Halli Galli in Honfleur
July 14, 2025 in France ⋅ ⛅ 17 °C
Da wir kein Brot hatten, wollten wir in Étretat frühstücken. Der Ansturm von gestern wird sich ja wohl gelegt haben? Weit gefehlt, schon weit vor dem Dorf die Straßenränder zugeparkt und die Lokale gut gefüllt. Es trugen sich wohl mehr mit dem Gedanken an ein Frühstück außer Haus. Ein Baguette gekauft, raus aus der Stadt und unterwegs an einem Parkplatz in aller Ruhe gefrühstückt.
Das erste Ziel, Harfleur, war schnell erreicht. Dort das genaue Gegenteil. Keine Menschenseele auf der Straße, nur ein Kebab-Laden mit Espresso aus dem Pappbecher und ein kleiner Lebensmittelmarkt waren geöffnet. Noch schnell in die Kirche St. Martin, ein Bau in Gotik-Stil aus dem 15ten Jahrhundert, allerdings mit bemerkenswert modern gestalteten Fenstern.
Weiter ging es dann über zwei Hochbrücken, wobei die Pont de Normandie auch für Nichttechniker eine Augenweide darstellt. Sie erinnert etwas an Millau.
Das krasse Gegenstück zu Har- bot dann Honfleur. Vermutlich direkt proportional zu Étretat wuchs hier die Besucherzahl am heutigen Nationalfeiertag in der rund 6.500 Seelen zählenden Gemeinde. Ein Wirtshaus neben dem anderen, von Kebab über Sandwicherie bis Haute Cuisine alles vertreten, zahlreiche Kunstgalerien mit richtiger Kunst, die an die Tradition Honfleurs als Stadt der Maler erinnert. Ganze Straßenzüge mit gut erhaltenen und restaurierten Fachwerkhäusern und enge Bebauung mit ganz schmalen Häusern im Hafen rundeten gemeinsam mit einigen Villen im Ortseingangsbereich das positive Bild der Stadt ab.
Etwas erinnerten wir uns an Polen beim Besuch der Kirche Sainte Catherine, der größten Holzkirche in Frankreich. Kirchenbesuche sind übrigens um so praktischer je mehr es regnet!
Nach dem Regen ging es zum jährlich stattfindenden über die Grenzen der Normandie bekannten spectacle, der Mât incliné. Tausende Zuschauer säumten das große Hafenbecken und eiferten mit den jungen Damen und Herren, die mit ordentlich Anlauf über eine Rampe und dann über einen schräg befestigten hölzernen Schiffsmast rennend, versuchten die am Ende angebrachte Tricolore zu ergattern. Das ging so etwa 40 Minuten, in denen die meisten Versuche schon recht frühzeitig auf dem Mast endeten und die Akteure teils mit mehr, meistens mit weniger Anmut ins Wasser plumpsten. Dass sich niemand richtig verletzte war uns ein Wunder. Gegen Ende versuchten immer wieder dieselben fünf bis 6 Männer ihr Glück und tatsächlich schaffte es dann einer auch unter dem tosenden Beifall der Menge.
Den Höhepunkt des Tages war dann das obligatorische Feuerwerk zum 14 Juillet. Genau 15 Minuten knallte und blitzte es auf der anderen, großräumig abgesperrten Uferseite aus mehreren Feuerwerksbatterien.
Honfleurs ist jedenfalls eine Reise wert und ist nicht umsonst ein touristischer Anziehungspunkt in der Normandie.Read more




















