• Ebene von Stari Grad

    17 oktober, Kroatien

    Auch wenn es in der Nacht geregnet hat und es heute größtenteils bedeckt sein wird, müssen wir natürlich Hvar etwas erkunden.
    Nach einem Traum von einem Frühstück 🤩 steuern wir eine auf den ersten Blick unspektakuläre landwirtschaftliche Region an. Die „Ebene von Stari Grad“ ist das beste Ackerland der gesamten kroatischen Küste, was schon den alten Griechen wohl bekannt war, die in Stari Grad eine Kolonie gründeten. Die fruchtbare Ebene wurde systematisch vermessen und parzelliert, die Steine zu großen, teils begehbaren Trockenmauern aufgeschichtet.

    Während der Würm-Kaltzeit lag der Meeresspiegel etwa 96 m unter dem jetzigen Niveau, sodass die heutige Insel Hvar mit dem Festland verbunden war, jedoch als meteorologisch exponierter Punkt in die Adria hineinragte. Die Nordwinde (Bora) brachten fruchtbaren Löss, der sich in der Ebene ablagerte. So bildete sich der größte und fruchtbarste Bereich aller Adriainseln.

    Diese Praxis, das fruchtbare Umland einer Siedlung systematisch zu erschließen, war üblich, ihre Spuren sind jedoch nirgendwo so gut erhalten wie in der Ebene von Stari Grad. Die Ebene wurde freilich auch in allen folgenden Epochen landwirtschaftlich genutzt, so sind mehrere kleine römische Landgüter bekannt. Nicht zuletzt aufgrund des Aufwands, den eine Verlegung der teils massiven Trockenmauern bedeutet hätte, existiert die altgriechische Parzellenstruktur aber im Wesentlichen unverändert bis heute fort. Auch die wenigen modernen Veränderungen (Straßenbau, Sportflughafen) orientieren sich an dem alten Raster. Die ursprüngliche landwirtschaftliche Aktivität, welche auf den Anbau von Trauben und Oliven fokussiert ist, ist über 2400 Jahre bis heute beibehalten worden. Als lokale Charakteristika gelten kleine Häuser aus Stein, sogenannte Trims, die früher den Feldarbeitern als primitive Unterkünfte dienten
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