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  • Day24

    Day#21 Bats'n'Goas

    September 26, 2017 in Indonesia ⋅ ⛅ 26 °C

    Hmm... Üblicherweise sind meine Reisen nach durchschnittlich 21 Tagen vorbei.

    Dieses Mal jedoch, habe ich das Zeitgefühl komplett verloren. Das Ende liegt noch in weiter Ferne (einfach nicht den Rückflug verpassen) :)

    Unser Hotel hat leider keinen Fitnessraum, dafür eine Dachterasse. Ausserhalb der Alltagsroutine, muss man ein wenig improvisieren und so kam es, dass ich heute Morgen Frühsport mit Aussicht hatte. Die Dachterasse bot viel Platz und Ruhe; was will man mehr?

    Beim Frühstück musste ich schmunzeln, als wir am gehen gehindert wurden, weil die Angestellten uns unser "Dessert" noch nicht serviert hatten. Ich ging davon aus, dass sie den bestellten Früchteteller schlichtweg vergessen haben, doch ihnen wurde wohl mal beigebracht, dass man in Europa jede Mahlzeit in mehreren Gängen konsumiert. Deshalb setzten wir uns nochmals hin, für unser Frühstücks-Dessert.

    Das heutige Tagesziel war der Juanda Forest Park. Dieses Mal hatten wir einen ausgezeichneten Fahrer erwischt. Johan, aufgewachse in Bandung und mit Wurzeln in China, konnte perfekt Englisch, arbeitet momentan selbstständig an einem automatisierungs Projekt und hatte Freude daran, sich mit uns auszutauschen.
    Diese Situation repräsentierte ein weiteres Problem des Landes (siehe Aufstände in Jakarte, 1998). Es sind grösstenteils die Immigranten, welche ein gutes Bildungsniveau besitzen, ehrgeizig sind und es zum Wohlstand bringen. Die Indonesier selber jedoch, mögen ihnen dies nicht gönnen, schlimmer noch, sie legen den Migranten Steine in den Weg, wo sie nur können und machen sie für ihr eigenes Leid verantwortlich (wo habe ich nur schon mal von so einem Verhalten gehört...).
    Überall auf der Welt trift man auf die selben Probleme, wir sind uns alle schon verdammt ähnlich.

    Im Juanda Forest Park gab es diverse Höhlen (Goas), welche von den Holländern (WW1) und Japanern (WW2) in den Fels gehauen wurden. Gut hatten wir unsere Wanderstiefel montiert und unsere Stirnlampen eingepackt. Tief in Tunnelsystem konnte man die Hand vor Augen nicht mehr erkennen in der Dunkelheit, dafür die Proteste der Fledermäuse über unseren Köpfen umso deutlicher wahrnehmen.

    Der Park war nahezu Menschenleer und wenn man die Lawinen aus Plastikmüll ausblendete, richtig schön.
    Es flatterten etliche, bunte Schmetterlinge vorüber, hier und da kreuzten kleine Echsen und Erdfröschchen unsere Wege und von weitem sahen wir Affen, wie sie sich an Leitungen entlang hangelten. Mitten im Dschungel fanden wir lustigerweise, neben einigen Bienenhäusern, eine Rehzucht.

    Nach einem Picknick (die Affen liesen uns netterweise in Ruhe) machten wir uns auf den Rückweg, vorbei an den am Weg entlang aufgestellten Verkaufsständen, an welchen gegrillte Maiskolben, Kokosnüsse und Instant Nudelsuppen verkauft wurden.

    Zurück in der Stadt, wittmeten wir uns unserem liebsten Reisehobby, neben probieren von ausländischem Essen, dem Besuchen von ausländischen Kinos.

    Weil wir gerade in einer Mampfzone mit vielen Menschen sitzen und ich wie immer detaillierte Situationen auffange, studiere und bestaune, muss ich einen kurzen, gedanklichen Abstecher in die hiesige Selfie-Kultur machen.
    Waaahnsin! Hier wird nach wie vor 200% gegeben.
    Sobald ein Smartphone auf Augenhöhe gehalten wird, werfen sich die Leute reflexartig in Pose und präsentieren ihr, mit harter Arbeit perfektioniertes, Badezimmerspiegel-Lächeln. Die exzessive Selbstinszenierung scheint hier überhaupt nicht verpönt zu sein und ist überall anzutreffen; im Park, beim Essen, sogar auf unserer Wanderung heute, wo kaum Menschen anzutreffen waren, wurde die Hangebrücke für "spontane" Ablichtungen blockiert.
    Es würde mich nicht überraschen, wenn sich plötzlich vor mir auf offener Strasse eine menschliche Pyramide bilden würde, nur weil jemand aus versehen sein Smartphone zu hoch gehalten hat. So!
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