• Von Mucugê nach Andaraí

    17 marzo, Brasile ⋅ 🌙 21 °C

    Kurz hinter Mucugê befindet sich der Parque Municipal Mucugê. Im Park ist das Projekt Sempre Viva in einem Gebäude untergebracht, das sich dem Erhalt und der Vermehrung der vom Aussterben bedrohten Strohblume "Syngonanthus mucugensis" verschrieben hat. Unmittelbar hinter dem Gebäude befindet sich nach einem kurzen Weg der Cachoeira da Piabinha. Imposant stürzt er in mehreren Kaskaden in die Tiefe. Hier nehmen wir ein erfrischendes Bad, bevor wir weiterfahren. Nach 40 Kilometern schauen wir uns den kleinen Ort Andaraí an und wollen in der Pousada Ecological Andaraí auf der Terrasse mit Blick auf den Fluss Rio Paraguaçu etwas trinken. In diesem Augenblick verwerfen wir unseren Plan, heute bis nach Lençóis zu fahren. Wir schauen uns ein Zimmer an und bleiben spontan hier. Es ist noch früh am Tag und so machen wir noch einen Ausflug zum Dorf Igatu. Wegen der abgeschiedenen Lage und der schwierigen Erreichbarkeit hat sich in den engen Kopfsteinpflastergassen ein sehr ursprüngliches Flair erhalten können, denn allein dort hinzukommen ist bereits eine Herausforderung. Über den alten Steinweg benötigen wir mit den Auto für die sieben Kilometer vierzig Minuten und werden dabei ordentlich durchgeschüttelt. Als hier die ersten Diamanten gefunden wurden, war der Ort noch als Xique-Xique de Igatu bekannt. Bis zu 9000 Menschen lebten damals in Igatu in der Hoffnung auf schnellen Reichtum. Diese Zeiten sind jedoch lange vorbei, heute zählt das Dorf gerade mal 400 Einwohner. Der alte Steinweg, der hoch nach Igatu führt, ist ein Überbleibsel eines Abschnitts der Estrada Real, der einst die Chapada Diamantina mit Ouro Preto verband. Das Dorf hat sich seither kaum verändert. Noch heute besteht vieles aus Steinen und bizarren Felsformationen, sodass Igatu schon oft als Filmkulisse diente. Und dann müssen wir über denselben alten Steinweg wieder zurück. Nur einen Katzensprung von unserem Hotel entfernt ist ein weiterer Wasserfall, der Cachoeira Donana. Er wird vom Paraguaçu-Fluss gespeist. Von unserer Ecolodge führt ein Pfad hinunter zum Fluss und über einen Steinstrand gelangen wir zum Flussufer, wo wir uns ein Bad im kühlen Nass gönnen. Auch der Rio Paraguaçu ist wie viele Flüsse in der Chapada rötlich-braun gefärbt. Das braune Wasser entsteht durch hohe Konzentrationen von Tanninen aus zersetzter organischer Substanz (Blätter, Wurzeln) sowie Eisen aus dem Boden, die aus dem umliegenden Cerrado- und Mata-Atlântica in die Gewässer gespült werden. Am Anfang kostet es schon etwas Überwindung, in dieses dunkle Cola-Wasser zu steigen.Leggi altro