• Dinant, die Zitadelle und das Massaker

    27 luglio, Belgio ⋅ ☁️ 19 °C

    Hoch auf die Zitadelle kommt man entweder zu Fuß, es sind 466 Stufen, oder mit einer kleinen Seilbahn. Die bevorzugen wir. Die Zitadelle ist eng mit der Geschichte von Dinant verbunden. Im 11. Jahrhundert erbaut, diente die Zitadelle als strategischer Punkt, um die Stadt und den wichtigen Handelsweg über die Maas zu schützen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach umgebaut und erweitert. Besonders im 19. Jahrhundert erlebte die Zitadelle bedeutende Veränderungen, als sie modernisiert wurde, um den neuen militärischen Anforderungen gerecht zu werden.
    Die Zitadelle selbst hat eine symbolische Bedeutung für Dinant, da sie den Widerstand, die Geschichte und die Identität der Stadt verkörpert. Der Grund, ein Massaker der Deutschen während des ersten Weltkrieges. Es ist ein dunkles Kapitel: Im August 1914, als die deutsche Armee in das neutrale Belgien einmarschierte, kam es in Dinant zu eben diesem Massaker. Nach schweren Kämpfen mit französischen Soldaten und der Eroberung der Stadt töteten die Deutschen 674 Zivilisten, das jüngste Opfer war drei Wochen alt, das älteste 88 Jahre. Manche sagen aus Vergeltung für Angriffe von Zivilisten auf Soldaten, andere durch Frust, weil sie auf Widerstand stießen. Zugleich zerstörten sie rund 1300 der 1800 Häuser in der Stadt.
    Dieses Massaker hat bis heute tiefe Spuren in der Erinnerungskultur von Dinant hinterlassen und wird bis heute als Symbol für das Leid und die Schrecken des Krieges betrachtet. In Deutschland ist das Massaker dagegen kaum präsent. In der Stadt gibt es Denkmäler und Gedenkstätten, die an die Opfer erinnern und die Zitadelle stellt einen wichtigen Teil des Erbes dar, das die Erinnerungen an vergangene Konflikte und die Entschlossenheit der Stadt, ihre Geschichte zu bewahren, verkörpert. In der Zitadelle gibt es eine ausführliche Ausstellung zu den Vorgängen im ersten Weltkrieg.
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