• Ab in die Wüste

    January 31, 2025 in Morocco ⋅ 🌙 8 °C

    Von Erfoud machten wir uns auf den Weg nach Merzouga in die Erg Chebbi.
    Zunächst gab es allerdings einen großen Schreck. Heizung ausgefallen, Wasser läuft nicht obwohl die Pumpe ihr Werk verrichtet. Großes Fragezeichen?
    Sicherungen alle drin! Im Moment egal, wir fahren los bis zum ersten Stopp in Rissani, einer modernen Stadt mit einem alten Soukh und einem großen Markt. Dort erstanden wir dann Datteln und Dattel Sirup, reinen Honig aus Eukalyptusblüten, sowie Tee und Gewürze zu angenehmen Preisen.
    Auf der Weiterfahrt hielten wir beim Mausoleum Moulay Ali Charif, dem Stammvater der Alaouiten Dynastie, die seit Mitte des 17ten Jahrhunderts das Land regiert. So liegt also hier der Vorfahre des heutigen Königs begraben.
    Entgegen unserer normalen Gepflogenheiten ließen wir uns von einem Guide rumführen. Er erklärte uns über ein Stunde jede Einzelheit des Gebäudes. Er wies auch darauf hin, dass es Charif zu verdanken sei, dass nicht nur in Marokko die verschiedenen Glaubensrichtungen friedlich nebeinander leben, Juden, Christen und Moslems.
    Der Guide konnte sich als ehemaliger Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen ausweisen, der auch jetzt noch im sozialen Bereich tätig ist. Er zeigte uns den neben dem Mausoleum befindlichen Ksar Akhnous, der heute als Wohnstätte für 300 alleinstehende Frauen mit Kindern dient.
    Dieser Ksar sei zu den glorreichen Zeiten der wohl ältesten Stadt Marokkos, die eine der wichtigsten Handelszentren Afrikas war, von Juden bewohnt gewesen. Das besondere war, dass die Bauten überirdisch lediglich etwa einen Meter hoch waren und nur gebückt begangen werden konnten. Hier lebten einige Monate im Jahr die Händler, die mit Gold, Silber, Edelsteinen und Elfenbein handelten und sich durch die Bauweise und die Dunkelheit im Ksar ihre Feinde vom Leib hielten.
    Nach der interessanten Führung ging es weiter in die Wüstenstadt Merzouga zum Campingplatz Liberté.
    Ein Fußmarsch durch den Sand war genauso angesagt wie eine abendliche Tajine und Kallia.
    Nervig sind die Quad- und Motorradenthusiasten, die sich keine Gelegenheit entgehen lassen der Natur zu Leibe zu rücken.
    Ach so, Heizung geht, Wasser läuft. Die Wohnraumbatterie hat nach 6 Tagen ohne Strom und Motor etwas geschwächelt.
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