• Lykischer Weg - Tag 8: Gökceören - Kas

    May 4 in Turkey ⋅ 🌙 11 °C

    29,6 km; 900 m aufwärts; 1.750 m abwärts
    Gestern Abend saß in der Pension eine internationale Mischung beim Abendessen: ein Inder, der in den Niederlanden wohnt, zwei Niederländer, zwei Russen und zwei Deutsche, eine davon mit vietnamesischen Wurzeln. Wir saßen auf der überdachten Terrasse und es hat bis spät in den Abend geregnet. Bei 5-7 Grad wurde es uns ganz schön kalt.
    Stolz über seine Pension verabschiedet uns Hüseyin bei Sonne. Die Luft ist so klar und rein, es scheint ein herrlicher Tag zu werden. Die Blicke über das Tal machen uns gute Laune. Nach 2 Kilometern fällt mir auf, dass meine Kopfhörer noch auf dem Bett in der Pension liegen. Schade, aber ok, am Abend gibt es für knapp 8€ bessere. Nach dem Tal wechseln wir auf einen Fahrweg immer noch leicht bergab, es läuft. Wir kommen an einen Brunnen und treffen Wolfgang wieder, der das Stück über Gelemis ausgelassen hat und somit vor uns war. Er hat zusammen mit zwei anderen Wanderern gezeltet, sie wurden ordentlich nass.
    Als wir am Tiefpunkt ankommen, queren wir einen kleinen Fluss. Von hier geht es gut machbar 500 m nach oben. Von oben gibt es geniale Weitblicke in die Ferne. Am Horizont hängen noch dunkle Wolken in den immer noch schneebedeckten Bergen, da werden wir wohl in einigen Tagen bei den höchsten Etappen evtl noch Schnee haben. Mal abwarten. Als wir so über die Wiesen wandern, sind wir immer wieder erstaunt über die Farben und Intensität der Blümchen.
    Es geht wieder ein Stück runter und im Gegenanstieg wieder nach oben. Auf dem Kamm befinden sich noch wenige Ruinen der früheren Stadt Phellos. Im 5. Jahrhundert v. Chr. war dies eine der bedeutendsten Städte Lykiens. Das heutige Kas und damalige Antiphellos diente damals nur als Hafen für Phellos. Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick über die Hochebene rund um den Ort Cukurbag und schon erste Vorboten der Inseln vor der Küste von Kas. Steil geht es hinab nach Cukurbag. Hier machen wir Mittagspause im süßen Restaurant Kecibas. Die Wirte sind super nett und wir bekommen sogar hausgemachte Limo geschenkt. Auf Schafweiden durchschreiten wir die Hochebene bis an die Steilkante oberhalb von Kas. Der Blick von hier oben über die Stadt und die zahlreichen umliegenden Inseln ist traumhaft. Eine der bisher genialsten Motive, was meint ihr?
    Jetzt geht es in Kurven die letzten 500 m nach unten. Wir haben uns sehr auf die Stadt gefreut. Beim abendlichen Rundgang faszinieren uns die kleinen Gässchen mit ihren bunten Balkonen in der Altstadt. Wir kehren lecker Türkisch ein. Leider schaffen wir es erst nach Sonnenuntergang ins antike Amphitheater. Auch nachts ist dies ein sehr schöner Ort, aber bei Sonnenuntergang soll der Ausblick genial sein. Kleiner Funfact zum Abschied: die direkt Kas vorgelagerte Insel Meis gehört nicht mehr zur Türkei, sondern zu Griechenland.
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