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75 Tage Südamerika

Unsere Reise nach Südamerika beginnt in Andreas' zweiter Heimat - Brasilien. Dieses Mal besuchen wir ein weiteres Land, und zwar Peru. Read more
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    🇵🇪 Nasca, Peru

    Islas Bellastas und Wüstentour

    Yesterday in Peru ⋅ ☀️ 25 °C

    Die beste Zeit, zu den Islas Bellastas zu fahren, ist am frühen Morgen. Die Inseln sind Naturschutzgebiet und werden auch als "Galapagos für Arme" bezeichnet. Unser Boot ist voll besetzt und gleich am Anfang begleitet uns ein Schwarm Delphine. Dann sehen wir den Geoglyph „El Candelabro“. Der 170 Meter lange Geoglyph, dessen Linien bis in eine Tiefe von 1,20 Metern reichen, gibt weiterhin Anlass zu allerlei Theorien und Spekulationen. Das Alter, die Herkunft und die Bedeutung sind ungewiss. Dann geht es weiter zu den Ballestas Inseln. Sie beheimaten tausende Seelöwen, Pelikane, Humboldt-Pinguine und Guanokormorane. Aber auch die Felsformationen sind spektakulär. Nach zwei Stunden erreichen wir wieder den Anleger in Paracas und von dort fahren wir mit einem privaten Transfer nach Ica, wo uns eine Buggyfahrt durch die Dünen erwartet. Erst einmal werden wir mit Helm und Brille ausgestattet. Im Buggy werden wir wie in einem Rennwagen mit Sicherheitsgurten angeschnallt. Und dann geht es los. Unser Fahrer Juan macht diese Touren schon seit acht Jahren, sodass er uns routiniert durch die Dünen lenkt. Mit 65 km/h düsen wir durch die Duna´s de Huacachina hoch und runter, kreuz und quer. Bei einem Halt messen wir die Temperatur des Sandes: 60°C. Die Lufttemperatur ist erträglicher, es weht ein leichter Wind bei 40°C. Bei einem Stopp schauen wir runter auf den Ort Huacachina. In den 1940er Jahren war dies ein Heilort für reiche Gäste aus Lima. Die Oase wurde von einem unterirdischen Fluss aus den Anden mit mineralhaltigem Wasser gespeist. Nachdem der Fluss 1988 wegen des starken Wasserverbrauchs durch den Tourismus ausgetrocknet war, wurden Rohrleitungen verlegt. Wir wechseln wieder ins normale Auto und fahren 140 Kilometer weiter durch öde trockene Wüstenlandschaft bis wir in Palpa durch eine grüne Hochebene kommen. Von hier ist es nicht mehr weit bis Nasca, unserem heutigen Ziel. Der Verkehr in der Stadt ist chaotisch, überall Stau und jeder denkt, durch hupen kommt er schneller voran. Wir machen nur einen kurzen Rundgang über den Plaza de Armas und kehren in unser Hotel zurück.Read more

  • Paracas und Nationalpark Paracas

    April 11 in Peru ⋅ ⛅ 22 °C

    Heute beginnt unsere Rundreise durch Peru. Pünktlich um 6:15 Uhr kommt unser Transfer zum Busbahnhof der Busgesellschaft Cruz del Sur. Die Busse sind von der Firma Marcopolo und werden in Brasilien hergestellt. Und auch von der Ausstattung kommen wir uns vor, wie in den Doppeldeckerbussen in Brasilien. Die gleichen bequemen Liegesitze wie auf unserer Fahrt von São Paulo nach Vitória. Der Vorteil hier ist, dass die Straße von Lima nach Paracas, ein Teil der Transamericana, fast wie Autobahn geradeaus führt und keine Schlaglöcher aufweist. Nach knapp vier Stunden erreichen wir Paracas und werden vom Bus abgeholt und in unser Hotel gefahren. Bei einem Rundgang lernen wir diesen sehr touristischen Ort kennen. Allerdings sind um diese Jahreszeit nur wenige hier. Ursprünglich gingen sämtliche Touren zu den Ballestas Inseln und zum Nationalpark vom 20 Kilometer entfernten Ort Pisco. Als 2007 ein Erdbeben der Stärke 8 fast 80 Prozent des Ortes zerstörte, verlagerte sich die Fischerei und der Tourismus nach Paracas. Nur zehn Minuten von unserem Hotel entfernt beginnt das Paracas National Reserve. Das Naturschutzgebiet besteht aus einer Mischung aus Wüste und Küstengebiet inklusive beeindruckender Steilküste, Felsformationen und roten Stränden. Die "Cathedral" genannte Felsformation war ursprünglich ein Felsbogen, der beim Erdbeben 2007 zusammengestürtzt ist und nun als einzelner Felsen im Meer steht. Auf der Seebrücke eines teuren Hotels wollen wir zum Sonnenuntergang einen Cocktail zu uns nehmen. Uns wird erklärt, dass heute und morgen kein Alkohol ausgeschenkt werden darf wegen der morgigen Präsidentschaftswahl. Wahrscheinlich damit alle ihr Kreuz an der richtigen Stelle machen. An der Strandpromenade ist Alkohol allerdings kein Problem. Dort gibt es sogar Happy Hour.Read more

  • Huaca Pucllana und Wasserpark

    April 10 in Peru ⋅ ☁️ 23 °C

    Gestern Abend haben wir uns gewundert, was das war. Unser Hotelzimmer hat leicht vibriert. Im Nachhinein haben wir gelesen, dass einhundert Kilometer südlich von Lima ein Erdbeben der Stärke 4,8 war und die Auswirkungen bis hierher zu spüren waren. Peru liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der sich entlang der Westküste des amerikanischen Kontinents erstreckt. Dort stoßen mehrere tektonischen Platten aufeinander und lösen häufig Erdbeben aus. Heute morgen scheint die Sonne, von den sonst üblichen Wolken keine Spur. Die normalerweise grauen Wolken entstehen durch den kalten Humboldtstrom im Pazifik, der auf warme Luft trifft. Die Anden blockieren den Abzug der Wolken, was zu hoher Luftfeuchtigkeit, aber kaum Regen führt. Wir besuchen die bedeutendste archäologische Stätte der Lima-Kultur Huaca Pucllana. Diese Stätte wurde im 5. Jahrhundert n. Chr. erbaut. Ihr 23 Meter hohes, pyramidenförmiges Bauwerk aus Lehmziegeln diente als Zeremonialzentrum, in dem Götter verehrt und Rituale vollzogen wurden. Die Restaurierung dieser heiligen Stätte begann 1982. Dabei wurde die ursprüngliche Bauweise der Stätte berücksichtigt, die sich durch sehr hohe Lehmziegelmauern auszeichnet, die Erdbeben standhalten sollen. Die Ychsma- und Wari-Kulturen haben diese Stätte als Begräbnisstätte genutzt. Die vorherrschende Bauweise besteht darin, die Lehmziegel senkrecht mit Mörtel an Basis und Spitze zu verfugen und an den Seiten kleine Hohlräume zu lassen. Dadurch ähnelt das Bauwerk Büchern in einem Regal. Von hier aus gehen wir Richtung Küste, die wir am Parque Miguel Grau erreichen. Im Buenavista Café gönnen wir uns eine Pause mit einem Frappé, bevor wir am Parque Pluma über viele Stufen den Abstieg zum Meer in Angriff nehmen. Am Steinstrand sind viele Surfer unterwegs. Außerdem gibt es diverse Surfschulen, die uns überreden wollen, es doch einmal auszuprobieren. Aber dafür ist uns das Wasser zu kalt. Ein Uber bringt uns wieder hoch auf das Plateau und zu unserem Hotel. Am späten Nachmittag fahren wir zum Wasserpark, dem Parque de las Aguas, wo verschiedene Wasserfontänen erstrahlen und jeden Abend eine Wassershow stattfindet. Insgesamt gibt es dreizehn verschiedene Brunnen und Fontänen. Eine Attraktion ist ein Tunnelbrunnen, durch den man hindurchschreiten kann, angeblich ohne nass zu werden. Aber das ist nur Wunschdenken. Deshalb haben wir uns den Durchgang erspart. Wir schauen uns noch die mit Musik begleitete Wassershow an, bevor wir wieder ins Hotel zurückfahren.Read more

  • Lima - ein Tag zum Eingewöhnen

    April 9 in Peru ⋅ ⛅ 24 °C

    Wir frühstücken in Ruhe. Nach den Tagen, wo wir im Appartement unser Frühstück selbst zubereitet haben, ist es schön, jetzt zum Frühstücksbuffet zu gehen. Und dazu gibt es den ersten Coca-Tee. Dies ist ein grüner Tee, der anregend wirkt, die Verdauung fördert und die Höhenkrankheit lindert. Schon mal vorbeugend für die nächste Zeit.Wieder ziehen tiefe Wolken vom Meer über die Stadt. Wir gehen unsere Straße weiter bis zum Rathaus Municipalidad de Miraflores. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1944 und wurde zum Nationalmonument erklärt. Dahinter schließt sich ein schöner Park an. Da nächsten Sonntag Präsidentschaftswahlen in Peru sind, gibt es viele Wahlplakate und auch Autos fahren mit Plakaten durch die Stadt. Die Wahl wird spannend, denn der in 2021 gewählte Präsident sitzt nach einem versuchten Putschversuch seit 2022 in Haft. Jetzt wird der neunte Präsident in acht Jahren gewählt. Die politische Instabilität ist in Peru zum Dauerzustand geworden.
    Im Restaurant Piso 21 wollen wir die Aussicht in der 21. Etage genießen, die uns aber wegen der vielen Wolken verwehrt bleibt. Doch plötzlich reißt der Himmel auf. So beschließen wir, auch heute an den Malecon zu gehen und am Leuchtturm den Sonnenuntergang zu sehen. Auf dem Rückweg kommen wir zum Parque de los Enamorados. Im Park befindet sich die Skulptur „El beso“ (Der Kuss) von Víctor Delfín. Sie zeigt den Bildhauer und seine Frau beim Küssen. Der Park wurde am Valentinstag, dem 14. Februar 1993 eingeweiht. Der Park ist von Mosaiken umgeben, die Sprüche und Gedichte über die Liebe in Spanisch und Quechua (indigene Sprache) zeigen. Die Verzierungen sind vom Park Güell in Barcelona inspiriert, der von Antoni Gaudí entworfen wurde.
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  • Ankunft in Lima/Peru

    April 8 in Peru ⋅ ☀️ 25 °C

    Die Nacht ist kurz. Um 5 Uhr bringt uns ein Uber zum nahegelegenen Flughafen. Unser Hotel, das mit einem kostenlosen Shuttle wirbt, hatte in dem Transporter keinen Platz mehr frei. Nach 3.700 Kilometern und viereinhalb Stunden sind wir vom Atlantik am Pazifik in Lima angekommen. Und wir haben zwei weitere Stunden Zeitverschiebung, sodass wir jetzt minus sieben Stunden zu Deutschland hinterherhinken. Unser Hotel liegt im Stadtteil Miraflores, ca. 20 Kilometer von Flughafen entfernt, in der Oberstadt 150 Meter über Meereshöhe. Vom Meer zieht leichter feuchter Nebel über die Stadt. Wir erkunden die nähere Umgebung und lassen erst einmal das für uns neue Land auf uns wirken. Es gibt an der Felsenkante mehrere Parks mit schönen Fußwegen und ein Einkaufszentrum mit allen bekannten Markenshops. Am späten Nachmittag verzieht sich der Nebel und die Sonne kommt zum Vorschein. Bevor die Sonne in den Wolken verschwindet, gibt es einen schönen Sonnenuntergang. Über viele Stufen gehen wir hinunter zum Meer und zum Pier, wo sich das Restaurant La Rosa Náutica befindet. Um das richtige Peru-Gefühl zu bekommen, trinken wir unseren ersten Pisco Sour und essen zum ersten Mal Ceviche. Bei diesem traditionellen peruanischen Gericht handelt es sich um rohen Fisch, der mit Limettensaft mariniert ist und mit Chili und Koriander serviert wird. Der Cocktail Pisco Sour basiert auf Traubenbrand, Limettensaft, Zuckersirup, Eiweiß und Angusturabitter. Zurück in die Oberstadt gönnen wir uns wieder einen Uber.Read more

  • Fazit: Sechs Wochen Brasilien

    April 8 in Brazil ⋅ ☁️ 21 °C

    Viel zu schnell ist die Zeit für uns vergangen. Uns hat es ausgesprochen gut gefallen. Angefangen haben wir in São Paulo und Santos, wo wir die Altstadt und das Pelé-Museum besucht haben. Die Nachtfahrt mit dem Schlafbus nach Vitória war ein Erlebnis. Die alte Heimatstadt Vitória, wo Andreas mit seinen Eltern gelebt hatte, ist sehr modern geworden. Gerade hier ist uns in der Altstadt extrem aufgefallen, dass es kaum noch Menschen gibt, die auf der Straße leben und niemanden, der uns angebettelt hat. Schade ist nur, dass viele historische Gebäude dem Verfall ausgesetzt sind. Nur einige Gebäude sind bewohnt, die Mehrzahl zieht es in die neuen Viertel am Strand. Nördlich von Vitória werden die Strände immer schöner. Es gibt sie noch, die wenig besuchten Strände. Die Hotspots jedoch wie Porto Seguro oder Trancoso sind selbst jetzt in der Nachsaison gut besucht. Auch in Lençóis in der Chapada Diamantina sind viele Touristen unterwegs, weil dies ein optimaler Ausgangspunkt für Wanderungen ist, wo hingehen Mucugé noch ein schöner verschlafener Ort ist. Salvador galt lange Zeit als sehr gefährliche Stadt. Aufpassen muss man auch hier, aber irgendwie fühlt es sich zumindest tagsüber in der Altstadt und am Pelourinho sicherer an als in vergangenen Jahren. Und zum Schluss Rio. Hier hatten wir zwei ganz unterschiedliche Unterkünfte. Santa Teresa auf einem Hügel oberhalb Rios entwickelt sich zum Künstler- und Ausgehviertel. In den vielen Bars und Restaurants haben wir uns auch abends wohlgefühlt. Die Copacabana hingegen ist sehr touristisch und laut. Wir waren froh, dass wir doppelglasige Fenster hatten. Dafür hatten wir jeden Morgen tolle Sonnenaufgänge. Insgesamt hat sich das Preisgefüge deutschen Verhältnissen angeglichen. Es gibt jedoch immer noch die Möglichkeit, ein Gericht mit zwei Personen zu teilen oder in ein Buffet-Restaurant zu gehen, wo nach Gewicht abgerechnet wird. Insgesamt haben wir uns im Gegensatz zu früheren Reisen sicherer gefühlt, obwohl wir immer wieder gewarnt wurden, auf unsere Handys aufzupassen. Denn diese sind begehrte Diebstahlsobjekte, weil alles mit Kreditkarte oder dem brasilianischen Zahlungssystem Pix bezahlt wird. Keiner hat mehr Bargeld bei sich. Alles in allem haben wir uns rundherum sehr wohlgefühlt, insbesondere auch wegen der warmherzigen und offenen, lebensfrohen Brasilianer.Read more

  • Até logo Rio - Busfahrt nach São Paulo

    April 7 in Brazil ⋅ ☀️ 23 °C

    Die Koffer sind schnell gepackt, dann frühstücken wir in einer Lanchonette, denn der Kühlschrank ist schon leer. Pünktlich 9:30 Uhr kommt der gestern reservierte Uber und bringt uns zur Rodoviaria, zum Busbahnhof von Rio. Bis zur Abfahrt haben wir noch eine Stunde Zeit. Der Bus kommt, unsere Tickets werden kontrolliert und das Gepäck wird verladen. Wir steigen ein und dann sind unsere nummerierten Plätze schon belegt. Bei Überprüfung unserer Tickets stellt sich heraus, dass diese für den 07.03. ausgestellt sind. Das war dem Kontrolleur beim Einsteigen nicht aufgefallen. Die Tickets hatten wir ja schon im Februar bei unserer Ankunft in São Paulo gekauft und das Datum extra auf einem Zettel aufgeschrieben. Leider haben wir sie nicht noch einmal kontrolliert. Aber in Brasilien ist das kein Problem, da noch Plätze frei sind, wird das Ticket einfach umgetauscht, ohne weitere Kosten. Dafür muss Andreas allerdings durch den Busbahnhof hoch zum Ticketschalter hetzen. Denn es sind nur noch fünf Minuten bis zur Abfahrt. Gerade noch rechtzeitig kommt er zurück und wir können mitfahren. Der Bus nimmt die gleiche Schnellstraße nun tagsüber, die wir von São Paulo nach Vitória nachts gefahren sind. Erst tagsüber erkennen wir, durch welch schöne hügelige Landschaft die Strecke führt. Nach sieben Stunden kommen wir pünktlich um 18 Uhr am Busbahnhof an. Zu unseren Hotel am Flughafen Guarulhos sind es 22 Kilometer quer durch die Stadt. Über neun Spuren quält sich der Verkehr in einer Richtung. Von unserem Hotel fahren wir zur Pizzeria Braz, da wir unsere Freundinnen Silvia und Cintia dort treffen wollen. Gemeinsam verbringen wir noch einmal einen schönen Abend.Read more

  • Letzter Tag in Rio - entspannt am Strand

    April 6 in Brazil ⋅ ☀️ 27 °C

    Noch einmal frühstücken wir bei uns ein letztes Mal mit frischen Körnerbrötchen und Blick auf die Copacabana. Danach bringen wir unsere Wäsche in eine Wäscherei, heute Nachmittag können wir sie wieder abholen. Abgerechnet wird nach Kilo, das 10 R$ (1,80 €) kostet. Mit den Stühlen und Sonnenschirm aus unserem Appartement bewaffnet gehen wir zum Strand runter. Auf dem Weg zum Strand überholt uns eine Biertankstelle. Das Meer ist etwas kühl, aber sehr erfrischend. Doch neben der Erfrischung und Sonnenbaden beobachten wir die Strandverkäufer, die ein fester Bestandteil des Strandlebens sind. Die Produktpalette ist riesig. Klassiker sind der Mate-Tee, eisgekühlte Cocktails, Caipirinhas, Açaí-Bowls, gegrillter Käse oder Fleischspieße und gekochter Mais. Aber auch Bikinis, Strandtücher, Sonnenbrillen und Hüte sind im Angebot. Das ist schon ein harter Job, in der Hitze durch den Sand zu laufen und dabei noch die Waren zu tragen oder die Maiswagen zu schieben. Aber die Strandverkäufer sind ein unverzichtbarer Teil des sozialen Gefüges und der Lebensfreude, die die Strände von Rio ausmachen. Wir holen unsere Wäsche ab und gehen zum Essen ins Sindicato do Chop. Dieses Restaurant gibt es schon lange, allerdings jetzt an anderer Stelle, immer noch direkt an der Copacabana und das Essen ist auch immer noch sehr gut. Fischfilet mit Garnelensauce und Rinderfilet auf den Punkt gebraten. Am Abend fahren wir noch einmal nach Lapa ins Espaço Cultural, wo wir wie letzte Woche die Livemusik genießen. Der Wirt und die Musiker haben uns wiedererkannt und mit Handschlag begrüßt. Und wieder wechseln sich die Sänger ab. Auf der Rückfahrt, ein letzter Blick auf Cristo, der wegen der Osterwoche in der Farbe rosé erstrahlt.Read more

  • Hippiemarkt und Forte de Copacabana

    April 5 in Brazil ⋅ ☀️ 27 °C

    Zu Fuß ist es nicht weit bis zur Feira Hippie de Ipanema. Dieser Kunsthandwerkermarkt wurde 1968 erstmals durch die Anhänger der Hippiebewegung im Zentrum Rio de Janeiros gegründet. Die Hippies suchten einen Platz, um ihre handgefertigten Waren zu verkaufen. Bis heute findet der Markt jeden Sonntag statt. Das erste Mal waren wir beide gemeinsam 1986 dort. Schon damals bin ich nicht am Stand von Hans Stahr mit seinem schönen Silberschmuck mit Edelsteinen vorbeigekommen. Heute ist es ein Silberarmreif geworden. Aber auch die anderen Strände laden zum Stöbern ein. Über den Strand von Ipanema gehen wir zurück an Tom Jobin mit geschulterter Gitarre vorbei zur Copacabana. Die Statue wurde am 20. Todestag des Künstlers, der den Bossa Nova geprägt hat, in 2014 enthüllt. Und immer noch werden per Fahrrad Eiswürfel für die Stände am Strand ausgefahren. Unser Ziel ist das Forte de Copacabana. Dies ist eine Militärbasis, die der Öffentlichkeit zugänglich ist und ein Museum enthält. Die Festung wurde 1918 erbaut, um die Einfahrt in den Hafen von Rio de Janeiro zu schützen. Zu sehen sind noch die zwei Drehturnkuppeln, eine mit einem Paar 30,5 cm- Schnellladekanonen der Firma Krupp und die andere mit 19-cm-Krupp-Kanonen. Im Inneren der Festung befinden sich noch die Kanonenlager. Außerdem ist hier ein weiterer Ableger des Cafés Colombo, das allerdings immer überlaufen ist. Wir entscheiden uns daher für das zweite Café 18, wo der Blick auf die Copacabana genauso schön ist. Auf dem Rückweg können wir wieder auf der Straße gehen, die wie schon am Karfreitag einseitig gesperrt ist. Punkt 18 Uhr fährt die Polizei vorweg und gibt die Fahrbahn für den Autoverkehr wieder frei. An einem der vielen Getränkestände bestellen wir uns eine XXL-Caipirinha, 600 ml für 25 R$ (4,30 €).Read more

  • Maracanã, Flamengo und Botafogo

    April 4 in Brazil ⋅ ☀️ 27 °C

    Früh nach Sonnenaufgang, bevor die Hubschrauber ab 8:30 Uhr starten, sucht sich Andreas einen Startplatz. Auf der Christusstatue ist heute am Ostersamstag schon einiges los. Wahrscheinlich findet eine Messe statt. Nach seiner Rückkehr frühstücken wir mit leckeren Brötchen, um danach zu starten. Die Metro bringt uns zum Maracanã-Stadion. Das Estádio Jornalista Mário Filho, im Volksmund als Maracanã bekannt, ist eines der bekanntesten und berühmtesten Fußballstadien der Welt. Es wurde für die Fußball-Weltmeisterschaft 1950 gebaut. Bei seiner Eröffnung war es das größte Stadion der Welt mit einer Kapazität von 194.000 Zuschauern. Nach Modernisierungsarbeiten für die Weltmeisterschaft 2014 beträgt die aktuelle Kapazität etwa 78.000 Zuschauer. Es dient als Heimstadion für zwei der größten Vereine Brasiliens: Flamengo und Fluminense. Hier fanden die Endspiele der Weltmeisterschaften 1950 und 2014 statt, wo Deutschland 2014 Weltmeister gegen Brasilien wurde, sowie die Eröffnungs- und Abschlusszeremonien der Olympischen Spiele 2016. Vor dem Ticketschalter ist eine lange Schlange. Aber es gibt wie fast überall einen zweiten Eingang für Schwangere, Mobilitätsbeeinträchtige und für"Alte" ab 60 Jahren. Und auch der Ticketpreis beträgt ab 60 Jahre nur die Hälfte, statt 94 R$ p. P. (15,80 €) zahlen wir nur 47 R$. Die Besichtigung findet mit einer Tour statt, wobei wir in unserem eigenen Tempo alles anschauen können, wie wir wollen. Es geht an den Kabinen vorbei und dann laufen wir über die Treppe der Spieler fast bis auf den heiligen Rasen, der natürlich abgesperrt ist. Aber die Trainerbank und ein Teil der Tribüne sind freigegeben. Dort nehmen wir Platz und lassen da ganze Stadion auf uns wirken. Morgen findet tatsächlich ein Spiel statt und zwar Flamengo gegen Santos, den Heimatverein der Fußball-Legende Pelé, aber 149 Euro für eine Karte ist uns doch zu viel. Mit der Metro fahren wir zurück bis nach Flamengo und gehen dort zum Strand und weiter bis nach Botafogo. Von hier haben wir den schönsten Blick auf die Bucht und den Zuckerhut. Ein Uber bringt uns nach Leme, am Ende der Copacabana. Über die Strandpromenade, die übersät ist mit fliegenden Händlern, gehen wir zurück zu unserem Appartement. Unterwegs sehen wir den Glutmond über den Meer aufgehen.Read more

  • Botanischer Garten von Rio de Janeiro

    April 3 in Brazil ⋅ ☁️ 26 °C

    Da es heute am Strand wegen des Karfreitags unheimlich voll ist, suchen wir ein Alternativprogramm. Und das finden wir im Botanischen Garten. Im Gegensatz zur hektischen und lauten Copacabana ist der botanische Garten eine friedliche Oase mit üppigem Grün und üppiger Flora. Obwohl es heute etwas ruhiger ist, denn wie immer freiertags und sonntags wird die Strandseite der Avenida Atlantica für den Autoverkehr gesperrt.
    Der Botanische Garten wurde bereits 1808 vom damaligen portugiesischen König João VI. gegründet. Die riesige Parkanlage beheimatet mehr als 40.000 Pflanzen, damit handelt es sich um eine der größten Ausstellungen von Pflanzen der Welt. Die Hauptattraktionen sind ein See mit der Seerose des Amazonas, der Victoria amazonica, sowie die Hauptallee Barbosa Rodrigues der 128 einhundert bis einhundertfünfzig Jahre alten und bis zu 48 Meter hohen Königspalmen. Der in der Mitte befindliche Springbrunnen Chafariz das Musas wurde in England gefertigt und 1895 aus London nach Brasilien verschifft. Die UNESCO erklärte den Park zum Biosphärenreservat. Im Gewächshaus befinden sich diverse Orchideen- und Bromelienarten. Zwischendurch erhaschen wir immer mal wieder einen Blick auf den Corcovado mit der Christusstatue. Nach dem Besuch fahren wir zu einem Aussichtspunkt, von wo aus wir einen schönen Blick auf den Strand von Leblon und Ipanema haben. Und jeden Abend ist am Strand das gleiche Spiel. Alle Stühle, Sonnenschirme und Pavillons werden wieder abgebaut und in diversen Transportern oder VW-Bussen verstaut, die permanent an Straßenrand parken. Die Metro bringt uns ans Ende der Copacabana in den Stadtteil Leme, wo wir den Abend im Restaurant Taberna Atlântica bei Livemusik ausklingen lassen.
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  • Arpoador, Ipanema und Lagoa

    April 2 in Brazil ⋅ ☁️ 28 °C

    Nach einem schönen Frühstück in unserem Appartment gehen wir die Copacabana entlang, an den Fischern vorbei bis zum Pedra do Arpoador. Diese Felsformation liegt zwischen Copacabana und Ipanema. Der Strand Arpoador ist weithin als idealer Strand für Surfer bekannt. Die Wellen können bis zu 10 Meter hoch werden. Hier wurden in der Vergangenheit Wale mit Harpunen erschossen. Das portugiesische Wort „arpoar“ bedeutet Harpune. Je weiter wir am Strand von Ipanema Richtung Leblon laufen, desto bewölkter wird es. Wir biegen nach rechts ab und wollen zur Lagoa Rodrigo de Freitas. Zufällig kommen wir in dieser Straße am Restaurante e Bar Garota de Ipanema vorbei. Hier entstand das weltberühmte Lied von Antônio Carlos Jobim "Garota de Ipanema" oder bei uns besser bekannt als "The Girl from Ipanema". Da diesen Mythos jeder erleben will, ist das Restaurant bis auf den letzten Platz besetzt. Also gehen wir weiter bis zur Lagoa und von dort zurück zu unserem Appartement. Kaum angekommen geht ein ordentliches Gewitter runter.Read more

  • Spaziergang an der Strandpromenade

    April 1 in Brazil ⋅ ☁️ 25 °C

    Der Nebel verschleiert heute morgen das Meer, die Sonne kämpft sich langsam durch.
    Damit sich der Verkehr am Morgen nicht staut, wird die Avenida Atlantica von 7 bis 10 Uhr zur Einbahnstraße und alle sechs Spuren führen Richtung Innenstadt. Nicht nur der Strand trägt den berühmten Namen Copacabana, das ganze Stadtviertel wird so genannt. In der Zeit der 1930er bis 1950er Jahre war hier das goldene Zeitalter als mondäner Badeort des Jetset. Danach wurden viele Villen durch Hochhäuser ersetzt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Apartment steht ein neues markantes Gebäude. Nach mehr als vierzehn Jahren Bauzeit sollte dieses neue Gebäude des Museums für Bild und Ton (MIS) im ersten Quartal 2026 fertiggestellt werden. Finanzielle Schwierigkeiten waren ein entscheidender Faktor für die Verzögerung. Doch auch heute sieht es nicht so aus, als ob eine Eröffnung bevorsteht. Am Ende der Copacabana ist immer noch ein kleiner Fischmarkt, und die Fischer haben am Strand ihre Boote liegen, mit denen die früh morgens aufs Meer hinausfahren. Der Nachtreiher wartet wahrscheinlich, bis er morgen vielleicht einen Fisch abbekommt. Am Strand laufen immer noch diverse Händler auf und ab, um Getränke, Hüte, Tücher, Sonnencreme und Sonnenbrillen, Bikinis und vieles mehr zu verkaufen. Und selbstverständlich kann man auch bei diesen Verkäufern wie überall mit Kreditkarte bezahlen. Alle haben ihr Lesegerät dabei. Am Baden ist heute jedoch nicht zu denken. Die Brandung ist viel zu stark.Read more

  • Umzug an die Copacabana

    March 31 in Brazil ⋅ 🌧 24 °C

    Heute morgen ist mal wieder packen angesagt nach einem Frühstück mit leckeren Laugenbrezeln. Wir verlassen unsere schöne Unterkunft in Santa Teresa. Sogar der Zuckerhut versteckt sich deswegen hinter dicken Wolken. Für die nächsten Tage haben wir ein Appartement an der Copacabana gebucht. Bei Uber bestellen wir wegen unseres Gepäcks extra einen Comfortwagen, weil der größer ist. Doch als er den Kofferraum öffnet, befindet sich dort ein riesiger Gastank. Aber hier findet sich immer ein Weg, dann kommen unsere großen Rolltaschen eben auf dem Beifahrersitz. Das Appartement befindet sich direkt an der Avenida Atlantica in der 7. Etage mit Blick auf die Copacabana. Die Wolken sind mittlerweile immer dicker und es fängt an zu regnen. Wir erkunden erst einmal die nähere Umgebung und suchen eigentlich einen Supermarkt. Dabei kommen wir am einem Friseur vorbei. Beim Regen genau das Richtige, um die Frisur wieder aufzuhübschen. In den Seitenstraßen von der Copacabana sind diverse kleine Läden, Restaurants, Bars und auch Friseure. Nach unseren Friseurbesuchen finden wir schließlich auch einen Supermarkt.Read more

  • Ilha da Paquetá in der Guanabara-Bucht

    March 30 in Brazil ⋅ ☁️ 27 °C

    Um zum Fähranleger zu gelangen, können wir Dank unseres gestern gekauften Tickets die Bondinho bis zum Zentrum nehmen und von da die Straßenbahn zum Praça XV de Novembro, wo sich der Fähranleger befindet. Die Fahrt mit der Katamaranfähre zur Insel Paquetá dauert eine Stunde und kostet 0,85 Euro. Für Personen ab 65 Jahren ist sie kostenfrei, genauso wie der übrige Nahverkehr in der ganzen Stadt. Auf Paquetá wollen wir unsere Freunde Elma und Kalle besuchen. Ein deutsch-brasilianisches Paar, das auf der Insel lebt.
    Die Insel Ilha da Paquetá ist ein Stadtteil von Rio der Janeiro. Außer einem Krankenwagen und den Müllautos ist die Insel autofrei. Alles und jeder wird hier entweder mit einem Golfcaddy oder per Fahrradrikscha transportiert. Im Gegensatz zum chaotischen Verkehr in Rio ist hier alles ruhig und sicher. Bereits seit dem 19. Jahrhundert wurde die Insel zu einer Touristenattraktion und immer mehr wohlhabende Familien ließen hier Villen bauen, von denen die vielen Kolonialbauten noch heute zeugen. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts geriet die unscheinbare Insel in Vergessenheit. Auch während der WM 2014 und den Olympischen Spiele 2016 kamen nur wenige Besucher. Denn Paquetá hat zwar schöne Strände, aber mit dem Ruf der Wasserverschmutzung zu kämpfen. Die Insel selbst ist nicht der Grund für die Wasserverschmutzung der Bucht, sondern die nahe Metropole Rio. Mehr als 50 Flüsse münden in die Guanabara-Bucht, in ihrem Umkreis leben etwa neun Millionen Menschen, mehr als die Hälfte von ihnen in Armenvierteln. Dort gibt es keine funktionierende Kanalisation oder Wasseraufbereitungsanlagen, sodass einige Flüsse zu offenen Abwasserkanälen werden. Die Medien beteuern jedoch immer wieder die gute Wasserqualität. Bei der Entdeckung der Guanabara-Bucht hatte Gonçalo Coelho die zweitgrößte Meeresbucht Brasiliens irrtümlich für eine Flussmündung gehalten, deshalb der Name Rio der Janeiro, Fluss des Januar.
    Am Fähranleger werden wir von Elma und Kalle mit einer Fahrradrikscha empfangen, auch für uns steht eine bereit. Bei unserem letzten Besuch standen noch Pferdekutschen zur Verfügung. Wir fahren so über holprige Sandstraßen zu einem Restaurant. Die beiden laden uns zu einem leckeren Fischfilet mit Garnelen ein. Bei ihnen zu Hause trinken wir noch Café, bevor wir uns zu Fuß wieder zurück zum Fähranleger begeben. Beim Spaziergang kommen wir einem seltenen Exemplar des Affenbrotbaums Baobá Maria Gorda vorbei. Dieser hat einen Umfang von zehn Metern. Auf dem Schild vor dem Baobabbaum steht: „Ewiges Glück denen, die mich küssen und respektieren, aber sieben Jahre des Rückschlags für jedes Unrecht, das mir angetan wird.“ Dieser Baum wurde 1627 gepflanzt. Danach werfen wir noch einen Blick in die Praça Bom Jesus do Monte Kirche aus dem Jahre 1763. In der Dämmerung fahren wir nach Rio zurück. Zu Fuß landen wir noch im Stadtteil Lapa, wo diverse Musikkneipen zu Hause sind. Im Espaço Cultural Paulão Sete Cordas bleiben wir bei Livemusik hängen. Diverse Künstler treffen sich dort und spielen vor kleinen Publikum.
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  • Kultur und AquaRio

    March 29 in Brazil ⋅ ☀️ 27 °C

    Neulich hatten wir uns Karten für ein Konzert in Theater gekauft, das heute um 11 Uhr stattfindet. Eigentlich wollen wir bequem mit der alten Straßenbahn Bondinho zur Stadt runterfahren. Doch am der Haltestelle und in der Bahn besteht keine Möglichkeit, eine Fahrkarte zu kaufen. Die gibt es nur an der Station Estação de Bondes de Santa Teresa im Zentrum. Es wird davon ausgegangen, dass man nur von dort nach Santa Teresa hoch- und auch wieder runterfährt. Die Bahn fährt deshalb ohne uns leer runter, und uns bleibt nichts anderes übrig, als zu laufen. Trotzdem kommen wir pünktlich am Theater zum Konzert an. The Brazilian Tropical Violins ist eine Gruppe junger brasilianischer Geiger aus Rio de Janeiro im Alter von 9 bis 23 Jahren. Im Januar 2026 trat die Gruppe als Auftakt zu den Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen des Projekts Deutschland-Italien im Vatikan vor Papst Leo XIV. auf und gab auch Konzerte in Deutschland. Nach dem Konzert gehen wir zur Station der Bondinho und kaufen Fahrkarten für Santa Teresa hin und zurück, wobei wir heute Abend nur hochfahren und die Rückfahrt morgen nutzen wollen. Normalerweise geht das nicht, ausnahmsweise wird es aber auf unseren Fahrkarten vermerkt. Zum Glück wollen wir jetzt nicht hochfahren, die Wartezeit beträgt zurzeit zwei Stunden, denn es passen nur 36 Personen in eine Bahn und es sind nur drei Bahnen in Einsatz. Wir gehen zurück zur Haltestelle der "normalen" Straßenbahn, mit der wir bis zum AquaRio fahren. Im AquaRio leben 10.000 Tiere aus 350 Arten aus Brasilien und der ganzen Welt. Dieses Meerwasseraquarium ist das größte in Südamerika. Bei der Durchquerung eines Glastunnels schwimmen direkt über uns Haie, Rochen und viele andere Fische. Direkt neben dem Aquarium ist eine weitere Attraktion, ein Riesenrad. Allerdings finden wir 14 Euro p. P. dafür zu teuer. Mit der Straßenbahn fahren wir ins Zentrum zurück. Im Restaurant Amarelinho Essen wir eine Kleinigkeit und gehen wieder zur Estação de Bondes. Zum Glück haben wir unsere Fahrkarte, denn der Ticketschalter ist bereits geschlossen. So rumpeln wir mit der alten Straßenbahn über das Aquädukt nach Santa Teresa rauf.Read more

  • Sonnenaufgang auf dem Pão de Açúcar

    March 28 in Brazil ⋅ ☀️ 27 °C

    Mitten in der Nacht um 3:30 Uhr klingelt der Wecker. Pünktlich um 4:00 Uhr kommt der bestellte Uber, der uns zur Seilbahnstation des Pão de Açúcar, des Zuckerhuts, bringt. Bevor die Tour losgeht, gibt es Kaffee, Tee und Wasser. Wir haben eine exklusive Sonnenaufgangstour gebucht. Mit nur 30 Personen fährt die Seilbahn zur ersten Station auf den Morro da Urca, der 220 m hoch ist. Auf unserem Gang zur zweiten Station begleitet uns ein Saxophonspieler. Es beginnt die Dämmerung. Perfekt zur Morgenröte stoppt die Seilbahn auf halber Höhe zum Zuckerhut und wir genießen die Aussicht. Oben in 396 m Höhe angekommen werden wir durch den Regenwald geführt und können mit einem Glas Champagner auf den gelungenen Tag und den Sonnenaufgang anstoßen, wieder begleitet von Saxophonklängen. Danach gibt es im Restaurant Sunset Club Urca ein leckeres Frühstücksbuffet. Die Tour endet damit, aber noch nicht unser Aufenthalt auf dem Zuckerhut. Denn die ersten Touristen kommen frühestens 8:30 Uhr und bis dahin genießen wir die Ruhe. Gegen 10 Uhr wird es uns zu voll, zumal sich Passagiere von zwei Kreuzfahrtschiffen einfinden. In der Gondel nach unten sind wir ganz allein. Andersherum warten bereits viele, um mit der Seilbahn hochzufahren. Auch der Strand Praia Vermelha, der gleich neben der Seilbahnstation liegt, ist heute am Samstag gut besucht. Mit dem Uber fahren wir zurück zum Apartment und gönnen uns ein Mittagsschläfchen. Den Nachmittag bis in den Abend verbringen wir in unserem Stadtteil Santa Teresa. Fast aus jeder Bar oder jedem Restaurant erklingt Live-Musik. Im Restaurant do Minero essen wir das typische Samtagsgericht, die Feijoada (Schwarze Bohnen, Reis, Schweinefleisch, Würstchen, Farofa, Orangen).Read more

  • Ausflug nach Petrópolis

    March 27 in Brazil ⋅ ☀️ 27 °C

    Nur 400 Meter, allerdings steil bergab, befindet sich die berühmte Treppe Escadaria Selarón. Der in Chile geborene Künstler Jorge Selarón (1947–2013) begann 1989 mit der Neugestaltung der Treppe als „Hommage an das brasilianische Volk“ und betrachtete sie als ein lebendiges, niemals vollendetes Werk, denn immer wieder werden Fliesen ausgetauscht und neue hinzugefügt. Die 215 Stufen der Treppe auf einer Länge von 125 Metern sind mit mehr als 2.000 kunstvollen Fliesen aus ca. 60 Ländern verziert. Die Treppe ist das weltweit größte bildhauerische Werk eines einzelnen Künstlers. Das Lieblingsmotiv von Selarón war eine schwangere Frau, die er sehr oft verewigt hat. Die Treppe ist natürlich ein Touristenmagnet mit vielen Menschen. Deshalb gehen wir extra heute morgen gegen 8 Uhr hin, doch auch um diese Zeit sind schon einige unterwegs. Wir gehen weiter durch den Ortsteil Lapa bis zur Kathedrale. Die pyramidenförmige Kathedrale, die bis zu 5.000 Besucher fasst, ist eine wahre Hommage an die Moderne. Aufgrund ihrer klaren Linien und kühlen Eleganz ist die Kathedrale von Rio de Janeiro nicht unumstritten. Besonders beeindruckend sind die bunten Glasfenster, welche sich über 64 Meter hinweg erstrecken. Mit der seit den Olympischen Spielen 2016 eröffneten Straßenbahn fahren wir zum Busbahnhof Rodoviaria und nehmen den Bus nach Petrópolis. Die Fahrt führt uns durch atlantischen Regenwald bis auf 850 m Höhe. Dieser Ort in den Bergen mit seinem angenehmen Klima beherbergt die Sommerresidenz von Kaiser Dom Pedro II., das Mausoleum der Kaiserfamilie, den Palast, in dem die Abschaffung der Sklaverei gefeiert wurde. Außerdem gilt sie als Geburtsort des brasilianischen Bieres. Deshalb steuern wir als erstes die Brauerei Bohemia an, die bereits 1853 gegründet wurde. Leider gibt es keine Führung durch die Produktion. Dafür erfahren wir bei einem Rundgang die Historie der Brauerei inklusive Verkostung von drei verschiedenen Biersorten. Dabei schmeckt uns das Pilsen am besten. Wir besuchen noch die Hauptattraktion des Ortes, den Kaiserpalast des ehemaligen brasilianischen Kaisers Pedro II, der heute ein Museum beherbergt, das Museu Imperial. Mit übergroßen Filzpantoffeln schlürfen wir durch die Räume. Ausgestellt sind neben Mobiliar und Gemälden auch die Kronjuwelen. Wir essen noch eine Kleinigkeit und fahren mit dem Bus wieder zurück nach Rio. Vom Busbahnhof Rodoviaria fahren wir mit der Straßenbahn zurück ins Zentrum und mit einem Uber in unser Apartment.Read more

  • Cristo Redentor

    March 26 in Brazil ⋅ 🌙 28 °C

    Am Vormittag genießen wir die Aussicht von unserer Terrasse und kaufen online ein Ticket für die Zahnradbahn zum Corcovado, auf dem die Christusstatue schützend die Arme über die Stadt ausbreitet und das schon seit 1931. Die Zahnradbahn bringt uns durch den Tijuca-Regenwald in 20 Minuten auf 710 Meter nach oben. Der alte Holz-Wagen der ersten Bahn von 1970 dient als Ausstellungsstück. Andreas ist damals mit diesem zum Christus hochgefahren. Die Strecke verläuft eingleisig und besitzt einige Ausweichstellen, die teilweise als Haltepunkte verwendet werden. Ab der Endstation gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Gipfel zu erreichen, entweder bequem mit einem Aufzug oder über etliche Stufen, wo wir immer wieder einen fantastischen Ausblick auf die Lagoa und die Strände von Ipanema und Leblon haben. Die Idee, ein Denkmal auf dem Gipfel des Corcovado-Berges zu errichten, entstand bereits 1859 mit dem französischen Priester Pedro Maria Boss, doch erst 1922, zum Gedenken an den hundertsten Jahrestag der Unabhängigkeit Brasiliens, nahm das Projekt konkrete Formen an. Die Christusstatue wurde fast vollständig in Brasilien gefertigt, mit Ausnahme des Kopfes und der Hände, die in Frankreich geformt und hierher gebracht wurden. Seit 2006 ist die Statue auch ein Wallfahrtsort. Im Sockel der Statue befindet sich eine kleine Kapelle. Von der Plattform bietet sich ein spektakulärer Panoramablick auf Rio de Janeiro, den Zuckerhut und die Copacabana. Das haben außer uns natürlich auch viele andere erkannt. Trotzdem genießen wir die Aussicht, die bei einem Besuch von Rio einfach dazu gehört. Die Zahnradbahn bringt uns wieder hinab und wir fahren von dort zum Restaurant Majórica. Dieses Restaurant hat Andreas bereits in den 1970er Jahren mit seinen Eltern besucht. Unser erster gemeinsamer Besuch liegt mittlerweile 40 Jahre zurück. Und die Qualität ist in den Jahren genauso gut geblieben. Wir genießen ein Filet Mignon mit Reis, schwarzen Bohnen und Farofa (geröstetes Maniokmehl mit Eiern verfeinert). Ein schöner Abschluss eines gelungenen Tages.Read more

  • Stadtrundgang in Rio

    March 25 in Brazil ⋅ ☀️ 31 °C

    Der Sonnenaufgang von unserem Apartment ist beeindruckend. Über steile Straßen zieht es uns immer weiter bergab zum Aquädukt Arcos da Lapa. Das Mitte des 18. Jahrhunderts gebaute Carioca-Aquädukt, das die Bevölkerung von Rio einst mit frischem Wasser aus dem gleichnamigen Carioca Fluss versorgte, ist eine beeindruckende architektonische und technische Meisterleistung aus der portugiesischen Kolonialzeit. Es ist 270 Meter lang und besteht aus 42 doppelstöckigen Bögen mit einer Höhe von fast 18 Metern. Ende des 19. Jahrhunderts waren schließlich die Tage des Aquädukts gezählt und das Bauwerk bekam eine völlig neue Verwendung, die bis heute geblieben ist – und zwar als Viadukt für eine Straßenbahnlinie. Seit 1896 verbindet die Bonde de Santa Teresa, die Santa Terasa Straßenbahn, das Stadtzentrum von Rio mit dem auf einem Hügel gelegenen Viertel Santa Teresa. Wir gehen weiter bis zum Stadttheater, dem Theatro Municipal do Rio de Janeiro. Wir haben erfahren, das dort am Sonntag ein Konzert stattfindet. Dafür kaufen wir uns Karten. Danach lassen wir uns durch das Zentrum treiben, kaufen eine neue SIM-Karte (19 GB für 1 Monat, 6,60 €) und legen eine Pause im traditionsreichen Café Colombo ein. Das Café wurde 1894 von portugiesischen Einwanderern gegründet und mit riesigen Kristallspiegeln aus Belgien versehen, die vom Hafen mit Ochsenkarren in fünf Tagen zum Zentrum transportiert wurden. Anschließend suchen wir einen Supermarkt, den wir letztendlich im Stadtteil Gloria finden. Mit unserem Einkauf fahren wir erst einmal zurück zum Apartment und ruhen uns ein wenig aus. Ein Uber bringt uns am späten Nachmittag zum Largo do Machado, der ein lebhafter Platz mit vielen Bars, Restaurants und Einkaufspassagen ist. Um 1810 hat sich ein Metzger namens Machado an dieser Adresse niedergelassen. Er nutzte eine riesige Axt als Logo, das als großes Schild und Werbung für sein Fleischgeschäft diente. Seine Idee war so erfolgreich, dass der Platz den Namen Largo do Machado (Axtplatz) erhielt – ein Name, der sich bis heute gegen alle Versuche, den offiziellen Namen zu ändern, behauptet hat. In vielen Restaurants gibt es Happy Hour, ein gezaftes Bier für 1,30 Euro oder eine Caipirinha für 2,30 Euro. Wir essen noch eine Kleinigkeit und fahren in unser Apartment zurück.Read more

  • Bem vindo ao Rio de Janeiro

    March 24 in Brazil ⋅ 🌙 28 °C

    Bis zum Flughafen Salvador fahren wir fast eine Stunde. Die Zufahrt zum Flughafen ist einzigartig. Die Straße führt über 1,5 Kilometer durch einen Bambushain. Dieser "Tunnel" besteht aus über 50.000 Bambusstangen und wurde ursprünglich zwischen 1920-1940 zur Tarnung der Militärbasis gepflanzt und ist heute ein geschütztes Naturdenkmal. Bei der Mietwagenstation UNIDAS geben wir unseren Mietwagen nach 2.600 Kilometern zurück. Der Flug nach Rio dauert knapp zwei Stunden, der Transfer zu unserer Unterkunft in Santa Teresa eine halbe Stunde. Das Apartment liegt an einem Hang, von der Straße müssen wir zwei Etagen nach unten gehen. Vom Apartment und von unserer Terrasse blicken wir direkt auf den Zuckerhut. Zwischen 1808 und 1942 lebten hier auf den Hügeln die reichen Kaffeebarone und genossen die Aussicht, das milde Klima und das Quellwasser des Rio Carioca, welcher vom Corcovado bis zum Zentrum geleitet wurde. Nach dieser Zeit zogen immer mehr Familien weg aus diesem Viertel und ans Meer an die Copacabana, die Villen und Paläste verfielen zusehends. Durch die sinkenden Mietpreise wurden viele Hippies, Aussteiger und Künstler angelockt. Inzwischen gibt es viele Ateliers, Kunsthandwerksläden, Restaurants und urige Bars. Letztere besuchen wir noch am Abend. Es gibt einige wenige Restaurants, die von Deutschen geführt werden. In einem gibt es sogar Laugenbrezeln. In einem anderen kommen wir mit zwei älteren Herren ins Gespräch. Und natürlich sehen wir auch die kleine Straßenbahn "Bonde", die vom Zentrum hier den Berg hinauf rumpelt.Read more

  • Salvador da Bahia

    March 23 in Brazil ⋅ ☁️ 28 °C

    Uns lockt der Strand direkt vor unserer Unterkunft. Das Wasser ist herrlich warm und ruhig. Das Riff davor bricht die Wellen. Am Ende des Strandes steht auf einer Halbinsel der Leuchtturm am Eingang der Allerheiligenbucht und ist vom Forte de Santo Antônio da Barra umgeben. Zu lange halten wir uns nicht auf, kurz duschen und dann fahren wir mit einem Uber zum Mercado Modelo. Auf über 8.400 Quadratmeter befindet sich in dem Gebäude ein Kunsthandwerkermarkt auf zwei Etagen mit 263 Geschäfte. Neben Geschenken und Souvenirs aus Bahia gibt es außerdem zwei traditionsreiche Restaurants, die sich im selben Raum befinden und in perfekter Harmonie koexistieren. Salvador wurde auf verschiedenen Ebenen erbaut. So besteht die Stadt aus einer Cidade Alta, einer Oberstadt und einer Cidade Baixa, einer Unterstadt. Der Aufzug Lacerda in der Nähe des Mercado Modelo bringt uns in weniger als einer halben Minute von der Unterstadt in die Oberstadt. Dabei überwinden wir einen Höhenunterschied von über 70 m. Der Elevador Lacerda wird jeden Tag von tausenden Menschen benutzt und ist seit einem Jahr kostenlos. Als der Aufzug 1873 eingeweiht wurde, war ein so hoher Aufzug eine weltweite Einzigartigkeit. Seinen Namen verdankt der Aufzug dem Unternehmer, der ihn errichten ließ, nämlich Antônio Lacerda. Oben kommen wir auf einem großen Platz an, dem Praça Thomé De Souza, mit Blick auf die Unterstadt, den Hafen und Mercado Modelo. Nur ein paar Schritte weiter befindet sich am nächsten Platz Largo Terreiro de Jesus die beeindruckende Kathedrale von Salvador
    Catedral-Basílica Primacial de São Salvador. Der Innenraum der Kirche ist mit viel Gold prunkvoll ausgestaltet. Sie ist bis heute Sitz des Kardinals von Salvador. Die Stadt Salvador da Bahia war bis zum Jahr 1815 Brasiliens Hauptstadt und verfügte über einen großen Hafen als Umschlagsplatz für Gold, Zucker sowie Diamanten. Dies bescherte ihr die historische Oberstadt und Altstadt Pelourinho mit ihren engen Gassen und vielen Kolonialbauten. In diesem Viertel hat bis zum Jahr 1835 der Sklavenmarkt stattgefunden. Mit Schiffen von Afrika nach Brasilien gebrachte Männer und Frauen wurden dort als Ware angeboten. Nach Abschaffung des Sklavenhandels siedelten sich in dem Viertel immer mehr Künstler und Musiker an. Von hier fahren wir zum Shoppingcenter da Barra, weil wir uns dort mit Daniela und Marcelo zum Essen treffen wollen. Den restlichen Tag verbringen wir gemeinsam auf der Terrasse ihres Apartments.
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  • Von Cachoeira nach Salvador

    March 22 in Brazil ⋅ ⛅ 30 °C

    Wie schon erwähnt, übernachten wir in Cachoeira im ehemaligen Karmeliterkloster Convento do Carmo, das zu einem Hotel umfunktioniert ist. Nebenan befindet sich die Kirche Igreja e Casa de Oração da Venerável Ordem Terceira do Carmo. Tradition ist, dass der Altar ab heute bis zum Ostersonntag verhängt ist. Die älteste Eisenbahnbrücke Brasiliens verbindet die beiden Orte Cachoeira und Sao Felix. Dort war der aus Bremen ausgewanderte Zigarrenunternehmer Gerhard Dannemann Bürgermeister. Leider ist eine Besichtigung nicht möglich. Allerdings konnten wir vor vierzehn Jahren, als wir schon einmal hier waren, den 12 Zigarrendrehererinnen bei ihrer Arbeit in dem 1873 erbauten Handelshaus zusehen. Die Zigarren sind hauptsächlich für den Export nach Europa bestimmt. Dann machen wir uns auf den Weg nach Salvador. Heute am Sonntag ist wenig Verkehr, allerdings sind die Strände sehr voll. Unser Apartment liegt direkt an der Strandpromenade, die nur für Fußgänger freigegeben ist. Aber es gibt eine Tiefgarage, die wir von der Parallelstraße erreichen können. Am Nachmittag treffen wir uns mit Daniela und Marcelo. Gemeinsam fahren wir in ein Restaurant mit Blick auf den Sonnenuntergang.Read more

  • Fahrtag Richtung Salvador

    March 21 in Brazil ⋅ ☁️ 31 °C

    Unser Tag beginnt wie gestern auch schon mit einem gigantischen Frühstück. Wir sitzen an einem großen Tisch, der eigentlich für alle Gäste ausreichend ist. Aber wir sind ja zurzeit die einzigen Gäste. Immer wieder kommt der gute Geist der Küche und legt die verschiedensten Dinge nach. Angefangen von einem riesigen Obstteller über Mangolassi, Minipizzen, Kokoskuchen bis zu gebackenen Bananen, Tapioca und Kaktusquiche. Alles können wir leider gar nicht probieren. Und jeden Tag gibt es verschiedene Variationen. Die Pousada Alcino Estalagem ist wirklich zu empfehlen. Alcino und seine Frau haben das Haus, das nach dem Diamantenboom ca. 1930 verlassen wurde und danach dem Verfall ausgesetzt war, ca. 1990 gekauft und zu einer Pousada um- und ausgebaut. Alcino selbst war diesmal nicht anwesend, aber wir wurden von seinem Sohn Cailapib genauso herzlich betreut. Trotzdem brechen wir heute auf, damit wir uns die Strecke nach Salvador in zwei Tagen aufteilen. Die Landstraße ist teilweise sehr gut, dann kommen plötzlich wieder riesige Schlaglöcher, verursacht von den vielen schweren Lastwagen mit ihren bis 30 Meter Länge. Und wenn es zu schlimm wird, fährt man halt auf der Gegenfahrbahn, wenn keiner kommt. In den kleinen Orten wird man immer ausgebremst durch sogenannte Quebra-molas (oder lombadas). Diese kleinen Hügel ragen über die ganze Fahrbahn und man kann nur im Schritttempo darüber hinwegfahren. Und zusätzlich gibt es dann noch Blitzanlagen, meistens mit Begrenzung auf 40 km/h, die vorher angekündigt werden. Nicht angekündigt war eine Polizeikontrolle, als wir gerade bergauf einen mit 15 km/h fahrenden Lkw bei durchgezogener Linie überholt haben. Der Polizist hat unser Kennzeichen gescannt und dadurch erkannt, dass es ein Mietwagen ist und wer es gemietet hat. Da kann sich unsere Polizei in Punkto Digitalisierung eine Scheibe abschneiden. Nachdem er unseren deutschen Pass gesehen hat, sprach er nur noch Deutsch mit uns. Er war drei Jahre in der Schweiz und konnte deshalb schwyzerdütsch sprechen. Darüber war er anscheinend so froh, dass er das normalerweise übliche Bußgeld von 1.500 R$ (knapp 250 Euro) nicht kassiert. "Heute ist es kostenfrei". Glück gehabt. Am Nachmittag erreichen wir den Stausee am Paraguaçu Fluss, an dessen Ufer der Ort São Felix liegt und am anderen Ufer über eine Eisenbahnbrücke zu erreichen der Ort Cachoeira. Dort übernachten wir im Kloster Convento do Carma.Read more

  • Grotte Lapa Doce und Pai Inácio

    March 20 in Brazil ⋅ ☁️ 29 °C

    Wir fahren am Morro Pai Inacio vorbei. Ein Stück weiter biegen wir auf eine Erdstrasse ab, um zum Aussichtspunkt Mirante do Camelo zu gelangen. Diese Felsformation sieht aus wie ein liegendes Kamel🐫. Danach halten wir an einem Truckstopp und beobachten die riesigen Trucks, die Soja für China zum Hafen nach Salvador transportieren. Kein Wunder, dass die Straße mit riesigen Löchern übersät ist und nur teilweise wie ein Flickenteppich aussieht. Zur Abwechslung schauen wir uns heute keinen Wasserfall an, sondern besuchen eine Tropfsteinhöhle, die Grotte Lapa Doce, die aus einem immensen und Millionen Jahre alten Gewölbe aus Kalkfelsen besteht. Es ist die zweitgrößte Höhle Brasiliens. Hier herrscht das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von 22 Grad. Auf dem ca. 1 km langen Weg durch die dunkle Höhle bestaunen wir die verschiedensten einzigartigen Felsformationen. Wir wandern zwischen gigantischen Felsformationen und Kalksteinkammern entlang, unser Guide Raimondo beleuchtet dabei die verschiedensten Gesteinsformationen, zum Schluss passieren wir an einem Löwen und an einer Eule vorbei. Über eine Steintreppe erreichen wir wieder das helle Licht. Und nun müssen wir uns schon fast beeilen, denn wir wollen noch zum Morro do Pai Inácio hinauf und dort oben auf dem Plateau den Sonnenuntergang erleben. Über einen steinigen Weg geht es bergauf, nur auf den letzten Metern gibt es mittlerweile eine Holztreppe. Wir bewundern wieder, wie hier zwischen den Felsen doch Bromelien, Orchideen, Kakteen und andere Pflanzen wachsen. Und natürlich ist die Aussicht auf die Tafelberge grandios. Die Ranger vom Nationalpark Chapada Diamantina sorgen dafür, dass alle noch in der der Dämmerung den Abstieg zu schaffen. Wir sind froh, dass wir eine Taschenlampe dabei haben. Es geht doch teilweise über einen steilen Steinweg hinunter. Zurück in Lençóis essen wir eine leckere Moqueca mit Garnelen und freuen uns dann noch in einer Bar am Hauptplatz über Live-Musik.Read more