• Lykischer Weg - Tag 16: Adrasan - Cirali

    May 12 in Turkey ⋅ ☀️ 21 °C

    21,3 km; 1.260 m aufwärts; 930 m abwärts
    Das Frühstück war heute Morgen überraschend gut. Es wurde in Büffetform serviert, so konnten wir uns richtig satt essen. Dementsprechend gut gelaunt starten wir auf den Weg. Gleich zu Beginn wartet die erste Herausforderung: wir müssen einen Fluss furten. Auf großen Steinen sollten wir trocken drüber kommen. Hang kommt bis zu Stein 4 und zack rutscht sie aus und landet im Wasser. Ungewollte Erfrischung.
    Der Weg beginnt flach und wir haben immer wieder Ausblicke über das grüne Tal mit den Bergen im Hintergrund. Wir wechseln an einen Bach und folgen seinem Plätschern ein gutes Stück. Plötzlich stehen wir vor einem Felsen, durch den nur ein kleiner Durchgang hindurch führt. Gut, dass wir die letzten Wochen angenommen haben. Durch hübschen Wald geht es leicht bergauf weiter. Als der Weg eine 90 Grad Biegung Richtung Berg. Auf der Karte sehe ich: jetzt wird es ernst. Wir wandern ein schönes Tal hinein, immer gut bergan. Aber es geht besser voran als gedacht, der Weg lässt sich einfach gehen. Oben angekommen, haben wir mehrere geniale Panoramen hinab in die Ebene.
    Am Pass auf knapp 700 Metern machen wir kurz Pause und anschließend an den Abstieg. Der schmale, holprige Pfad schlägt Haken wie ein Kaninchen auf der Flucht. Rechts, links, rechts, links. Das geht immer so weiter. Wir haben nicht das Gefühl, voran zu kommen. Aber der Wald ist ein Traum. Scheinbar hat es hier vor einiger Zeit mal gebrannt, mittlerweile ist aber alles dicht zugewuchert. Kurz vor dem Ende des Abstiegs kommen immer mehr hübsche Bergflanken in den Blick. Sie kündigen das Tal an. Wenig später stehen wir vor den Ruinen von Olympos. Die ursprüngliche Wegführung ist nicht mehr möglich. Somit erkundigen wir zuerst die Ruinen auf unserer Seite des Flusses. An geeigneter Stelle queren wir den Fluss und stehen mitten in den Ruinen. Wir nehmen uns die Zeit, in Ruhe die Ruinen zu erkunden. Der Name Olympos leitet sich von dem Berg ab, an dessen Fuß die Stadt einst lag. Heute heißt der Berg Tahtali Dagi, den wir evtl. in den kommenden Tagen spontan besteigen werden.
    Die Ruinen grenzen direkt an den langen Strand von Cirali. Wir nutzen die Chance und verwöhnen unsere Mägen mit einem reichlichen Mittagessen. Heute war Markt in Cirali. Als wir so darüber schlendern, können wir bei den Wassermelonen nicht widerstehen und kaufen uns noch ein großes Stück. Andere beenden hier die Etappe, wir haben aber ein anderes Ziel: die ewigen Flammen in 5 km Entfernung. Hier tritt ein Gasgemisch aus dem Berg aus, welches an der Luft Feuer fängt. Am Tag ist dieses Naturgeschehen schon schön. Wir wollen sie aber heute Abend bei Dunkelheit sehen. Deswegen steigen wir auf den dahinter liegenden Grat auf und errichten dort unser Lager. Beim Anstieg begegnen wir einer Wanderführerin, die sich freut, dass wir den kompletten Weg gehen wollen. Sie besteht auf einen Selfie mit uns. Als wir oben ankommen, wartet schon eine andere deutsche Wandererin. Sie spricht uns an und kennt meine Wanderberichte von Komoot. So schließt sich ein Kreis.
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