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Henne in SO-Asien

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  • Trip start
    February 6, 2025

    Abschied in FFaM 🇩🇪🛫

    February 6, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 3 °C

    Bevor ich zur eigentlichen Reise komme, eine kurze (!) Erklärung, warum ich die Reise alleine angetreten bin: SO-Asien hatte mich von Anfang an mit am meisten gereizt, nur leider hatten wir das beim ersten Trip nicht geschafft. Kellys Pläne hatten sich durch ein baldiges zweites Jahr Arbeitsvisum für Australien sowieso geändert, und bevor ich wieder im Alltagstrott gefangen wäre, wollte ich den Trip noch erleben.

    Schweren Herzens entschloss ich mich daher zu einem Solotrip.

    Kelly hatte beschlossen, mich nach Frankfurt am Main zu bringen, was mich überrascht und sehr gefreut hat. Mit dem Flixzug kamen wir dort an, hatten noch zwei letzte Biere und fancy deutsches Essen, dann ging es Richtung Flughafen. Nach einem emotionalen Abschied bestieg ich den Flieger mit einem lachenden und einem weinenden Auge und viel Furcht in den Gliedern, auf was zur Hölle ich mich denn da eigentlich eingelassen hatte!? 🥲

    Wens interessiert:
    - Auslandsversicherung KK 7 Monate 392,20€
    - VBB Berlin 3,80€
    - Flixzug B->FFaM 11€
    - Zugticket zum Flughafen FFaM 6,60€ (!)
    - Flug FFaM->Mumbai ~357€ (24kg etc)
    - Visa Indien 30T 26,09€

    Eine kurze persönliche Anmerkung noch: Wie bereits zuvor könnten die Stories etwas länger werden. Ich werde dies auch so lassen, da es viel zu erleben gibt und ich gerne alles festhalten möchte. Gerade die Details sind das, was das Reisen und Backpacking ausmachen. Was dem geneigten Leser vielleicht langweilig erscheint, hat mich hinlegen eventuell zu einer wichtigen Entscheidung bewogen oder in der Situation enorm beeindruckt. Wer also ungern liest (ist hier ein Harle-Diss angebracht? 🤭😘), kann gerne durch die Bilder klicken, die ich wieder mit Texten versehen werde.
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  • Ankunft in Mumbai 🛬🇮🇳

    Feb 7–10, 2025 in India ⋅ ☀️ 27 °C

    07.02.25 ANKUNFT IN MUMBAI 😵‍💫

    Nachdem ich im Flieger auf dem Platz neben mir noch einen hochdramatischen Bollywoodfilm mitverfolgen kann ("Keiner mag mich, weil ich reich bin und nicht tanzen kann! Deine Mutter guckt immer so böse!..."), lande ich etwas übernächtigt im geschäftigen Mumbai.
    Punkt 1: Prepaidkarte besorgen! Ich möchte nicht ohne Internet in Indien standen. Der größte Anbieter soll hier einen Stand haben. Direkt neben dem Ausgang, tatsächlich! Ich komme auch bald ran. Die Frage nach der "lokalen Referenzadresse" (nicht Hostel!) lässt mich jedoch arg ins Straucheln kommen, wie soll ich eine solche als gerade Angekommener haben? Die nette Deutsche vor mir hilft mir jedoch, ich darf ihre Referenzadresse (ausgewanderte Schwiegereltern oder so) netterweise mit angeben. Ein unerwartetes Hindernis aus dem Weg geräumt.
    Ich bin weiterhin optimistisch und verlasse mich auf Goooglemaps, um mich mit den lokalen Öffis aus dem Norden der Stadt in den Süden zu schlagen. Bus-Zug-Bus, alles klappt einigermaßen gut und kostet zusammen rund einen Euro für ca. 1,5h Fahrt. Die Busse halten kaum an, um die Leute hereinzulassen, man muss halt flink sein. Die Züge mit den typischerweise offenen Türen sorgen für frische Luft. Ich merke schnell, dass die Leute mich anstarren, und ein junger Student beginnt während der Zugfahrt ein nettes Gespräch mit mir. Beim Aussteigen aus dem Zug schwinge ich mein Monsterbaby von Rucksack gekonnt auf den Rücken, ein älterer Herr guckt und nickt anerkennend.

    Im Hostel angekommen, kann ich auch direkt einchecken. Ich beschließe, eine Runde durch die Gegend zu drehen, obwohl ich direkt schlafen könnte. Das 'Gate of India' ist nur einen Steinwurf entfernt. Auf dem Weg dorthin komme ich an einer "Wasserpromenade" entlang. Ich starre in das schmutzige Wasser mit seinen Kloaken(?)strudeln, auf die zwei Flötenfische zuschwimmen. Beschließe es zu filmen, schwenke zum Gate of India und höre eine Explosion aus der anderen Richtung. Da wurde soeben eine riesige Farbbombe gezündet, bunte Schwaden verteilen sich über dem Wasser! 'Willkommen in Indien', denk ich mir, das muss wohl so. Vor dem Gate esse ich meinen letzten frischen Proviant aus Deutschland (Weltmeisterbrötchen mit Mozzarella 🥹🥲 und einen gefüllten elitären Pfannkuchen). Außerdem lasse mich von und mit wildfremden Menschen fotografieren, warum auch nicht? Auf dem Rückweg lasse ich mir NICHT professionell die Ohren auf der Straße reinigen, habe aber ein langes Gespräch mit einem Guide.
    Ziemlich malade und gejetlagged gehe ich recht bald ins Bett, nur um einen eher unruhigen Schlaf zu haben...

    08.02.25 PLANUNG, YAY 😬🌏➿️🧭

    Relativ spät stehe ich auf und gehe in den Gemeinschaftsbereich und mache mich an die Planung durch Indien. Gegen eins schließe ich mich einer Gruppe von drei Leuten (ein Kanadier, zwei Inderinnen) zum Essen an, sie kennen ein leckeres günstiges Restaurant. Mit Andrew, dem Kanadier, hab ich auf Anhieb eine gute Verbindung, und wir reden viel und tauschen Nummern aus, bevor er mit den Mädels ins Kino geht (Bollywood, natürlich). Er hilft mir außerdem mit einigen Apps, zB zum Züge buchen, was echt eine Herausforderung in Indien ist. Nachmittags im Hostel bin ich mit meiner Planung nun soweit zufrieden, da schaut eine Inderin, die mir gegenüber gerade Abendessen isst, auf den Zettel, und fragt, ob ich Autor bin. Ich erklärte ihr alles, sie schaut sich meine Planung an - eine Augenbraue geht sehr(!) hoch, und dann legt sie los... Eine halbe Stunde später bin ich um zwei von ihr beschriebene Seiten und seeeehr viele Informationen eines Locals reicher. Dankbar mache ich mich an die Überarbeitung des Plans, werde jedoch nicht komplett fertig. Neben der Inderin sitzt noch Marie, eine Französin, mit der ich mich ebenfalls etwas unterhalte.
    Die Inderin sehe ich leider nicht mehr wieder, um ihr nochmals zu danken. Aber Leute, genau dafür sind Hostels da. Um Menschen kennenzulernen und sich gegenseitig zu helfen!

    09.02.25 TEMPEL, MOSCHEEN UND PARTY 🛕🕌🍻

    Heute möchte ich die Planung fertig bekommen, möglichst mit Zugtickets. Im Gemeinschaftsbereich treffe ich wieder Marie vom Vortag. Sie ist Fotografin und möchte einige Tempel/Moscheen/hl. Orte in Mumbai besuchen, sowohl für Studien- als auch für fotografische Zwecke. Meine Planung sieht mittlerweile ganz gut aus, und ich bin ja hier, um etwas von Mumbai zu sehen, nicht wahr? Sie verspricht mir einen absolut nontouristischen Trip in Wohngegenden, die zwischen hinduistischer und islamischer Kultur wechseln. Warum nicht, klingt vielversprechend! Doch zuerst gehen wir frühstücken.

    Die 'Rikscha', wie die TukTuks hier genannt werden, setzt uns im zentralen Mumbai ab. Wir orientieren uns und laufen bald durch einige Seitengassen. Es ist voll, laut, müllig und diverse Tiere rennen umher. Also alles wie erwartet 😅 Die Zweiräder pesen durch die engen Gassen, Lebewesen werden einfach weggehupt, wenn sie im Wege stehen.

    Wir erreichen eine geschlossene Moschee, eine andere recht kleine, und dann eine etwas stärker besuchten. Leider haben Frauen keinen Eintritt, und ich möchte mich nicht aufdrängen. Aber es ist dennoch sehenswert: Davor steht eine "Rauchschüssel", Menschen werfen Samen hinein und inhalieren den wohlriechenden Rauch. Ein älterer Herr steht gegenüber des Tempels und stimmt ein Singsang an. Frauen bekommen durch die Gitterstäbe der Fenster (gesegnetes?) Wasser gereicht (sie beten an der Moscheewand). Später erfahren wir in einer anderen Moschee, dass Frauen nur dort eintreten dürfen, wo nicht nur ein männlicher Heiliger beigesetzt ist, sondern auch dessen Frau(en) und Kinder. Eine andere sehr heimelige Moschee darf Marie betreten, zwei lustige ältere Herren führen uns umher. Wir dürfen fotografieren und werden Zeuge eines sehr privaten Gottesdienst eines jungen Mannes. Hier werde ich auch gesegnet (mit einem Wedel rundherum beklopft mit anschließendem Wassertrinken). Trotz meiner Einstellung zu Gottheiten habe ich eine leichte Gänsehaut.
    Wir wandern weiter. In den Straßen spielen Gruppen von Kindern Cricket, was hier DER Volkssport ist. Eine Gruppe junger Männer spielt auf der Straße, müssen die Autos eben aufpassen! Beim Bus wird dann doch mal ausgewichen ^^
    Nach einer weiteren kleinen Moschee mit Segnung kommen wir an einen Tempel, dessen marmorne Außenfassade kunstvoll verziert ist.
    Wir treten ein, und ich muss meine Beine mit einer Art Sarong verhüllen. Drinnen erwartet uns ein wirklich atemberaubender Anblick: Alles ist verziert, Säulen überall, alles aus weißem Marmor. Über drei Etagen erhebt sich der Tempel, wobei in der Mitte alles offen ist. Ein großer Kronleuchter hängt über mehrere Etagen. Jeweils drei Götzenkammern gibt es wenigstens pro Etage, eher mehr noch in einigen Ecken. Wir werden aufgefordert, das wohlriechende Zündelholz spiralförmig in Richtung der Götter und Reliquien zu schwingen. Fotos machen ist verboten.

    In einem tranceähnlichen Zustand verlassen wir das Gebäude (Shree Godiji Parshwanath Jain Derasar) und lassen die Moschee daneben erst einmal aus. Zu heftig sind die Impressionen, wir müssen das erst einmal verarbeiten.

    Wir laufen weiter, entdecken einen kleinen Hindutempel. Darin sitzen zwei Personen: Ein Priester (?) und ein Gläubiger. Sie führen gerade ein langes Ritual durch, vermutlich für Wohlstand und Gesundheit? Eine kleine güldene Buddhastatue wird mit einer Blüte, die zuvor in Milch getaucht wurde geputzt. Dann wird die Milchschale mit Blättern ausgekleidet, eine Kokosnuss hineingesetzt (wie in ein Nest), das Ganze wird dann wieder mit Blättern garniert. Das fertige Werk wird dann auf einen kleinen Haufen ungekochten Reis gesetzt. Dazu immerzu der Singsang des Priesters. Obwohl es absolut abstrus wirkt, schwingt auch hier wieder eine Energie mit, die bei uns eine Gänsehaut auslöst. Wir wissen nicht, wie lange das Ritual dauert, und wandern weiter.

    Einen Tempel finden wir noch neben einer dicken Straßenkreuzung, genau zwischen den Hauptstraßen. Dann sind wir erschöpft. Als Marie Geld abhebt und ich davor warte, schafft es ein Vogel, mir auf den Fuß zu kacken. 'Besser als auf den Kopf' denke ich und wische es weg. Überhaupt sind die Vögel in dieser Stadt beeindruckend: Es gibt so unglaublich viele Milane, dass sie in Schwärmen über der Stadt kreisen, manche nur zehn Meter tief.

    Auf dem Heimweg meint Marie, dass sie noch ein paar Freunde treffen will, ob ich nicht mitkommen mag? Die Planung kann ich auch morgen noch fertig machen, denke ich mir 😁 Zeit, ein paar Locals zu treffen!

    Mit einer weiteren indischen Freundin (Apeksha) aus dem Hostel fahren wir in eine Bar. Dort sind bereits zwei weitere Inderinnen. Hier wird der Wodka/SaurerApfel pur bestellt und mit Sprite (separate Flasche) gemischt, hin und wi3der bekommt man einen Eiswürfel ins Glas geworfen. Ich bleibe bei Kingfisher, der lokalen bekanntesten Marke. Sie entschuldigen sich für die Kneipe, die wohlcetwas heruntergekommen sei. Ich denke an die Bretterbude und den Trinkteufel und muss schmunzeln. Dagegen wirkt der Laden hier edel. Aus der Jukebox kommen indische Schlager und Schnulzen, alle singen mit, auch die kräftigen vier jungen Inder, die eigentlich eher nach Bloodywood [Metal] aussehen ^^ Ich lasse mir die Liedtexte erklären, und wir reden über dies und das. Nach einigen Getränken beschließen sie (wir sind mittlerweile zu 7t, der einzige andere Kerl kann wohl nicht kommen), das Ganze Richtung Homeparty zu verlegen. Wir quetschen uns alle in ein Taxi (ja, alle in eins) und fahren ein paar Minuten. Die Gegend sei edler; wir müssen im Haustür leise sein, damit uns die Nachbarn nicht hören und müssen Fahrstuhl fahren, damit sie uns nicht sehen. Hilfe, was passiert hier? 😅
    Die Wohnung ist recht spartanisch eingerichtet, eine der Frauen teilt sich die Wohnung mit zwei weiteren, die auch noch wach sind und dazu kommen. Wir trinken Wein, Gin/Sprite, es wird geraucht und dabei Musik gehört. Essen wird verteilt, Gespräche geführt und anschließend sogar getanzt. Ich sitze auf dem Sofa und bin ziemlich froh, mitgekommen zu sein, weil das echt viel für einen Tag war, die Gesellschaft wirklich angenehm und die ganze Situation total abgefahren ist. Ich empfinde Dankbarkeit, dass mir dieses Situationen gegeben wurden und ich mich ihnen nicht verschlossen habe... Gegen zwei machen wir uns (auf leisen Sohlen!) auf den Heimweg :-)

    10.02.25 PLANUNG FERTIG!

    Am nächsten Morgen wache ich recht okay auf. Ich spüre immer noch den Jetlag, weit mehr als die Homeparty. Ich schaffe es, die Planung zu finalisieren und auch die Züge zu buchen. Nur zwei Verbindungen mit Warteliste, was ist denn eine Warteliste? Oh boy... Naja, wird schon werden!

    Marie und Apeksha sind unterwegs, also gehe ich alleine Frühstücken. So langsam bekomme ich doch etwas Zeitdruck, ich muss noch eine Ecke weit fahren. Der Nachtbus nach Goa hält irgendwo im nördlichen Mumbai. Mein Bus (danke Google!) kommt nicht. Am Ende bin ich gut in der Zeit (einige InderInnen helfen mir wieder mit den Verbindungen), laufe kurz vor dem Ziel durch dicke Menschenmassen und vorbei an wirklich traurig aussehenden Slums. Aber die Ortsbeschreibung auf dem Ticket ist zu ungenau, ich finde den Bus nicht. Ich erinnere mich, eine SMS mit Lifetracking-Hinweis gesehen zu haben (man bekommt sehr viele SMS von den Verkehrsbetreibern/Telefongesellschaften). Siehe da, weiter Richtung Norden, und der Bus bewegt sich nicht. Schließlich komme ich (nicht mehr ganz trocken) dort an und besteige den Nachtbus. Am Morgen war er noch halb leer, mittlerweile ist er ausgebucht. Mein Plan, ein Doppelbett für mich zu haben, schlug fehl, und ein etwas kräftigerer Inder guckt mich mit großen Augen an und rutscht zur Seite. Aber er ist nett, wir unterhalten uns etwas und versuchen dann zu schlafen. Die Betten sind übrigens genau 1,70m lang, 14 cm kürzer als ich. Yepp. Und die bequemste Position ist die stabile Seitenlage, weil der Bus seeehr schaukelt, vor allem, wenn er ziemlich schnell durchs Gebirge rast. Ich war sehr froh, dass es dunkel war und ich nicht rausgucken konnte.

    Bei einer Pause gegen Mitternacht lerne ich Zahid kennen, aus dem Einzelbett schräg über mir. Er läd mich zu meinem ersten richtigen Chai ein, und wir kommen ins Quatschen, sogar bis zum Thema Religion (er ist Moslem und steht meinen Reinkarnationsideen eher skeptisch gegenüber ^^ ). Wir verabreden uns für 'später' und verbringen erst einmal eine unruhige Nacht in dieser Schaukelfalle von Nachtbus, immer weiter Richtung Süden, Goa entgegen...
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  • Goa - Indien für Einsteiger 🌅🛵💨

    Feb 11–15, 2025 in India ⋅ ☀️ 31 °C

    11.02.25 - ANKUNFT IM PARTYPARADIES [ANJUNA] 🌅🕺🏼

    Wir erreichen Mapusa nach einer langen Busfahrt zur Mittagszeit. Zahid hält Wort und möchte mir mit den lokalen Bussen helfen. Doch zuerst lädt er mich zu einem Frühstück ein 😋 (er ist flinker beim Bezahlen). Meinen Bus hätte ich vermutlich nie gefunden, an diesem zentralen Platz fahren ca. 50 Busse ab, vielleicht auch doch nur 45. Einige Angestellte rennen umher und schreien die Zielorte der abfahrenden Busse. Ich verstehe natürlich kein Wort ^^ . Ich muss etwas eher raus als Zahid, wir verabschieden uns und wollen uns die Tage nochmal treffen.
    Die nur 10min-Fußweg werden etwas länger, ich muss mich erst an die kurzen Strecken, versteckten Wege und verwinkelten Gassen gewöhnen. Es ist ruhig hier, sehr natürlich. Ich nutze die Gelegenheit, kurz mit Kelly videozutelefonieren, und laufe prompt zu weit. Macht aber nix, ich genieße die grüne Umgebung und ruhige Atmosphäre, und irgendwie komme ich mit dem Gesamtgewicht meines Gepäcks erstaunlich gut klar.

    Ich werde freundlich im Hostel Mandala aufgenommen. Dies war die Empfehlung Andrews, den ich in Mumbai kennengelernt hatte. Er chillt auf dem ausgebauten Dach (rooftop) mit ein paar Jungs, wir stellen uns vor und quatschen etwas. Heute Nacht steigt eine große Party, erzählen sie mir. Elektronische Musik, ist ja genau meins. Aber ich wollte ja nach Goa und wusste, worauf ich mich da einlasse 😉

    Ein Hostelgast, der bald abreist (ein junger Inder, dessen Name mir leider Probleme bereitete und den ich vergessen hab) nimmt mich auf seinem Scooter mit zum nördlichen Strand (Vagatorbeach), wo wir gemütlich in einer Strandbar ein Getränk der Wahl trinken und eine Weile quatschen, bis er los muss. Er setzt mich wieder ab, und ich wandere vorbei an Souveniershops und Restaurants zum nähergelegenen Strand Richtung Süden (Anjuna Beach). Der Anfang ist etwas felsig und die Kühe irritieren etwas, aber das gehört alles dazu! Der Strand wird sandig, ich suche mir ein Plätzchen, lege meine Sachen ab und springe ins warme Nass! Da der Rettungsschwimmer davon ausgeht, dass ich wie die meisten Inder nicht schwimmen kann, darf auch ich nicht tiefer als bis zur Hüfte ins Wasser. Es hält sich aber kaum einer daran, also rennt er springend und trillerpfeifend auf und ab 😄

    Danach genieße ich den Sonnenuntergang (natürlich!), gehe zurück zum Hostel (wobei ich sehr oft dem Modesport der jungen männlichen Inder zum Opfer falle: Selfies mit weißen Menschen! Ein landesweites Phänomen 😬) und mache mich partyfein. Ich treffe mich mit dem Jungs zum Essen, dann besorgen wir uns Wegzehrung (Feni, ein Taschenschnaps aus den Resten der Cashews. Eine kl. Flasche kostet umgerechnet ~50 Cent und passt ins Geheimfach der Bauchtasche 😉). Wir machen uns auf dem Weg zum Partytempel 'Shiva Valley'. Unterwegs werden wir von zwei Polizisten nach Drogen durchsucht. Sie werfen abwertende Blicke auf unseren Feni und meinen, wir sollen doch nicht das billige Zeug kaufen, das macht uns doch nur kaputt 😅 Eigentlich wollen sie wohl nur etwas plaudern. Wir ziehen weiter, und nach einigen Umwegen (es ist Flut, der Strandweg ist versperrt) kommen wir gegen Mitternacht an. Über den Strandzugang sparen wir rund 500 Rupien (5+€), der Eintritt ist mit 2.500 Rupien dennoch happig. Aber wir wollen ja auch lange feiern ^^

    Ich habe tatsächlich Glück mit der Musik, finde gut hinein. Es ist Goa-Trance, der ähnlich wie Metal aufgebaut ist und sich immer mehr steigert, ohne langweilig zu werden. Die Bierpreise sind auch okay, rund 3€ für einen Flaschenpint. Die Leute sind gelassen, viele helle Touris, aber auch viele Inder sind am Start, alle Altersgruppen (wirklich alle!) vertreten.

    Irgendwann gegen vier wechselt die Musik zu "forest", womit ich eher weniger anfangen kann, und um 6 verabschiede ich mich als erster von den PartyPeople. Die Nachtbusfahrt und Sonne des Tages fordern ihren Tribut, ich gebe auf! 😅 (Auch wenn ich so den Sonnenaufgang und das rituelle Anbaden ausfallen lassen muss.)

    Auf den Weg hoch zur Hauptstraße treffe ich einen netten Briten, der mich - ich kann mein Glück kaum fassen - auf dem Bike direkt zum Hostel fährt. Bis auf dass uns ein Rudel Hunde in einer Kurve angreift und wir uns mit Tritten wehren müssen, ist es eine angenehme Fahrt 😬😅 Totmüde falle ich ins Bett...

    12.02.25 - SCOOTERS UND SIGHTSEEING ⛱️🍹

    Ich beschließe, mir für die kommenden Tage ein Scooter auszuborgen (~5,50€/Tag). Es klappt auch, und ich treffe mich mit Sahid. Zusammen cruisen wir durch die Gegend, landen schließlich im Norden am 'Morjim Beach', der recht weitläufig ist. Gemeinsam trinken wir gesalzenes Zitronenwasser (das trinkt man hier so 💁🏼‍♂️), dann geht's wieder zurück. Die Straßen sind okay, der Verkehr geht klar - ich finde mich gut zurecht. Wir entdecken noch einen Aussichtspunkt, dann setze ich Zahid ab und düse zurück zum Hostel 🛵💨

    Gestern hatten wir es nicht geschafft: Ich hatte vorgeschlagen, den Sonnenuntergang vom Hügel südlich des Strandes aus zu sehen. Heute finden sich vier Leute dazu ein: Ich, Komal vom Empfang (die das Ganze als "Gästebetreuung" verbucht, es aber eigentlich natürlich als Arbeitsflucht nutzt 🤭), Adam aus Polen, Anna aus Uzbekistán und Pierre aus dem franz. Teil Kanadas, den wir spontan vorm Tor des Hostels mit einsammeln, weil er so verloren rumsteht, auf seinem Cyberphone herumdrückt und kein richtiges Ziel hatte 😅

    Der Ausflug ist ein voller Erfolg. Wir finden eine schöne Stelle, und sogar Komal, die hier schon eine Weile arbeitet, kennt den Ort noch nicht. Wir machen Fotos und sitzen einfach nur da, genießen die Ruhe und Harmonie. Es ist sehr trübe am Horizont, die Sonne verschwindet langsam im Dunst. Auf dem Rückweg fängt uns noch Lucien (FR) ab, mein Zimmergenosse, der gerade vom Essen kommt.

    Nach einem gemeinsamen Essen geht's früh in die Falle, alle sind noch recht knülle vom Vortag 😄

    13.02.25 - #SCOOTERBITCHES ON THE ROAD 🏞🛵💨

    Komal vom Empfang schlägt am Vormittag einen gemeinsamen Hostel-Ausflug auf Scootern vor; Die Idee entstand bereits am Vortag (wieder ihre "Gästebetreuung" 🤭). Ich schlage vor, dass etwas abgelegenes, natürliches doch schön wäre. Leider ist keine Wasserfall-Saison, also sind wir Touris etwas ratlos. Sie überlegt kurz, telefoniert herum, dann steht der Plan! Wir besorgen noch ein paar Scooter, trommeln die Crew zusammen, und der von Andrew zuvor eingeworfene Begriff "#scooterbitches" wird etabliert (grob übersetzt "#Scooter-Luder").

    Zuerst geht es zu einem kleinen Restaurant, wo wir unter einem kleinen Holzdach direkt am Fluss sitzen. Es werden verschiedene Fischspezialitäten gebracht, jeder kann probieren. Für einige frittierte Fische gibt es eine spezielle Esstechnik. Alles ist sehr lecker. Danach fahren wir weiter, Ort (für uns) unbekannt. Komal hat Anna hinten drauf und fährt vorne hinweg. Wir anderen dahinter machen uns einen Spaß daraus, uns gegenseitig immer wieder zu überholen und dann wieder zurück fallen zu lassen, um anderen die Chance zum Überholen zu geben. Dabei haben wir einen Heidenspaß 😆🙈

    Schließlich kommen wir in einer entlegenen Gegend an. Ein großes Haus steht da, komplett im Grünen, einige Bewohner kommen heraus. Komal hält kurz Smalltalk, wir nicken freundlich und erhalten lächelnde Gesichter zur Antwort. Wir gehen ein paar Meter und kommen an einen kleinen Teich, gespeist aus einem Bächlein mit frischem Wasser. Als wir uns hinsetzen und die Füße reinhalten, kommen kleine Fischlis und knabbern uns an. Ein Gefühl, an das man sich erst gewöhnen muss. Irgendwann packt es uns Kerle, und wir gehen komplett ins kühle Nass! Es ist atemberaubend. Niemals hätte ich erwartet, im [sorry] dreckigen Indien so schnell solch einen wunderschönen Ort kennenlernen zu dürfen.

    Wir wollen uns nicht losreißen (vor allem Lucien genießt die Gegenwart seiner neuen knabbernden Freunde enorm und nimmt die Umgebung kaum noch wahr ^^), aber es gibt noch einen weiteren Ort, zu dem Komal uns führen möchte. Also, wieder auf die Scooter, Bitches!

    Wir erreichen pünktlich zum Sonnenuntergang eine Brücke, die über einen Fluss zu einer länglichen bewohnten Insel führt. Wir nutzen die Gunst der (goldenen) Stunde für ein Fotoshooting, dann betreten wir das Eiland. Die Brücke ist wegen Einsturzgefahr für Motorverkehr gesperrt, es ist also wirklich total rugig dort. Eine Straße führt vorbei an kleinen bunten Gebäuden. Während sich die anderen mit selbstgebastelten Blütenkränzen schmücken, möchte ich eine Orchidee fotografieren und entdecke dabei auf dem Baumstamm daneben eine enorm schnelle kleine saugut getarnte Gottesanbeterin (yay!).

    Wir laufen bis zum Ende der Insel (es kommen dann nur noch ein paar sehr einfach Baracken mit ärmlicheren Einwohnern), dann ist es auch schon arg dunkel, und wir müssen zurück. Die Einheimischen schauen uns an und lächeln, als wir vorbei gehen. Kemal hält noch etwas Smalltalk mit einer älteren Dame und erfährt um die schwierige Lage, die die einsturzgefährdete Brücke verursacht.

    Nachtfahrten in Indien sind ein großer Spaß: Kaputte Straßen, "Bumbs" (diese Schwellen auf der Straße), müde Kühe, wache Menschen, wandernde Hunde, Fahrzeuge mit Fernlicht, ewiges Getröte... Es ist alles dabei, was das Scooterherz begehrt 😄

    Nach der Rückfahrt besuche ich noch kurz Zahid zum Abschied. Wir fahren in eine Bar, trinken ein Getränk und reden etwas. Im TV läuft alte Rockmusik, mit der er komplett nichts anfangen kann. Ich ziehe ihn etwas auf, singe mit, und als wir später gehen, mache ich mit ihm eine kleine Polonäse, was ihm hochgradig peinlich ist 🤭

    Zurück im Hostel plagt Tommy der Hunger! Wir machen uns zu viert (mit Andrew und Lucien) auf, trinken ein Bier auf der Straße, und suchen ihm dabei ein Restaurant. Leider haben viele schon zu, Küche bereits geschlossen. Kurz vorm Aufgeben finden wir am Ende der Straße eins, allerdings wird dort auch getanzt. Zu indischer Popmusik 😅! Einige junge Herren sind emsig dabei, und während Tommy seine Nudeln verputzt, lasse ich mich überreden und tanze einfach mit. Warum auch nicht? Ich werde mit Moves konfrontiert, die ich noch nie gesehen habe, eine Mischung aus bayerischem Volkstanz und polnischer Folklore? Letzten Endes aber nur ein Ausdruck von Ausgelassenheit und Spaß! Die anderen drei sind knülle oder können mit der Musik nix anfangen, nur Andrew lässt sich kurz hinreißen 👍
    Sehr knülle und mit vielen Eindrücken im Kopf endet auch dieser Tag.

    14.02.25 - HALLO INDIEN! ODER: WAS ALLES SCHIEF GEHEN KANN... 😬

    Ich würde gerne noch länger bleiben. Aber nun geht es weiter nach Ahmedabad [gesprochen Amdabd]. Das erste Mal Fernzug in Indien. Mhm. Soweit die Theorie. Dann begann dieser komische Tag...

    Meine Wäsche, gewaschen vom Hostel am Vortag, ist leider noch nass. (1.) Also verteile ich sie auf Stühlen auf dem Rooftop. Dabei werde ich von einer Krähe am Hinterkopf attackiert (2.). Zahid will mich ein paar Meter mit dem Scooter bringen, aber durch die nasse Wäsche gerate ich nun langsam unter Zeitdruck. Nun wird knapp auf knirsch kalkuliert, aber ich kann ja nicht 17h mit nasser Wäsche herumfahren (mehr Gewicht, fängt an zu stinken; der Weg nach Ahmedabad ist weit). Die Strecke ist mit den öffentlichen Bussen eigentlich gut machbar. Im zweiten Bus schwitze ich aber schon Blut und Wasser. Die letzten Meter zum Bahnhof werfe ich mich in ein Taxi, der Fahrer erkennt meine Not. Bäuchlings liege ich darin, alles andere dauert zu lange (schwerer Rucksack etc). Ein anderer Taxifahrer reicht mir mein Zelt ins Auto; Das habe ich gerade verloren (NICHT 3.! 😅). Im Bahnhof angekommen erkenne ich, dass alle Züge leichte Verspätung haben. Ein junger Mann bestätigt, dass der übernächste Zug meiner ist, so wie es auch auf der Anzeigetafel steht. Ich entspanne mich, beobachte den vorbeifahrenden nächsten Zug... und warte und warte. 30 Mins später bestätigt mir die Bahnhofsvorsteherin, dass eben dieser Zug meiner war. Was zur... (3., da isse). Die Züge für die nächsten 16 Stunden sind komplett ausgebucht, keine Chance! (4.)
    Notfallplan: Redbus, eine App, mit der man Reisebusse buchen kann. Ich finde eine annehmbare Alternative, will bezahlen,... "Unser Server hat Probleme mit der Kartenzahlung!" (5.). Jetzt keine Panik! Ich stehe bei 35°C mitten in Goa (der nächste Ort heißt Pirna, welch lustig' Detail) und versuche klarzukommen. Es gibt alternative Bezahlmethoden, so eine Art indisches Paypal ("UPI"). Kann man istallieren. Und verifizieren, mit Ausweis und Visastempel. Dauert nur ca. 24h. (6.). Aaaaber die Jungs hatten das schon benutzt. Andrew geht nicht ran, natürlich. Lucien wird der Retter der Stunde! Er bucht mir ein Busticket und ich paypale ihm den Betrag.
    Nun entspanne ich mich etwas, fahre zurück nach Mapusa, wo der Nachtbus abfährt. Die normalen Busse fahren hier übrigens tanken, egal ob noch Leute drin sitzen oder nicht. 😅 Dann muss ich noch ein paar Stunden totschlagen, esse etwas, suche den Abfahrtsbahnhof und unterhalte mich die restliche Zeit mit einem älteren Inder aus Chennai, der mich zuvor angesprochen hat. Dann bin ich eeendlich im Bus!
    Die Fahrt dauert etwas länger, rund 25 Stunden, aber ich bleibe im groben Zeitplan und komme zumindest weiter. Diesmal habe ich auch eine Einzelkabine ^^

    Auch wenn nun der nächste Tag beginnt, schreibe ich hier weiter. Ja, es ist noch nicht vorbei... 😶‍🌫️

    An die Pausen beim Nachtbus gewöhnt man sich irgendwann. Man kann pinkeln gehen und/oder kurz ruckelfrei schlafen. Diese Pause um 11 Uhr vormittags dauert allerdings etwas länger. Ich gucke raus und sehe Mitreisende, die sich eine Rikscha (TukTuk) nehmen. Moment, hier stimmt was nicht... Ich steige aus, und die Versuche, den Bus wieder zu bewegen, erinnern mich an eine eigene Erfahrung. Das klingt wie die Kupplung. Der Mechaniker, der gerufen wurde, bestätigt meinen Verdacht: Dieser Motor ist hinüber (7.). Wir sind noch nicht mal in Mumbai, ich habe also keine Chance auf eine Ersatzroute und muss wie viele andere auf den Ersatzbus warten. Insgesamt ungefähr 3,5h dauert der unfreiwillige Zwischenstopp, bis wir endlich weiter fahren... 🫠🇮🇳
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    Trip end
    October 21, 2025