• Fahrtag Richtung Salvador

    21. März in Brasilien ⋅ ☁️ 31 °C

    Unser Tag beginnt wie gestern auch schon mit einem gigantischen Frühstück. Wir sitzen an einem großen Tisch, der eigentlich für alle Gäste ausreichend ist. Aber wir sind ja zurzeit die einzigen Gäste. Immer wieder kommt der gute Geist der Küche und legt die verschiedensten Dinge nach. Angefangen von einem riesigen Obstteller über Mangolassi, Minipizzen, Kokoskuchen bis zu gebackenen Bananen, Tapioca und Kaktusquiche. Alles können wir leider gar nicht probieren. Und jeden Tag gibt es verschiedene Variationen. Die Pousada Alcino Estalagem ist wirklich zu empfehlen. Alcino und seine Frau haben das Haus, das nach dem Diamantenboom ca. 1930 verlassen wurde und danach dem Verfall ausgesetzt war, ca. 1990 gekauft und zu einer Pousada um- und ausgebaut. Alcino selbst war diesmal nicht anwesend, aber wir wurden von seinem Sohn Cailapib genauso herzlich betreut. Trotzdem brechen wir heute auf, damit wir uns die Strecke nach Salvador in zwei Tagen aufteilen. Die Landstraße ist teilweise sehr gut, dann kommen plötzlich wieder riesige Schlaglöcher, verursacht von den vielen schweren Lastwagen mit ihren bis 30 Meter Länge. Und wenn es zu schlimm wird, fährt man halt auf der Gegenfahrbahn, wenn keiner kommt. In den kleinen Orten wird man immer ausgebremst durch sogenannte Quebra-molas (oder lombadas). Diese kleinen Hügel ragen über die ganze Fahrbahn und man kann nur im Schritttempo darüber hinwegfahren. Und zusätzlich gibt es dann noch Blitzanlagen, meistens mit Begrenzung auf 40 km/h, die vorher angekündigt werden. Nicht angekündigt war eine Polizeikontrolle, als wir gerade bergauf einen mit 15 km/h fahrenden Lkw bei durchgezogener Linie überholt haben. Der Polizist hat unser Kennzeichen gescannt und dadurch erkannt, dass es ein Mietwagen ist und wer es gemietet hat. Da kann sich unsere Polizei in Punkto Digitalisierung eine Scheibe abschneiden. Nachdem er unseren deutschen Pass gesehen hat, sprach er nur noch Deutsch mit uns. Er war drei Jahre in der Schweiz und konnte deshalb schwyzerdütsch sprechen. Darüber war er anscheinend so froh, dass er das normalerweise übliche Bußgeld von 1.500 R$ (knapp 250 Euro) nicht kassiert. "Heute ist es kostenfrei". Glück gehabt. Am Nachmittag erreichen wir den Stausee am Paraguaçu Fluss, an dessen Ufer der Ort São Felix liegt und am anderen Ufer über eine Eisenbahnbrücke zu erreichen der Ort Cachoeira. Dort übernachten wir im Kloster Convento do Carma.Weiterlesen