• Franz Josef

    October 7, 2025 in New Zealand ⋅ ☁️ 5 °C

    Es regnet am Morgen in Franz Josef Village, wird aber relativ schnell heller und sonniger und wir wandern zum Aussichtspunkt, von dem man den Franz Josef Gletscher sehen kann! Er grenzt an den Regenwald und ist nur ca 15 km von der Küste entfernt!
    Der Weg, der näher heranführt ist vom Fluss weggespült worden und alle anderen Touren machen bei dem wechselhaften Frühlingswetter wenig Sinn.
    Wir laufen wieder mal einen Weg durch Neuseelands Regenwald, grün, dicht, verwunschen hübsch. Wir kommen am Peters Pool vorbei, ein kleiner See, in dem sich die Berge spiegeln.
    Der Aussichtspunkt auf den Gletscher liegt an der Stelle, an der 1908 der Gletscher endete… er hat sich seit dem ziemlich verkleinert, das ist schon ganz schön erschreckend… wir essen unsere Sandwichs und schauen auf die Berge, dann ein Regenschauer, aber wir haben diesmal einen Schirm vom Hotel mit, wir werden nicht nass und kommen auch trocken wieder ins Hotel! 12,5 km
    > Achja, der Gletscher erhielt seinen Namen aufgrund einer Tradition europäischer Entdecker, die geographische Sehenswürdigkeiten nach bekannten Persönlichkeiten oder Monarchen ihrer Heimat benannten: Franz Josef war Kaiser von Österreich, König von Ungarn und König von Böhmen mit einer Regierungszeit von fast 68 Jahren (1848-1916).

    Nachmittags besuche ich das WestCoast Wildlife Center, dort kann man sich über Kiwis informieren und es gibt sogar zwei Kiwis, die dort aufgezogen werden und später ausgewildert werden sollen … Fotografieren/filmen ist verboten, anschauen kann man sie bei Rotlicht, denn sie sind nachtaktiv und schreckhaft. Rotlicht stört sie wohl nicht.
    Die beiden sind wirklich putzig, sie durchsuchen mit ihrem langen Schnabel permanent den Boden, putzen sich und scheinen sich an den wenigen Besuchern nicht zu stören. Es gibt Infofilme und Tafeln… alles ganz nett gemacht. Sie sind in freier Natur eher sehr schwierig zu sehen.

    Hier noch ein paar Fakten zu Kiwis:
    - Es gibt vier Arten Kiwis, alle vom Aussterben bedroht, die kleinste Art ist sehr bedroht (450 Stück - den lebenden, getrackten Vögeln werden die Eier genommen, um die Tiere aufzuziehenn und sie dann in einem geschützen Gebiet wieder auszuwildern, u.a. auf raubtierfreien Inseln. In freier Natur werden 95 Prozent der Eier/Jungtiere gefressen)
    - Kiwis sind keine typischen Vögel. Wegen ihrer merkwürdigen säugetierähnlichen Merkmale werden sie manchmal als „Quasi-Säugetiere“ bezeichnet.
    Im Gegensatz zu den meisten Vögeln haben Kiwis schwere, mit Mark gefüllte Knochen. Ihre kräftigen Beine machen ein Drittel ihres Körpergewichts aus und ermöglichen es ihnen, so schnell wie Menschen zu laufen.
    Kiwis haben auch einen hoch entwickelten Geruchs- und Tastsinn, während die meisten Vogelarten sich auf ihr Sehvermögen als Hauptsinn verlassen. Kiwis sind die einzigen Vögel der Welt, die Nasenlöcher an der Spitze ihres Schnabels haben, mit denen sie Nahrung im Laub und sogar unter der Erde riechen können.
    Kiwis haben außerdem katzenartige Schnurrhaare und ein zotteliges Gefieder, das eher an Haare als an Federn erinnert.
    Kiwivögel investieren auch viel Energie in das Ausbrüten ihrer Eier – es dauert etwa 80 Tage, bis die Küken schlüpfen. Das ist mehr als doppelt so lang wie bei anderen Vogelarten und entspricht eher der Tragzeit kleiner Säugetiere.
    - Feinde sind Marder, Ratten, Wildkatzen bzw. auch ausgewilderte Katzen
    - Hunde können sie schon von weitem riechen und stehen total auf den Geruch
    - Kiwis sind die Vögel, die nach Geiern am besten riechen.
    - 2050 will Neuseeland frei von invasiven Arten sein (Marder, Ratten, Possums).
    Die Hauptfeinde, Marder, wurden nach Neuseeland eingeführt, um die Kaninchenbestände zu minimieren, die überhand genommen hatten. Die Marder haben dann allerdings festgestellt, dass man viel mehr Energie aufwenden muss, um Kaninchen zu erlegen, als einen Kiwi zu fangen und haben sich dann auf das Nationaltier Neuseelands spezialisiert.
    - Die Namensgebung der Frucht erfolgte als Marketingmaßnahme, da sie durch den pelzigen Flaum optisch an den Vogel erinnert und Neuseeland als Hauptexportland hervorgehoben werden wollte. Eigentlich aus China: ‚Chinesische Stachelbeere‘

    Ansonsten planen wir ein bisschen, lesen, und freuen uns über die tolle Küche und kochen was Leckeres zum Abendessen. 😄
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