• Lykischer Weg - Tag 17: Zum Tahtali Pass

    May 13 in Turkey ⋅ ☁️ 14 °C

    19,93 km; 1.874 m aufwärts; 457 m abwärts
    Gestern Abend saßen wir noch in illustrer Runde an den ewigen Flammen und unterhielten uns über den Sinn des Reisens. Vera und Thomas verbringen seit letztem Sommer ein Sabbatical und hatten so einiges zu erzählen. Am Morgen verabschieden wir uns, aber wir werden uns sicherlich nach unserer Rückkehr nochmals treffen.
    Gleich zu Beginn steigen wir fleißig ab. Von Josephine haben wir erfahren, dass wir einen Fluss queren müssen. Von Ufer zu Ufer ist ein Seil gespannt, das uns ein wenig Halt gibt. Nach 2 km kommen wir nach Ulupinar und frühstücken erst mal lecker. Ulupinar ist für seine Forellenrestaurants bekannt. So schwimmen unter unseren Tischen die Forellen, die bald von Gästen verspeist werden. Schon von hier sehen wir unser wahrscheinliches Ziel des Tages, den Pass unterhalb des Tahtali Dagi. Der Berg ist eine richtige Schönheit.
    Von Ulupinar nach Beycik passiert nicht viel, wir haben immer den Gipfel im Blick. Je höher wir kommen, desto beeindruckender wird der Blick zurück ins Tal. Inzwischen haben wir unsere 18. Schildkröte gesehen. In Beycik angekommen, steuern wir den kleinen Shop ab und erfrischen uns an ner süßen Limo. Nach den 800 Höhenmetern bis hier, warten nochmal 1.000 auf uns, aber das wollen wir packen. Erstes Etappenziel ist das letzte Café vor dem finalen Aufstieg. Dort kehren wir noch mal richtig ein, damit wir was Gescheites im Magen haben. Allerdings muss ich mein Essen gegen die diebischen Katzen verteidigen.
    Gut gestärkt wartet der letzte Teil auf uns: 700 Meter auf etwas mehr als 2 Kilometer. Aber Schritt für Schritt, Meter um Meter erklimmen wir den Berg. Mittlerweile ist es etwas zugezogen, die Wolken ziehen durch die Bäume. Der Wald ist wunderschön, teilweise stehen hier mächtige Exemplare. Irgendwann nähern wir uns dem Pass und in einer Senke wartet der perfekte Spot auf uns. Als wir ankommen, rastet gerade noch eine russische Wandergruppe, die aber erfreulicherweise weiter gehen will. Wir haben den Platz alleine für uns. Morgen früh entscheiden wir, ob wir den Gipfel des Tahtali Dagi noch einbauen oder ihn liegen lassen. Er soll sehr stark kommerziell vermarktet sein und eine Seilbahn führt von der anderen Seite nach oben, was den Reiz für uns etwas reduziert.
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