Italy
Porto Pozzo

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7 travelers at this place

  • Day55

    Shippy macht schlapp:-(

    September 5, 2018 in Italy ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute um etwa 11 Uhr starten wir von Bonifacio aus unsere Überfahrt nach Sardinien.
    Endlich! Gregor und ich freuen uns beide riesig, da wir schon imner mal nach Sardinien wollten und es eines unserer Hauptziele darstellt.

    Wir haben perfektes Segelwetter, viel Wind und wenig bzw. kleine Wellen. Wir machen den Motor aus und sind nur mit den Segeln fast 14 km/h schnell. Schneller als durch die Motorleistung! Hammer.
    Wir segeln euphorisch und voller Vorfreude auf die Sardinische Nordküste zu. Als wir die Küste fast erreicht haben, machen wir zusätzlich den Motor an, weil der Wind für uns jetzt nicht mehr so günstig steht.

    Nach etwa einer halben Stunde wird der Motor kurz langsamer und leiser, macht dann aber unverdrossen weiter seine Arbeit - nur klappert er jetzt dabei so komisch. Gregor und ich sehen uns an, er meint trocken (und wie ich finde ziemlich optimistisch), dass wäre kein gutes Zeichen, während sich bei mir schon Panik breit macht.

    Noch tuckert Shippy aber fröhlich vor sich hin und die Küste ist in Reichweite, könnte also schlimmer sein. Zum Glück ist uns das nicht auf der Überfährt nach Korsika passiert, als wir über 160km nur mit Motor zurücklegen müssten und rings um uns nur Wasser war und kein Land in sich. Ich versinke gerade so richtig schön in diesem Albtraum-Szenario, als es plötzlich immer leiser wird.
    D.h. der Motor wird immer leiser und langsamer, immer leiser und langsamer und Gregor und ich sehen uns an und sagen beide nichts. Schließlich ist es gaaaanz still.

    Auch eine absolute Technik-Analphabetin wie ich begreift jetzt, "dass das kein gutes Zeichen ist".
    Scheiße, der Motor ist abgekackt!
    Gregor bleibt ganz cool und geht erstmal ne Runde schwimmen, während ich panisch zu meinen Zigaretten greife.

    Wie gut, dass die Segel noch draußen sind und wir immer noch guten Wind haben, denn auch nach mehrmaligen Versuchen springt der Motor nicht mehr an. Shippy will anscheinend nicht mehr. Clever, hat sich wohl gedacht, dass er seinen Lebensabend auf Sardinien verbringen möchte. Hätte ich mir auch ausgesucht.

    Wir segeln an einigen wunderschönen Stränden vorbei hinein in eine Bucht, in der es einen Hafen geben soll, und überlegen uns, wie wir jetzt am besten Anlegen: Gregor hält seitlich auf den Steg zu, während ich draufspringe und versuche Shippy festzuhalten. Im ersten Hafen klappt unser Manöver leider nicht ganz. Shippy ist zu schwer und hat durch das immer noch gehisste Großsegel zu viel Speed drauf, so dass ich ihn nicht halten kann und schließlich hinterher schwimmen muss.

    Im zweiten Hafen versuchen wir uns Verstärkung zu organisieren, doch die Fahrer eines Sportbootes, das an uns vorbeifährt ignoriert unsere Rufe und unser Winken einfach komplett und als ich beim Hafen anrufe versteht dort keiner Englisch. So ein Scheiß.
    Ich schlage vor zu Ankern und zum Hafen rüberzuschwimnen, aber Gregor hat einen relativ freien Steg entdeckt, auf den er nun frontal zuführt. "Ähm, Schatz, was hast du vor?" "Ich fahre vor den Steg, der wird uns schon abbremsen.", erwidert er und fügt hinzu: "Wir sind ja versichert - falls was kaputt geht." WHAAAT?

    Am Steg befinden sich zum Glück ein paar andere Boote und einige Menschen, die unsere Notlage diesmal nicht ignorieren. Einer der Hafenmeister, drückt uns mit einem Ripp an den Steg, während Gregor und der freundliche Typ vom Nachbarboot uns mit den Leinen an den Steg ziehen und ich das Großsegel berge. So schaffen wir es Shippy am Steg festzumachen.

    In der Capitainerie sitzt eine freundliche Dame, die auch Englisch spricht und erstmal 'Andrea' anruft, der sich mit Yanmar-Motoren auskennt und einen Blick auf Shippys werfen will. "Andrea kommt in einer Stunde zu euch", sagt die nette Dame "oder später" und fängt dann an zu lachen, so als hätte sie einen guten Witz erzählt. Die Italiener haben's ja auch nicht so mit Pünktlichkeit... Jetzt sind jedenfalls schon fast 3 Stunden vergangen und kein Andrea in Sicht.

    Aber die gute Nachricht: Shippys Motor läuft wieder. Gregor hat im Internet gelesen, dass man Yanmar-Motoren zwischendurch mal auf Vollgas laufen lassen sollte und nachdem er ihn nach unzähligen Versuchen wieder zünden und Vollgas geben konnte, schnurrt er nun wie ein Kätzchen.
    Fingers crossed!
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