Mal gestoßen sind. Witzig, wie schnell sich so ein Gruppen- und Überlegenheitsgefühl einstellt. ;)

    Allerdings war es wirklich ein kleiner Kulturschock. Die O-Wanderer sind alle erfahrene Trekker, und die allermeisten sind mit eigenem Zelt und Essen unterwegs (bin trozdem froh über meinen Luxus!). Auch fast ausnahmslos nette, umgängliche Menschen. Ziemlich viele Deutsche, aber die angenehme Sorte (man ist doch immer kritischer seinen eigenen Landsleuten gegenüber).
    Den W-Trek laufen auch viele, die anders ticken - vor allem einfach generell sehr viel mehr Menschen. Hätte ich noch mal die Wahl, würde ich es so machen wie einige, von denen wir uns heute verabschieden mussten - erst den trubeligen W-Teil, dann die ruhige Verlängerung.
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  • Day273

    Dickson - Los Perros

    March 9 in Chile ⋅ ☁️ 7 °C

    Ein sehr kurzer Tag. 12 km, keine vier Stunden gemütliches Gehen auf leichten Wegen durch den Wald. Kurz vor dem Camp tolle Ausblicke auf den Gletscher Los Perros! Das Camp selbst liegt mitten im Wald, ist sehr rustikal und ziemlich kalt. Trotzdem haben wir den ganzen Nachmittag draußen gesessen, gemütlich ein paar Bier getrunken und Karten gespielt, bevor es dann früh ins Bett ging, um ausgeruht in den nächsten Tag zu gehen.Read more

  • Day272

    Serón - Dickson

    March 8 in Chile ⋅ 🌧 10 °C

    18 km, knapp 5 Stunden, ein toller Weg zunächst bergauf, dann entlang des Rio Paine an einem Hang mit tollen Ausblicken auf das Tal, die umliegenden Berge und den ersten entfernten Gletscher bis zum Refugio Dickson, dass auf perfekt auf einer Halbinsel im Lago Dickson gelegen ist. Eine kleine Hütte mit ein paar Betten (eins davon meins), eine gemütliche Holzterrasse, gutes Essen und nette Menschen - ein wirklich schöner Tag!Read more

  • Day271

    Hotel Las Torres - Serón

    March 7 in Chile ⋅ 🌧 9 °C

    13 km, 3 1/2 Stunden, ein entspannter Einstieg (und endlich mal wieder Kilometerangaben hier!).

    Heute Morgen ging es um 7 mit dem Bus von Puerto Natales die ca. 80 km bis zum Eingang des Nationalparks an der Laguna Amarga, von da mit einem Shuttle zum Hotel Las Torres - und dann nach viel zu langer Zeit mal wieder alleine und mit gepacktem Rucksack los!
    Auch wenn ich die Luxusvariante gebucht habe, Schlafsack, Isomatte und Snacks für eine Woche machen sich doch bemerkbar...

    Aber der Weg war ziemlich eben heute, der Regen eher sanft, und das Gehen einfach, so dass ich schon gegen halb 2 am Campingplatz war. Hier kam dann tatsächlich noch mal die Sonne raus!
    Also habe ich den Rest des Tages mit Lesen, Dösen und Essen verbracht. Und ein bisschen darüber nachgedacht, was ein anderer Wanderer über die Eigenheiten der deutschen Sprache sagte. So gibt es zum Beispiel für 'Doch!' in den meisten Sprachen keine Übersetzung. Und auch 'wie spät ist es' scheint typisch Deutsch zu sein. In anderen Ländern fragt man nur 'wie viel Uhr ist es'.
    Sprache sagt viel über die Kultur aus, man macht sich das nur selten bewusst.

    Mein Highlight des heutigen Tages: Pumas! Ich hatte zwar gehört, dass es die hier im Park gibt, aber nie damit gerechnet, einen zu sehen. Entsprechend war ich völlig perplex, als ich hinter einer Biegung nicht nur einem, sondern gleich 3 Pumas gegenüberstand. Leider auch zu geschockt, um ein Foto zu machen. Glücklicherweise sind die Pumas nach kurzer gegenseitiger Musterung offenbar zu dem Schluss gekommen, dass Guanacos besser schmecken, und haben sich vom Acker gemacht.
    Ein riesiges Glück, Pumas zu sehen, wie mir einige Leute im Anschluss bestätigt haben. Glaube aber, so nahe (vielleicht 20 Meter) muss ich den Tieren nicht unbedingt noch einmal kommen. ;)
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  • Day270

    Torres del Paine - Der Plan

    March 6 in Chile ⋅ ☁️ 12 °C

    Die nächsten 8 Tage bin ich vermutlich offline - also für alle, die es interessiert, hier mein Plan für den O-Circuit, 130 km und 8 Tage im bekanntesten Nationalpark Chiles:

    07.03. Hotel Las Torres - Camping Serón
    08.03. Camping Serón - Refugio Dickson
    09.03. Refugio Dickson - Camping Los Perros
    10.03. Camping Los Perros - Refugio Grey
    11.03. Refugio Grey - Camping Paine Grande
    12.03. Camping Paine Grande - Camping Francés
    13.03. Camping Francés - Refugio Chileno
    14.03. Refugio Chileno - Hotel Las Torres

    Werde also 3 Nächte im Bett und 4 im Zelt verbringen, wobei ich letzteres vor Ort miete und somit nicht tragen muss. So richtig schwierig ist der Trek überwiegend nicht, abgesehen vom vierten Tag, an dem es über einen ungemütlichen Pass geht. Aber es ist viel vom Wetter abhängig. Also bitte mal wieder Daumen drücken, dass ich zumindest überwiegend ohne zuviel Regen und Wind laufen kann! Details gibt es dann am 15.03. nach meiner Rückkehr! 😊
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  • Day269

    Ushuaia-Pto Natales / übers Alleinreisen

    March 5 in Chile ⋅ ⛅ 22 °C

    Saludos de Puerto Natales. Ich weiß, ich bin ein bisschen sparsam mit meinen Beiträgen in der letzten Zeit.

    Zum einen liegt das daran, dass einfach nicht so viel passiert ist:
    In den letzten zwei Wochen bin ich von Cartagena nach Cali geflogen, von Cali nach Santiago und weiter nach Punta Arenas, von Punta Arenas nach Ushuaia und zurück bis Puerto Natales.
    Habe also viel Zeit in Flugzeugen, Bussen und mit Warten auf selbige verbracht und fast 8000 km Luftlinie in drei Ländern zurückgelegt.
    Es gibt ein Buch (ich habe es leider noch nicht gelesen) mit dem tollen Titel 'Zu Fuß hält die Seele Schritt'. Das ist einer der Gründe, weswegen ich das Wandern so liebe - und weswegen ich solche Reisemarathons extrem anstrengend finde. Die Seele hat eben keine Chance, hinterherzukommen. Und die Eindrücke, die man bei dieser Art zu reisen gewinnt, bleiben zwangsläufig an der Oberfläche.

    Zum anderen war ich physisch nicht richtig fit und geistig reisemüde, vielleicht auch aufgrund der oben beschriebenen Situation.
    Was einerseits spannend ist - immer neue Orte, Menschen, Eindrücke, Unterschiede - ist andererseits auch erschöpfend. Man muss sich eben permanent auf andere Gegebenheiten einstellen, sich orientieren, an Geld, Bustickets, Unterkünfte, SIM-Karten etc kommen. Man schläft schlecht in Hostels, da in Mehrbettzimmern immer jemand spät ankommt oder von einer Party zurückkehrt, ein anderer schnarcht, der dritte dreht sich im Stockbett über einem permanent und die vierte stellt ihren Wecker in voller Lautstärke auf 5 Uhr morgens. ;)
    Man führt oft die selben Gespräche mit der selben Gruppe Menschen (wo kommst du her, wie lange bist du unterwegs, was hast du schon alles gesehen, was hast du als nächstes vor), die aber eben zumeist an der Oberfläche bleiben, da sich die Wege ohnehin nach kurzer Zeit wieder trennen. Das Ganze wird auch nicht einfacher, wenn man wie ich ein eher introvertierter Mensch ist. ;)

    Also ja, das Alleinreisen hat definitiv seine Schattenseiten. Es fehlt mir oft, meine Erlebnisse unmittelbar mit jemandem teilen zu können. Es fehlt mir aber auch, hin und wieder mal Aufgaben und Verantwortung abgeben zu können. Ich muss mich eben um alles selbst kümmern, keiner denkt für mich mit.
    Aaaaaber, das Alleinreisen hat auch große Vorteile. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig (außer mir selbst, okay, und ich bin relativ streng;)). Ich muss keine Kompromisse schließen. Ich muss nicht diskutieren, was gemacht, wo geschlafen, was gegessen wird. Ich muss zwar mit allem alleine fertigwerden, ich kann es aber auch, und das ist ein gutes Gefühl. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Komfortzone des Öfteren mal zu verlassen. ;)

    So, mit diesem Exkurs wollte ich eigentlich nur klarmachen, dass es auch ohne Arbeitsstress und in den schönsten Gegenden der Welt nicht durchgängig fantastisch ist. Wie immer im Leben gibt es eben bessere und schlechtere Zeiten. Und die letzten Wochen waren auch nicht schlecht, nur etwas wechselhafter.
    Aber nach wie vor fühle ich mich richtig wohl in Patagonien!

    In Ushuaia habe ich noch die erwähnte Bootstour gemacht, die aber nicht ganz so spektakulär war, da ich mir das Boot mit 150 anderen Menschen geteilt habe, denen es zumeist nur darum ging, den besten Platz und Moment für ein Selfie zu finden. Immerhin haben wir aber Seelöwen und Magellan-Pinguine gesehen!
    Außerdem habe ich noch eine kurze Wanderung zum Martial-Gletscher oberhalb von Ushuaia gemacht, von dem aus man eine fantastische Aussicht über Ushuaia und den Beagle-Kanal hat. Und ich habe einfach mal entspannt ein paar Stunden in der Sonne gesessen, da ich abgesehen von meinem Ausflug zur Laguna Esmeralda und der Bootstour ein riesiges Glück mit dem Wetter hatte!

    Auch die 14 Stunden Busfahrt zurück nach Punta Arenas und weiter nach Puerto Natales habe ich problemlos hinter mich gebracht, und war wiederum fasziniert von der unglaublichen Weite der Landschaft. Der Süden Feuerlands ist gebirgig, hier in Puerto Natales sind die Berge auch nahe - aber dazwischen liegt praktisch nichts. Man kann so weit sehen, dass die Wolken wirklich dreidimensional wirken, weil man sie weit entfernt fast von der Seite betrachten kann. Das Wetter ändert sich in Patagonien so schnell, dass man hier sagt, man kann alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben - und entsprechend werde ich auch nicht müde, den Himmel und die immer neuen Lichtspiele anzusehen.
    Als kleinen Bonus hat uns auf der Fähre über die Magellanstraße noch eine Gruppe Commerson-Delfine begleitet. Habe es aber vorgezogen, mir das Schauspiel mit voller Aufmerksamkeit anzusehen, statt durch die Kamera zu schauen - also keine Fotos. ;)

    Puerto Natales ist ein kleines Städtchen, das scheinbar ausschließlich von den Touristen lebt, die es als Ausgangspunkt für Besuche im NationalparkTorres del Paine nutzen.
    Entsprechend gibt es hier nicht allzuviel zu tun. Also arbeite ich meine ToDo-Listen ab: Die letzte Ausrüstung zusammenkaufen (leider vieles doppelt, da meine Sachen inzwischen über 3 Länder Europas verteilt zwischenlagern und ich nicht an alles gedacht habe), Bus-, Fähr- und Flugtickets für die nächsten Wochen organisieren, mich für den Nationalpark anmelden und meine Reservierungen checken, Wäsche waschen (lassen) - und gerade in der Sommersonne (das Wetter jetzt würde ich gerne für die nächste Woche buchen...) meinen Blog updaten. ;)
    Am Samstag geht es dann los, 8 Tage O-Circuit um die Wahrzeichen Patagoniens, die Torres del Paine!
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  • Day264

    Ushuaia / Tierra del Fuego

    February 29 in Argentina ⋅ 🌧 10 °C

    11 Stunden Busfahrt von Punta Arenas nach Ushuaia, durch unendlich weite Grassteppen, unterbrochen nur von ein paar Gruppen Guanacos oder Nandus (sowie zwei Pausen für die Ausreise aus Chile und die Einreise nach Argentinien). Nun bin ich wirklich fast am Ende der Welt - südlicher komme ich nicht mehr, da die Kreuzfahrten um Kap Horn (und erst Recht in die Antarktis) leider unbezahlbar sind. Aber Ushuaia bietet genug Möglichkeiten!

    Den ersten Tag habe ich allerdings damit verbracht, an Geld zu kommen. Ich habe am Flughafe in Santiago ein nettes Pärchen getroffen, die mir den Tip gegeben haben, Geld über Western Union zu beziehen, da die zum einen deutlich bessere Wechselkurse als die Banken haben, und man zum anderen etwa 10% (!) Gebühren zahlt, wenn man Geld am Automaten abhebt. Hat auch funktioniert, allerdings mit mehreren Anläufen und etwas Hin und Her. Aber da ich letztlich über 150 Euro gespart habe, war es den Tag wert.

    Vorgestern ging es dann endlich mal wieder zu Fuß los, zur Laguna Esmeralda nordöstlich von Ushuaia. Anfangs in strömendem Regen, danach mit minütlich wechselndem Wetter. Für die 10 km hin und zurück habe ich fast 4 Stunden gebraucht - so viel Matsch habe ich selten gesehen. Zu Beginn versucht man noch, die Schuhe nicht zu dreckig zu machen, am Ende nur noch, zumindest nicht knietief im Schlamm zu versinken. Aber es hat richtig Spaß gemacht, von Stein zu Stein zu hüpfen, und ich bin auch maximal knöcheltief eingesunken, so dass meine Füße fast trocken waren (im Gegensatz zu vielen anderen). Definitiv ein Erlebnis, auch wenn die Laguna nicht so wirklich Esmeralda (= smaragdgrün) war. Die Landschaft ist beeindruckend, so oder so!

    Gestern habe ich dann eine weitere Wanderung entlang der Küste im Nationalpark Tierra del Fuego (Feuerland) unternommen. Der Weg war abwechslungsreich und nicht zu anstrengend, die Luft klar, viel Sonne und viel Wind - wirklich herrlich! Es sind allerdings auch ziemlich viele Leute unterwegs, schließlich ist Sommer hier, auch wenn man das nicht immer direkt merkt. Das geht von den richtigen Sportlern, die im Nationalpark campen (ich bin verwöhnt - ich weiß ein Bett und eine heiße Dusche abends einfach sehr zu schätzen...) bis hin zu den Touristen, die maximal auf Spaziergänge ausgerichtet sind. Auf dem Rückweg von der Laguna wurde ich (Schuhe und Regenhose bis oben schlammverkrustet) doch sehr skeptisch von den hübsch gestylten Mädels mit hellen Sneakern und Hosen gemustert. Ich vermute stark, dass einige schnell wieder umgekehrt sind. ;)

    Heute Nachmittag werde ich eine Bootstour durch den Beagle-Kanal machen, benannt übrigens nach dem Schiff, mit dem Darwin hier unterwegs war, und dessen Nachbau ich mir in Punta Arenas angeschaut habe. Und davor mal wieder ein bisschen planen - es gibt so viel, was ich mir in den nächsten Wochen anschauen kann und will, dass es gar nicht so einfach ist. Luxusprobleme! ;)
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